12. Dezember 2019

Kurzresümee zum 1. Ressourcenwende Workshop

Unsere These ist: Eine sozial-ökologische Transformation erfordert einen konsequenten Kurswechsel bei der Nutzung und dem Verbrauch natürlicher Ressourcen. Wir brauchen eine radikale Ressourcenwende.

Doch wie könnte eine solche Ressourcenwende aussehen? Wie schaffen wir es, dass begrenzte Ressourcen global gerecht verteilt werden und dass Menschen auch noch in 100 oder 1000 Jahren eine Lebensgrundlage haben?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich am 12. November 2019 ca. 35 Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Forschung im Rahmen des ersten Workshops der Workshop-Reihe Ressourcenwende. Ziel war es, einen Netzwerkprozess anzustoßen, in welchem eine integrierte suffizienzbasierte Ressourcenstrategie transdisziplinär zwischen Forschung und Zivilgesellschaft entwickelt wird.

„Da die Entkoppelung des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch, global betrachtet, bisher ausbleibt und es mehr als unsicher ist, ob sie jemals erreicht werden kann, muss die sofortige und absolute Senkung des Verbrauchs auf ein global gerechtes und ökologisch nachhaltiges Maß zentrales Ziel von Ressourcenpolitik sein. Heute wollen wir gemeinsam überlegen, wie wir dorthin kommen. Wir wollen Herausforderungen und Wissenslücken identifizieren und erste Ideen für konkrete Ansatzpunkte entwickeln“, eröffnete Rolf Buschmann vom BUND die Veranstaltung. Helen Sharp vom IÖW ergänzte: „Die Debatte um Ressourcenpolitik ist durch multiple Problemperspektiven geprägt. Die politische Debatte der letzten zehn Jahre hat aber vor allem die ökonomisch-ökologischen Potenziale von Effizienzansätzen betont. Dies hat zu einer Verengung des Diskurses geführt und sich aus ökologischer Sicht als unzureichende Strategie erwiesen.“

Neben Inputs über die Ergebnisse der vorbereitenden Kurzstudie des IÖW wurde sich im großen Plenum und in Kleingruppen dazu ausgetauscht, welche Herausforderungen, Leerstellen, Wissenslücken und Ansatzpunkte eine Ressourcenwende hat. Neben konkreten politischen Prozessen wie Progress III und die Novellierung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung wurden auch Grundsatzfragen über Eigentum, Verteilung und Demokratisierungen diskutiert. Einig waren sich die Teilnehmenden darüber, dass es dafür die transdisziplinäre Zusammenarbeit braucht, um gemeinsam aus bereits bestehenden Forschungsergebnissen politische Forderungen zu entwickeln, Leerstellen zu identifizieren und diese mit Debatten und Forschungsfragen (auch aus der Zivilgesellschaft) zu füllen.

Insbesondere der Bedarf an einem systematischen Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Forschung war bei beiden „Parteien“ sehr stark vorhanden. Im Workshop wurde damit begonnen, die Hürden, Chancen und potentiellen Schnittstellen eines solchen Austausches zu identifizieren.

Die Ergebnisse des ersten Workshops werden nun aufbereitet und ausgewertet. Aufbauend darauf wird damit begonnen, ein Konzept für transdisziplinären Austausch zu erarbeiten. Auch werden inhaltliche Schwerpunkte für den nächsten Workshop im 2. Quartal 2020 vor- und aufbereitet.

Wenn Sie sich an dem Prozess beteiligen möchten, wenden Sie sich bitte an Benedikt Jacobs vom BUND (benedikt.jacobs@bund.net). Ansonsten können Sie den Newsletter dieser Website abonnieren, um über die aktuellen Entwicklungen in der Ressourcenwende auf dem Laufenden zu bleiben.


Kontakt:
Benedikt Jacobs, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Fon: +49 (0)30 275 86 334
benedikt.jacobs@bund.net

Autor*innen:
Benedikt Jacobs

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