Diskussionspapier

Ressourcenwende: Eckpfeiler und Rahmenbedingungen einer neuen ressourcenpolitischen Vernetzung von Zivilgesellschaft und Wissenschaft

Hrsg.: Helen Sharp und Franziska Mohaupt

Wer nutzt welche Ressourcen wo und auf welche Art und Weise? Allein diese kurze Frage verdeutlicht die Vielzahl an Dimensionen einer Politik, deren Aufgabe es ist, eben diese Prozesse der Ressourcennutzung zu steuern. Als „Querschnittsthema“ sind vielfältige Bereiche betroffen. So werden einzelne ressourcenpolitische Aspekte bereits in unterschiedlichen Politikfeldern von Umweltpolitik über Wirtschaftspolitik bis zur Entwicklungszusammenarbeit bearbeitet. Es mangelt jedoch an übergreifenden Zielen und ressourcenpolitischen Strategien, welche die verschiedenen Problemperspektiven integrieren. Eine solche rahmensetzende Ressourcenpolitik müsste gemeinsame Leitplanken formulieren und dabei ökologische und soziale Dimensionen von Ressourcennutzung in ihren zwingenden Zusammenhängen adressieren. Aber nicht nur auf staatlicher Ebene, auch in Zivilgesellschaft und Forschung spiegeln sich die Silos von Politikfeldern und Problemperspektiven wider. Eine neue, intensivierte Debatte um eine integrierte sozial-ökologische Ressourcenpolitik nicht nur innerhalb der Zivilgesellschaft, sondern auch im Austausch mit Wissenschaft könnte die notwendige Dynamik für eine „Ressourcenwende“ auch auf anderen Ebenen (z.B. staatlicher Politik) vorantreiben. Das vorliegende Papier soll eine erste gemeinsame Diskussionsgrundlage bieten. Es formuliert, als erste Bestandsaufnahme, Thesen zu Eckpfeilern und Rahmenbedingungen einer solchen neuen und übergreifenden ressourcenpolitischen Vernetzung. Als wesentlicher Ausgangspunkt dienten neben der Sichtung zentraler Literatur insbesondere qualitative Interviews mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

Positionspapier

Positionspapier zum Kreislaufwirtschaftsgesetz

Hrsg.: Runder Tisch Reparatur

Zur Umsetzung der geänderten europäischen Abfallgesetzgebung auf nationale Ebene wird das Kreislaufwirtschaftsgesetz novelliert. Der Runde Tisch Reparatur, sowie 13 weitere Vereine und Verbände begrüßen prinzipiell verschiedene in der Novellierung festgesetzten Prinzipien, wie u.a. die stärkere Berücksichtigung der Abfallvermeidung oder die Verankerung eines höheren Stellwertes der Wiederverwendung. Bestimmte Rechtsvorschriften bleiben aber zu vage, um das Potenzial zur Senkung des Ressourcenverbrauchs voll auszuschöpfen. Das Positionspapier bringt Vorschläge, wie konkrete Zielvorgaben und verbindliche Regelungen im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz festzuschreiben.

Studie

Das Zusammenspiel von Makro- und Mikro-Instrumenten zur Energieverbrauchsreduktion durch verbrauchsarmes Verhalten

Hrsg.: Umweltbundesamt

Der Bericht widmet sich Vor- und Nachteilen und dem Zusammenwirken von Politikinstrumenten zur Förderung von verbrauchsarmem Verhalten mit dem Ziel der Energieverbrauchsreduktion. Unterschieden wird hier zwischen Instrumenten großer Reichweite (Makro-Instrumente) wie dem Europäischen Emissionshandel (EU-ETS), die potenziell auf diverse Bedürfnisfelder, Energieträger, Produkt- oder Zielgruppen einwirken, sowie eher kleinteiligen Instrumenten (Mikro- und Meso-Instrumente) wie energetischen Standards oder geräteseitigen Effizienzanforderungen, die demgegenüber auf einzelne oder wenige Anwendungsbereiche zugeschnitten sind. Deren Stärken und Schwächen werden auf Basis bestehender Literatur entlang der Kriterien Wirksamkeit, ökonomische Effizienz, soziale Akzeptanz, politische Durchsetzbarkeit und Eignung, kulturellen Wandel zu befördern, untersucht. Der Bericht ist Teil des Forschungsvorhabens „Möglichkeiten der Instrumentierung von Energieverbrauchsreduktion durch Verhaltensänderung“. In anderen Teilberichten wurden vor allem einzelne (Mikro-) Instrumente abgeleitet, um Suffizienzpotenziale in den entsprechenden Bereichen zu heben, und dabei auch jeweilige Hemmnisse und Grenzen sichtbar.

Positionspapier

Stellungnahme zur Fortschreibung der deutschen Rohstoffstrategie

Hrsg.: AK Rohstoffe

Am 15. Januar 2020 beschloss das Bundeskabinett seine aktualisierte Rohstoffstrategie, die eine Fortschreibung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2010 ist. Die Grundausrichtung der Rohstoffstrategie hat sich gegenüber der Vorgängerstrategie aus dem Jahr 2010 nicht verändert. „Die Wettbewerbsfähigkeit der [deutschen] Industrie zu stärken und die Arbeitsplätze in der Industrie zu erhalten“ (Seite 2), steht weiterhin im Zentrum der Strategie. Um diese zu gewährleisten, bemüht sich die Bundesregierung, vor allem die Versorgungssicherheit mit Primärmetallen zu erhöhen.
Trotz der Kritik und vielen Vorschlägen von Umweltverbänden und Menschenrechts- sowie Entwicklungsorganisationen werden Nachhaltigkeit und Menschenrechte auch in der neuen Strategie vernachlässigt. Zwar wird der Begriff „nachhaltig“ häufig erwähnt, allerdings ohne ihn mit neuen und wirksamen Maßnahmen zu unterfüttern. Neu sind an der Strategie weniger die Inhalte als die Legitimation: nämlich die Notwendigkeit neuer Technologien für Klimaschutz, Energiewende und die Elektromobilität. Unglaubwürdig ist dies auch vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung gerade in diesen Bereichen seit Jahren sehr zaghaft agiert. Wörtlich heißt es in der Strategie: „Ohne ‚Hightech-Rohstoffe‘ wird es keine entsprechenden Zukunftstechnologien ‚Made in Germany‘ geben“ (S. 7). Oder: „Keine Energiewende ´Made in Germany` ohne Hightech-Rohstoffe“ (S. 9).

Studie

Monitoring internationale Ressourcenpolitik

Hrsg.: Umweltbundesamt

Ziel des Vorhabens war die Analyse internationaler Politiken zur Schonung natürlicher Ressourcen. Dazu wurde ein Monitoringsystem entwickelt und Politikinstrumente zur effizienten Nutzung natürlicher Rohstoffe in ausgewählten Ländern untersucht. Der thematische Fokus lag auf Aktivitäten in den Bereichen Produktion, Konsum sowie Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Alle untersuchten Länder verfolgen Ansätze zur Förderung der Ressourceneffizienz. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der gesetzten Prioritäten und gewählten Förderinstrumente. Das Vorhabens stellt neue Expertise bereit, um internationale Prozesse der Ressourceneffizienzpolitik noch gezielter verstehen und unterstützen zu können.

Informationsblatt

Wie wir alle gut auf der Erde leben können

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Eine Welt ohne Hunger und Armut. Ein gesundes Leben für alle, Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen, weniger Ungleichheit. Und: mehr Klimaschutz, eine deutliche Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien, ein Stopp des Artensterbens. Insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) 2015 beschlossen. Sie gelten weltweit, sollen bis 2030 erfüllt werden und ein friedliches Zusammenleben auf der Erde sichern – innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen. Alle Staaten haben sich verpflichtet, sie umzusetzen. Auch Deutschland. 

In diesem Faltblatt zeigt der BUND an den Beispielen Klimaschutz, Landwirtschaft und Konsum, wo Deutschland in Sachen Nachhaltigkeit steht. Und wir stellen dar, wie sich unsere Art zu wirtschaften und zu leben auf die restliche Welt auswirkt. Deutlich wird, dass ein „Weiter so wie bisher“ nicht möglich ist, wenn wir unsere Lebensgrundlagen und die künftiger Generationen bewahren wollen – jetzt, hier und weltweit.

Studie

Deutschland auf dem Weg zur Circular Economy

Hrsg.: Thomas Weber und Martin Stuchtey

Diese Vorstudie leistet einen Beitrag zur beginnenden öffentlichen Debatte zum Thema Circular Economy in Deutschland, wo es im Gegensatz zu Ländern wie China oder Kanada noch keinen Plan gibt, eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. An einem Zielbild für die Circular Economy arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftliche Akteur*innen zusammen. Anknüpfend werden konkrete Anwendungsfälle und deren Umsetzung untersucht, sowie förderliche Rahmenbedingungen identifiziert. Die Basis der Vorstudie bilden Literaturrecherchen und Befragungen von Expert*innen.

Die Vorstudie „Deutschland auf dem Weg zur Circular Economy“ erscheint mit Gründung der Circular Economy Initiative Deutschland. Die Initiative unter Federführung von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Informationsblatt

Einstieg in die klimaneutrale Industrie

Hrsg.: Germanwatch e.V.

Germanwatch-Hintergrundpapier zur Veröffentlichung der EU-Industriestrategie durch die Europäische Kommission.

Die Industrie in Deutschland steht vor einer Richtungsentscheidung. 15 Jahre lang sind ihre Treibhausgasemissionen nicht gesunken. Für das Erreichen der Klimaziele muss nun schnell und mutig gehandelt werden. Doch viele Technologien und Produkte für die nötige Kreislaufwirtschaft sind noch nicht ausreichend entwickelt. Viel hängt jetzt vom Staat – insbesondere von der Rahmensetzung durch EU und Bundesregierung ab.

Diese Germanwatch-Analyse führt in die Problematik ein und stellt Lösungsansätze vor.

Studie

Der Abfall der Anderen. Über die Verantwortung für die Plastikflut in Asien

Hrsg.: Röchling Stiftung und Wider Sense

Mehr als die Hälfte des Plastikmülls in den Ozeanen gelangt aus fünf asiatischen Ländern in die Umwelt. Und dies, obwohl die Schwellen- und Entwicklungsländer pro Kopf ihrer Bevölkerung um ein Vielfaches weniger Kunststoff verbrauchen als die Industrienationen. Die Ursache für die massiven Emissionen liegt in den überwiegend unzureichenden Abfallwirtschaftssystemen im globalen Süden. Der neue POLYPROBLEM-Report von Röchling Stiftung und Wider Sense nimmt Versäumnisse und Möglichkeiten unter die Lupe. Weshalb gelingt es bisher nicht, in Schwellen- und Entwicklungsländern eine flächendeckende Abfallwirtschaft als Grundlage für Recycling und Kreislaufwirtschaft zu etablieren? Der neue POLYPROBLEM-Report geht dieser Frage auf den Grund.

Die Autor*innen haben internationale Studien analysiert und mit Expert*innen der Entwicklungszusammenarbeit gesprochen, Hilfsprogramme von großen, internationalen Organisationen wie der Weltbank oder den Vereinten Nationen recherchiert und Aktivitäten von Unternehmen und deren Netzwerke betrachtet. Sie haben Initiatoren vielfältiger Projekte aus der Zivilgesellschaft und nicht zuletzt vor Ort betroffene Menschen interviewt.

Positionspapier

12 Argumente für eine Rohstoffwende

Hrsg.: AK Rohstoffe mit Christliche Initiative Romero, PowerShift e.V., Forum Umwelt & Entwicklung, INKOTA-netzwerk, Germanwatch, MISEREOR, Heinricht-Böll-Stiftung, NABU.

Der AK Rohstoffe zeigt in seiner neuen Veröffentlichung „12 Argumente für eine Rohstoffwende“ die vielfältigen Menschenrechts-, Umwelt- und Entwicklungsprobleme, die mit dem Abbau, der Weiterverarbeitung, dem Verbrauch und der Nutzung von Rohstoffen einhergehen.

Denn allein mit mehr Effizienz, besseren Recycling-Systemen, neuen Technologien und guter Regierungsführung sind diese Probleme nicht in den Griff zu bekommen. Bisher tauchen in den notwendigen Debatten um Energiewende, Verkehrswende, Agrarwende oder Digitalisierung die Fragen der Verfügbarkeit, Endlichkeit und nachhaltigen Nutzung von Metallen nur am Rande auf.

Möglichkeiten der Instrumentierung von Energieverbrauchsreduktion durch Verhaltensänderung

Hrsg.: Umweltbundesamt

Abschlussbericht

Das Forschungsprojekt hat untersucht, welche Potenziale neben der Effizienzsteigerung („Effizienz-Strategie“) oder dem Ausbau der erneuerbaren Energien („Konsistenz-Strategie“) bei Maßnahmen mit Verhaltensänderungen („Suffizienz-Strategie“) liegen. Dazu wurden für die Handlungsfelder Wohnfläche, Stromverbrauch in Haushalten/Gewerbe und für das Thema Arbeitszeit Hemmnisse und Potenziale für verschiedene Suffizienz-Maßnahmen ermittelt, Vorschläge für Politikinstrumente erarbeitet und deren Wirkung modelliert. Im Ergebnis zeigt sich, dass Suffizienz-Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur absoluten Reduktion des Energieverbrauchs und zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Damit ihr Potenzial gehoben werden kann, müssen sie jedoch systematischer als bisher in die Energiepolitik integriert werden.

Broschüre

Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft

Hrsg.: Umweltbundesamt

Eine Nachhaltige Entwicklung ist ohne eine konsequente Kreislaufwirtschaft kaum mehr vorstellbar. Doch die Abkehr von einer überwiegend linearen Wirtschaftsweise erfordert viele politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Weichenstellungen. 

Das Umweltbundesamt hat nun an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerichtete Leitsätze erarbeitet, die die Zielsetzungen, Gestaltungsräume, Handlungsmaßstäbe, Anforderungen und Erfolgsfaktoren einer Kreislaufwirtschaft systematisch darlegen. Neun Leitsätze sollen dabei helfen, ein gemeinsames Verständnis zur Kreislaufwirtschaft zu entwickeln und einen strategischen Orientierungsrahmen dafür schaffen, wie sie etabliert werden können.

Broschüre

EU Overshoot Day 10 May 2019 – living beyond nature’s limits

Hrsg.: World Wildlife Fund for Nature

Der Overshoot Day der Europäischen Union (EU) fiel in diesem Jahr auf den 10. Mai. Der Overshoot Day markiert den Tag, an dem die global verfügbaren Ressourcen aufgebraucht sind, die der Planet Erde in einem Jahr wieder erneuern kann. Durch zu hohen Kohlenstoffausstoß, zu hohem Lebensmittelverbrauch und zu viel Flächenverbrauch ist der ökologische Fußabdruck eines*r Jeden von uns so hoch, dass wir 2,8 Erden bräuchten, um den Ressourcenbedarf zu decken, der anfallen würde, wenn alle auf der Welt einen Lebensstil hätten wie wir in Europa. Obwohl in der EU nur 7 Prozent der Weltbevölkerung leben, verbrauchen diese 500 Millionen Menschen 20 Prozent der globalen Ressourcen.

Broschüre

Plastikatlas 2019 – Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff

Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung & Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Auf der einen Seite wächst das Bewusstsein für die Langlebigkeit und die Schädlichkeit für Umwelt und Gesundheit von Plastik. Auf der anderen Seite steigt die Produktion aber stetig und der Stoff ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Damit steigt auch der Handlungsdruck, der Plastikflut zu begegnen und zumindest den Verbrauch von Einwegplastikartikeln zu verringern und so die Müllberge auf Deponien und in der Umwelt zu verringern. Der Plastikatlas gibt einen umfassenden Einblick in die Verwendungen und Risiken von Plastik, benennt Akteure der Plastikkrise und zeigt Handlungsansätze, um das Problem gemeinsam anzupacken.

Broschüre

Ressourceneffizienz im Bauwesen. Von der Planung bis zum Bauwerk

Hrsg.: Zentrum Ressourceneffizienz

Dem Bauwesen als enormer Ressourcenverbraucher kommt im Kontext der aktuellen Nachhaltigkeits- und Umweltpolitik eine besondere Bedeutung zu. Ziel des Bauwesens muss deshalb eine umweltschonende Bauweise ein. Die Broschüre zeigt, wie dieses Ziel unter dem Aspekt der Ressourceneffizienz erreicht werden kann. Dafür ist es erforderlich, die Ressourceneffizienz über den gesamten Lebensweg eines Gebäudes zu betrachten, sprich von der Planung und Errichtung über Nutzung und Modernisierung bis hin zum Rückbau. Das betrifft sowohl die Auswahl der Bauprodukte als auch deren Recycling. Wird der Gebäuderückbau bereits in der Planungsphase mitgedacht, können die Baustoffe recycelt und für die Errichtung neuer Gebäude oder Infrastrukturen als Sekundärbaustoffe genutzt werden. Auf lange Sicht wird so der Abbau von Primärrohstoffen reduziert und die Umwelt geschont. Die Broschüre zeigt praktische Beispiele auf und gibt weiterführende Informationen.

Studie

Decoupling Debunked. Evidence and arguments against green growth as a sole strategy for sustainability

Hrsg.: Europäisches Umweltbüro, Deutscher Naturschutzring & Institut für zukunftsfähige Ökonomien

Lange Zeit galt als gültige Annahme, dass grünes Wachstum unbegrenztes Wirtschaftswachstum erlaubt, da dadurch der Ressourcenverbrauch und die mit ihm einhergehenden Umweltzerstörungen vom Wachstum entkoppelt werden können. Diese Annahme war eine Grundprämisse für die politische Linie und Handlungen der Europäischen Union oder der Vereinten Nationen. Der vorliegende Bericht beurteilt die Haltbarkeit dieser These anhand der Analyse der bestehenden empirischen und theoretischen Auseinandersetzungen mit grünem Wachstum. Dabei zeigt sich, dass es eine absolute Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltschäden bisher nicht nur nicht gegeben hat, sondern es auch nie geben wird. Nur eine auf Suffizienz basierende Wirtschaft und Politik kann einem guten Lebensstandard für alle innerhalb der planetaren Grenzen gerecht werden.

Stärkung der Kreislaufführung von mineralischen Baustoffen mittels freiwilliger Selbstverpflichtung

Hrsg.: Mandy Hinzmann, Ariel Araujo Sosa & Martin Hirschnitz-Grabers; Ecologic Institut

Akteursperspektiven auf Bedarfe und Optionen

Dieses Papier diskutiert mögliche Inhalte einer freiwilligen Selbstverpflichtung des Bausektors, die zum Ziel hat, das Baustoffrecycling und den Einsatz von Sekundärbaustoffen zu stärken.

In Deutschland werden jährlich Sande, Kiese und Natursteine in einer Größenordnung von etwa 500 Mio. Tonnen für heimische Bauaktivitäten verwendet. Gleichzeitig bilden mineralische Bauabfälle den größten Abfallstrom. Sekundärbaustoffe werden bislang überwiegend im Rahmen eines Downcyclings eingesetzt, beispielsweise als Straßenuntergrund, Tragschicht unter Gebäuden oder Verfüllung von Baugruben.

Vor diesem Hintergrund untersucht die Analyse erstens, wie das Baustoffrecycling in Deutschland weiter ausgebaut und professionalisiert werden kann. Zweitens gehen wir der Frage nach, was geändert werden muss, damit insbesondere im Hochbau mehr hochwertige Sekundärbaustoffe eingesetzt werden. Die Analyse basiert auf Interviews mit Akteuren aus den Bereichen Recycling und Entsorgung von Bauabfällen, Zertifizierung von Baustoffen, sowie aus der Baustoffindustrie, dem Baustoffgewerbe und der öffentlichen Hand.

Neben konkreten Vorschlägen für eine freiwillige Selbstverpflichtung des Bausektors werden weitere Maßnahmen aufgezeigt, die als Teil eines Politikmixes die Kreislaufführung von mineralischen Baustoffen stärken können.

Broschüre

Neue Rohstoffkapitel in EU-Handelsabkommen – eine Bestandsaufnahme

Hrsg.: PowerShift e.V., BUND, FDCL, Forum Umwelt und Entwicklung, Grüne Liga e.V. & Stiftung Asienhaus

Auswirkungen auf Umwelt, Menschenrechte und wirtschaftliche Entwicklung

Die Industrien, die in der Europäischen Union ansässig sind, gehören zu den Industrien mit den höchsten Nachfragen an mineralischen Rohstoffen. Durch die geringe Verfügbarkeit von primären Rohstoffen innerhalb der EU folgt eine hohe Importabhängigkeit von Rohstoffen und Produktionsmitteln. Daraus ergibt sich, dass der Zugang zu diesen Rohstoffen ein bedeutender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ist. Die EU greift den Diskurs um die Versorgungsicherheit der ansässigen Unternehmen auf und baut die Sicherung von Importen und Exporten in ihre Rohstoff- und Handelspolitik ein, um die Wettbewerbsfähigkeit und so auch die Absätze der europäischen Unternehmen zu sichern. Dabei geht es neben dem Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen vor allem auch darum, neue Märkte zu öffnen und verschiedene Wirtschaftsbereiche zu liberalisieren, sowie Lizenzvorgaben für die Erkundung und den Abbau von Rohstoffen zu setzen. Diese Bestrebungen der EU werden in den gesonderten Kapiteln, den „Energy and Raw Materials“ (ERM)-Kapiteln, ausformuliert. Die Konsequenzen liegen nicht nur im Bereich des wirtschaftspolitischen Spielraums von Staaten, sondern auch im Schutz von Menschen- und Arbeitsrechten im Bergbausektor.

Die Publikation setzt sich mit den ERM-Kapiteln auseinander, wirft einen besonderen Blick auf die Artikel, die den Abbau und Handel von mineralischen Rohstoffen thematisieren und prüft die Berücksichtigung von Umweltschutz und Menschenrechten. Hieraus werden auch Anforderungen an eine sozial und ökologisch verträgliche Rohstoff- und Handelspolitik formuliert. Darüber hinaus werden die Entstehung und die Entwicklungen der ERM-Kapiteln in den Kontext der europäischen Rohstoffinitiative gesetzt.

Studie

Geeignete Maßstäbe und Indikatoren zur Erfolgskontrolle von Abfallvermeidungsmaßnahmen

Hrsg.: Umweltbundesamt

Abfälle vermeiden schont Ressourcen und schützt Mensch und Umwelt. Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes wurden darum – im Jahr 2013 – Ziele und Maßnahmen festgehalten und bereits mögliche Indikatoren benannt. Bisher ist jedoch unbekannt, wie wirksam diese sind. Um den Erfolg von Abfallvermeidungsmaßnahmen wissenschaftlich messbar zu machen, wurden für eine UBA-Studie geeignete Indikatoren entwickelt.

Die UBA-Publikation zeigt, welche möglichen Bewertungsmaßstäbe für die Messung des Abfallvermeidungserfolges denkbar wären und erarbeitete ein geeignetes Indikatorenset, das eine kontinuierliche Messung des Erfolges von Abfallvermeidungsmaßnahmen ermöglichen würde.

So wird beispielsweise dargestellt, dass in manchen Bereichen die Datenbasis nicht ausreicht, um robuste und glaubhafte Indikatoren zu bilden, sodass mit erst- und zweitbesten Indikatoren (First und Second Best) gearbeitet wurde. Insgesamt wurden 8 Indikatoren formuliert und 12 Kennzahlen entwickelt.

Außerdem wurde eine erste Datenbasis zur Erfassung der Mengen von in Deutschland wiederverwendeten Produkten mithilfe einer Befragung von ca. 400 Wiederverwendungseinrichtungen geschaffen und auf dieser Basis mit einer Hochrechnung für ganz Deutschland eine jährliche Gesamtmenge für Wiederverwendung bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung von 127.000-137.500 Tonnen Elektro(nik)geräten, 43.000 Tonnen für Textilien und 116.600 Tonnen für Möbel bei Wiederverwendungseinrichtungen abgeschätzt. Zudem wurden die Abfallvermeidungsindikatoren für Lebensmittelabfälle vertiefend untersucht und ein Verfahrensvorschlag zur kontinuierlichen Abschätzung der Lebensmittelverluste erarbeitet.

Studie

Der deutsche Rohstoffhunger

Hrsg.: Christliche Initiative Romero e.V.

Ob landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Monokulturen oder wertvolle Erze aus dem Bergbau – deutsche Unternehmen importieren enorme Mengen an Rohstoffen aus den Ländern des Südens für die Herstellung von Alltagsprodukten wie Smartphones oder Donuts. Das Problem: die Gewinnung der Rohstoffe geht mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung einher. Zu oft werden die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort zerstört.

Die Studie „Der deutsche Rohstoffhunger“ der Christlichen Initiative Romero (CIR) zeigt anhand zwei konkreter Fälle zu Palmöl aus Guatemala und Kupfer- bzw. Molybdänerz aus Mexiko auf, welch gravierende Folgen die Rohstoffproduktion für die Menschen in den Abbauländern hat. Deutsche Unternehmen profitieren hingegen durch ihre Geschäftsbeziehungen von eben diesen Verletzungen der Menschenrechte und Umweltnormen.

Die Studie zeigt auch, wie die negativen Folgen vor Ort mit unserer Lebensweise zusammenhängen und warum es für Konsument*innen dennoch schwierig ist, etwas an der Situation zu ändern. Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit eines Lieferkettengesetztes offensichtlich, das deutsche Unternehmen stärker in die Pflicht nimmt.

Hintergrundpapier

Wasserstoff als Schlüssel zur erfolgreichen Energiewende: Den Einstieg jetzt ermöglichen

Hrsg.: IN4climate.NRW GmbH

„Wasserstoff als Schlüssel zur erfolgreichen Energiewende“ – so lautet der Titel des Diskussionspapiers, das IN4climate.NRW gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft veröffentlicht hat und den Einsatz der Technologie für eine klimaneutrale Industrie der Zukunft beschreibt.

Wasserstoff, der mit erneuerbaren Energiequellen Kohlenstofffrei erzeugt wird, wird in Zukunft eine tragende Rolle bei der Energiewende und damit der künftigen Energieversorgung spielen. Daraus ergibt sich eine enorme Nachfrage an Wasserstoff sowie damit verbunden Handlungsbedarf in den Bereichen Transport, Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff.

Das Diskussionspapier betrachtet die Potenziale und Herausforderungen die Wasserstoff als Energiequelle mit sich bringt. Ebensoe werden Szenarien entwickelt, die die zukünftige Rolle von Wasserstoff diskutieren, sowie konkret den Standort Nordrhein-Westfalen als wesentlichen Produktionsort betrachten.

Hintergrundpapier

Wege in eine ressourcenschonende Treibhausgasneutralität

Hrsg.: Umweltbundesamt

Executive Summary der RESCUE-Studie

Das RESCUE-Projekt beschreibt in sechs Szenarien mögliche Lösungs- und Handlungsspielräume für Wege in eine ressourcenschonende Treibhausgasneutralität in Deutschland. Durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen wie die Umstellung auf erneuerbare Energien, Energie- und Materialeffizienz und Lebensstiländerungen können die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent bis 97 Prozent gegenüber 1990 gemindert werden. In Verbindung mit einer nachhaltigen land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung können Netto-Null-Emissionen erreicht werden. Der Primärrohstoffkonsum wird um 56 Prozent bis 70 Prozent reduziert (allerdings kommt es auch zu einer Mehrinanspruchnahme einzelner zentraler Rohstoffe, z. B. Metalle). Das vorliegende Executive Summary beschreibt die zentralen Ergebnisse des Projekts.

Bericht

Governance einer effizienten und nachhaltigen Ressourcennutzung – Abschlussbericht PolRess II

Hrsg.: Klaus Jacob Rafael Postpischil und Lisa Graaf (FU Berlin), Friedhelm Keimeyer (Öko Institut) & Matrin Hirschnitz-Grabers (Ecologic Institut)

Weltweit hat die Inanspruchnahme von Ressourcen in letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen, dieser Trend wird absehbar auch weiter zunehmen. Länder mit hohen Einkommen weisen dabei die mit Abstand höchsten Bedarfe auf. Wenn in anderen Teilen der Welt die Res-sourcennutzung mit wachsendem Einkommen gleichermaßen zunimmt, wäre dies mit erheblichen ökologischen und sozialen Folgewirkungen verbunden. In Deutschland konnte zwar eine relative Entkopplung der Gesamtrohstoffproduktivität erreicht werden, eine absolute Entkopplung mit sinkender Rohstoffinanspruchnahme blieb bislang jedoch aus. Auf Grundlage der Analysen des Projektes „Politiken zur Stärkung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms“ (PolRess II) werden in diesem Bericht Optionen für die Weiterentwicklung der deutschen Ressourcenpolitik aufgezeigt und deren mögliche Vor- und Nachteile diskutiert. Es zeigen sich verschiedene und teils konkurrierende Schwerpunktsetzungen der beteiligten Akteure: Umweltakteure stellen regelmäßig die Notwendigkeit einer Ressourcenschonung heraus und fordern entsprechendes Handeln, während wirtschaftspolitische Akteure Innovation und Wettbewerbsfähigkeit durch Ressourceneffizienz betonen. Bisher ist der Strategieprozess des deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess) integrativ und (minimal)konsensorientiert ausgerichtet und orientiert sich dabei an Förderungen sowie informatorischen und freiwilligen Instrumenten. Vor diesem Hintergrund steht die deutsche Ressourcenpolitik vor zwei grundsätzlichen Optionen (mit vielen möglichen Abstufungen). Sie könnte einerseits den bisherigen kooperativen Ansatz als Ressourceneffizienzstrategie vertiefen, den thematischen Zuschnitt beibehalten, das bisherige Zielsystem ggf. sukzessive um materialspezifische Ziele ergänzen und den Strategieprozess punktuell stärken. Andererseits könnte bei einer Umorientierung zu einer Ressourcenschonungsstrategie der thematische Zuschnitt um weitere natürliche Ressourcen erweitert werden, eine absolute Entkopplung der Wirtschaftsleistung von der Ressourceninanspruchnahme oder gar Obergrenzen der Ressourcennutzung angestrebt werden. Die entsprechende Instrumentierung würde vermehrt auf Ordnungsrecht und ökonomische Instrumente setzen. Für diese Option erscheinen die gegenwärtigen Prozesse und Institutionen, in denen Ressourcenpolitik entwickelt wird, jedoch nicht ausreichend durchsetzungsstark. Vielmehr scheint dafür ein externer Impuls von Nöten, bspw. aus dem Bereich Klimaschutz, von politscher Seite, anderen politischen Ebenen wie der EU oder aus der Zivilgesellschaft.

Studie

Klimaneutrale Industrie. Schlüsseltechnologien und Politikoptionen für Stahl, Chemie und Zement

Hrsg.: Agora Energiewende & Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Weil Deutschland bisher keine dezidierte Klima- und Innovationspolitik für die Grundstoffindustrie verfolgt, droht ein massiver Investitionsrückgang in diesem Wirtschaftszweig mit seinen 550.000 Beschäftigten. Denn Investitionen in die alten, CO2-intensiven Technologien sind angesichts des Ziels der Klimaneutralität 2050 nicht erfolgversprechend. Auf der anderen Seite fehlt auch für die neuen, CO2-neutralen Technologien der Business Case. Agora Energiewende und das Wuppertal Institut schlagen deshalb für die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie ein Sofortprogramm vor. Zusammen mit weiteren Politikinstrumenten soll es die notwendige Investitionssicherheit in der Grundstoffindustrie herstellen, sodass diese bis 2050 weitgehend klimaneutral werden und an Innovationskraft gewinnen kann.

Für den Klimaschutz ist die energieintensive Grundstoffindustrie ein entscheidender Faktor: Sie stößt gut ein Fünftel der Treibhausgase in Deutschland aus und muss ihre Emissionen damit bis 2050 um rund 180 Millionen Tonnen CO2 senken, um annähernd klimaneutral zu werden. Hierfür ist eine Trendumkehr notwendig, denn in den vergangenen zehn Jahren stagnierten die Emissionen.

Die Studie schlägt sieben Maßnahmen vor, die innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden können:

  1. Staatliche Förderung klimafreundlicher Produktionsverfahren, sogenannte Carbon Contract for Difference (CfD), in den Sektoren Stahl, Chemie und Zement. Die Förderhöhe soll über Ausschreibungen ermittelt werden.
  2. Einführung einer Klima-Umlage auf Endprodukte wie Stahl, Aluminium, Zement und Plastik, um die CfD-Förderung zu refinanzieren
  3. Selbstverpflichtung des Bundes, bei größeren Bauprojekten klimafreundliche Materialien zu verwenden und klimafreundliche Fahrzeuge zu nutzen.
  4. Quote für grünen Wasserstoff afu den Abssatz von Erdgas: Sie soll zum Aufbau von Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff beitragen.
  5. Einstieg in die Kreislaufwirtschaft, um langfristig Stoffkreisläufe zu schließen und so die Verbrennung von Abfall und den Einsatz neuer Rohstoffe zu vermindern.
  6. Europäische Koordination durch Einführung dieser Instrumente auch auf EU-Ebene
  7. Eintreten der Bundesregierung für einen globalen CO2-Preis auf UN-Ebene
Studie

Die Zukunft im Blick: Sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Trends der Ressourcenschonung

Hrsg.: Umweltbundesamt

Technologische Entwicklungen und Trends, können signifikant zu Ressourcenschonung beitragen. Wie sie konkret wirken hängt jedoch stets von den gesellschaftlichen Kontextfaktoren ab. Neben politischen Rahmenbedingungen sind hier soziale Routinen, Handlungsmuster und Konsumstile bedeutsam, da sie einen erheblichen Einfluss auf den individuellen und gesamtgesellschaftlichen Ressourcenbedarf besitzen. Die vorliegende Trendanalyse untersucht daher systematisch, wie sich sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Trends auf die Inanspruchnahme von Ressourcen auswirken können. Die Ergebnisse dieser Trendanalyse legen nahe, dass es übergreifende und ganzheitliche Ansätze und seitens der Politik einen Policy Mix mit passgenauen Instrumenten zur Erreichung von Ressourcenschonung erfordert.

Broschüre

Die Zukunft im Blick: Technologie-Trends im Nexus von Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Hrsg.: Umweltbundesamt

Neben der notwendigen Umsetzung von Treibhausgasminderungen ist die Senkung des Ressourcenverbrauches ein wichtiges Ziel der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik. Bislang fehlt die systematische Untersuchung über den Einfluss von Maßnahmen des einen auf das andere Politikfeld. Der Nexus-Ansatz von Klima – und Ressourcenpolitik schließt diese Lücke.

In der Broschüre werden  zehn Technologietrends näher vorgestellt, die auf Grundlage der systemischen Trendanalyse als besonders relevant für den Nexus Klima und Ressourcennutzung identifiziert wurden.

Hierbei standen folgende Fragen im Zentrum: Hat der Trend direkte oder indirekte Auswirkungen auf die Entnahme von Rohstoffen? Sind konkrete Rohstoffe besonders relevant (z. B. Metalle, biotische Rohstoffe)? Gibt es Rohstoffe, die zur Herstellung eines bestimmten Vorproduktes benötigt werden (z. B. Chemikalien in der Industrie, die nicht direkt erkennbar sind, wenn das Produkt betrachtet wird)? Wie ist die grundsätzliche Klima- und Ressourcenwirkung der Trends und der Wechselwirkungen?

Positionspapier

Herausforderungen für eine nachhaltige Stoffpolitik

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

Dieses Positionspapier zeigt auf, dass Stoffe Auswirkungen auf planetarer Ebene haben, die – ähnlich wie der Klimawandel und der Biodiversitätsverlust – das ökologische Gleichgewicht des ganzen Planeten in Frage stellen. Ebenso verdeutlicht es, dass Persistenz eine zentrale Gefahr darstellt, der konsequent begegnet werden muss. Das ist vergleichbar mit der Kernenergie, mit radioaktiven Abfällen oder mit Kohlendioxid beim Klimawandel, die ebenso langfristige Probleme machen.

Des Weiteren fokussiert das Positionspapier auf das Vorsorgeprinzip und auf ein nachhaltiges Stoffstrommanagement mit einer besonderen Betonung der Suffizienz als Lösungsansatz. 

Studie

Debattenanalyse Digitalisierung und Ressourcenpolitik

Hrsg.: Camilla Kassenböhmer, Lisa Graaf, Rafael Postpischill und Klaus Jacob

Die Debattenanalyse analysiert den deutschen Diskurs zu Potenzialen und Risiken der Digitalisierung für die Ressourcenpolitik. Das Papier analysiert die Sichtweisen verschiedener Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaftsverbänden, Politik und Wissenschaft, um gemeinsame Narrative zu identifizieren und daraus Handlungsoptionen und Maßnahmen für die Politik ableiten zu können. Aus einer umweltpolitischen Perspektive und insbesondere aus der Perspektive von Ressourcennutzung sind damit unterschiedliche Erwartungen verbunden: In der Debatte werden sowohl Hoffnungen für eine Steigerung der Effizienz und Schonung von natürlichen Ressourcen geäußert als auch Befürchtungen, dass es zu einer Ausweitung von Ressourcennutzung mit problematischen Folgewirkungen kommen könnte.
Der Diskurs ist außerdem gekennzeichnet von der Einschätzung, dass die notwendige Gestaltung eher Aufgabe der Innovationspolitik, Infrastrukturentwicklung, ggf. auch Entwicklungszusammenarbeit oder Handelspolitik ist. Umweltpolitik wird allenfalls in Ausnahmen in einer zentralen Rolle gesehen. Für die Umweltpolitik bedeutet dies zunächst eine vorsorgende umweltorientierte Gestaltung der Digitalisierung als Integrationsaufgabe anzustreben. Umweltanliegen müssen in den relevanten Politikbereichen Geltung erhalten und schon in der Innovationsförderung Berücksichtigung finden.

Informationsblatt

Landraub für deutsche Autos

Hrsg.: PowerShift

Wie ein Bergbaukonzern beim Bauxit-Abbau in Guinea Menschenrechte verletzt.

Die Bundesregierung bürgt in Guinea für den Ausbau einer Mine für einen Millionen-Kredit. 80.000 Menschen sind von den negativen Auswirkungen dieser Mine betroffen: Sie werden umgesiedelt, verlieren fruchtbares Land und den Zugang zu Trinkwasser. Drei Flüsse, die ein angrenzendes Dorf mit Wasser versorgten, sind in Folge des Bauxit-Abbaus versiegt. Entschädigungen erhalten die Menschen nicht. Die Bundesregierung vergab ihre Kreditbürgschaft, obwohl sie durch eine Studie des Umweltbundesamtes frühzeitig von den menschenrechtlichen Folgen des Bergbaus wusste.

Das Bauxit aus Guinea landet in Deutschland als Aluminium in Autos. Im Jahr 2017 kamen 93 Prozent der deutschen Bauxitimporte aus Guinea. Die Bundesregierung hat hier eine besondere Verantwortung. Für die Rohstoffversorgung der deutschen Automobilindustrie darf sie die Menschenrechte nicht außer Acht lassen. Die Bundesregierung muss ihrer menschenrechtlichen Sorgfalt nachkommen und ihre Kreditgarantien viel stärker an die Einhaltung von Menschenrechten knüpfen.

Positionspapier

Nein zum Raubbau an der Tiefsee

Hrsg.: AG Tiefseebergbau des Forums Umwelt und Entwicklung

Der Bedarf an Ressourcen – vor allem Metallen – in der Produktion von Maschinen, Automobilen und elektrischen Geräten ist enorm und wird im Zuge der gesellschaftlichen Transformationen noch ansteigen. Da die Lagerstätten an Land nur geringe Erträge liefern und auch mehr oder weniger schnell erschöpft sind, rücken die maritimen Lagerstätten in den Fokus. Um die rohstoffintensive Industrie in Deutschland zu erhalten, unterstützt die Bundesregierung eine ganze Reihe von Forschungs- und Industrieinitiativen, die den Tiefseebergbau vorantreiben. Im Positionspapier richten 15 Nichtregierungsorganisationen einen Forderungskatalog an die Bundesregierung für einen effektiven Meeresschutz, auch und besonders der Hochsee, sowie für eine restriktive Beschränkung des Tiefseebergbaus, auch mit Blick auf menschenrechtliche Sorgfaltspflichten.

Broschüre

Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit – Diesel, Benzin, Elektro: Die Antriebstechnik allein macht noch keine Verkehrswende

Hrsg.: Bischöfliches Hilfswerk MESEREOR e.V., Brot für die Welt Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. & PowerShift – Verein für eine solidarische Energie- und Weltwirtschaft e.V.

Der Autoverkehr und gebunden daran der wachsende Individualverkehr stehen zunehmend in der Kritik, vor allem aufgrund der hohen Emissionen aus diesem Bereich. Der Verkehrssektor ist in Deutschland für ein Fünftel aller CO2-Emissionen verantwortlich. Hinzu kommen Feinstaub und Stickoxide. Zurzeit stellen Elektroautos die beste Alternative zum Verbrennungsmotor dar. Doch die energieintensive Batteriezellenproduktion und die Elektrifizierung des Verkehrs werden den Stromverbrauch, den Flächenverbrauch und den Rohstoffbedarf für erneuerbare Energien enorm steigern. Hinzu kommt der Trend, immer größere und ressourcenintensivere Autos zu bauen. Die sozialen und ökologischen Folgen des steigenden Energie- und Rohstoffbedarfs werden externalisiert, also in Länder ausgelagert, in denen Rohstoffbau betrieben wird, die aber nicht Nutznießer der Weiterverarbeitung sind. In der aktuellen Debatte um die Verkehrswende wird über eine Veränderung des Verkehrs kaum gesprochen. Alternativen zum Auto und eine Reduzierung der mit Pkw gefahrenen Kilometerzahl tauchen kaum auf. Die vorliegende Broschüre will dies ändern. Durch das Aufzeigen der Folgen des Autoverkehrs sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektroantrieb sollen Alternativen zu Autos mehr in den Fokus gerückt werden.

Broschüre

Rohstoffpolitik 2.0 – Für eine umwelt- und klimafreundliche Ressourcenpolitik

Hrsg.: Deutscher Naturschutzring

Die Broschüre bildet den Abschluss des Projektes des DNR und thematisiert die stoffliche Basis unseres Wirtschaftens. Neben expliziten Beispielen für eine zerstörerische Praxis beim Abbau von Rohstoffen wie dem Tiefseebergbau werden auch verschiedene Instrumente zum Management des Ressourcenverbrauchs vorgestellt, aber auch alternative Denk- und Umsetzungsansätze wie Postwachstum behandelt. Im Fokus steht immer die Senkung und Umgestaltung unseres Rohstoffverbrauchs, auch mit Blick auf die globale Verantwortung für unseren Ressourcenverbrauch.

Broschüre

Kobalt. Kritisch hoch 3

Hrsg.: INKOTA-Netzwerk e.V. & Ökumenisches Netzzentralafrika

Kritisch aus Sicht der Industrie, die abhängig ist von großen Mengen des Rohstoffes für die Technologien der Zukunft, insbesondere Batterien. Kritisch aus Sicht von Menschenrechts-  und Umweltorganisationen weltweit, die tagtägliche Menschenrechtsverletzungen, ökologische Desaster und soziale Missstände rund um den Kobaltabbau nicht länger hinnehmen wollen. Kritisch für Arbeiter*innen im Kleinbergbau in der Demokratischen Republik Kongo, die einen wesentlichen Teil des weltweit begehrten Kobalts unter höchst riskanten Bedingungen aus der Erde holen.
Das neue Kobalt-Dossier von INKOTA macht klar: Wer Kobalt nutzt, muss auch Verantwortung übernehmen für die Wahrung von Menschenrechten und ökologischen Standards entlang der gesamten Lieferkette. Aktuell ist dies leider noch nicht der Fall.

In zwei Teilen stellt das Dossier die wichtigsten Fakten rund um den begehrten Rohstoff dar. Teil 1 beleuchtet dabei den Status Quo des weltweiten Kobaltabbaus und setzt einen Fokus auf die Demokratische Republik Kongo, Hauptlieferant für Kobalt weltweit. Teil 2 bietet klare und konstruktive Handlungsansätze, um die Kobaltlieferkette fair zu gestalten.

Hintergrundpapier

Wege aus der Reparaturkrise? – Das US-amerikanische „Right to Repair“

Hrsg.: Germanwatch e.V.

Die Reparatur defekter Produkte hat einen schweren Stand und droht immer weiter ins Hintertreffen zu geraten. In den USA wollten sich Aktivist*innen damit nicht zufriedengeben und haben einen alternativen Gesetzesvorschlag entwickelt. Der in mittlerweile 17 Bundesstaaten eingereichte Right to Repair-Gesetzesvorschlag hat sowohl in den USA als auch in Europa und Deutschland große Aufmerksamkeit erhalten. Mit konkreten Vorschlägen sollen die Rahmenbedingungen für die Reparatur verbessert werden, speziell die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Reparaturanleitungen, Werkzeug und Diagnose-Software für einzelne Verbraucher*innen, Tüftler*innen in der freien Reparaturszene und auch für professionelle Werkstätten. Zurückgreifen kann die Bewegung auf Erfahrungen aus dem Kfz-Sektor und dem Agrarsektor. In diesem Papier wird der US-Right to Repair Act genauer analysiert. Wir betrachten den Entstehungskontext in den USA, untersuchen den Inhalt auf Erfolgsfaktoren und ergründen, inwieweit eine ähnliche Lösung für Deutschland und die EU sinnvoll sein könnte.

Broschüre

Rohstoffe für die Energiewende – Menschenrechtliche und ökologische Verantwortung in einem Zukunftsmarkt

Hrsg.: Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V.

Im Dezember 2015 einigte sich die Weltgemeinschaft auf ein neues Klimaabkommen ab 2020. Zentral war dabei die Verpflichtung aller 195 Staaten, die Erderwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen. Dies sollte vor allem durch die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und einer globalen Energiewende basierend auf der Nutzung erneuerbarer Energien erreicht werden. Die Bedeutung, die die verschiedenen Formen der Wasserkraft, Geothermie, Biomasse, Solarenergie und Windkraft an der gesamten Energieversorgung beitragen, steigt stetig. Insbesondere die Wind- und Solarkraft bekommt eine zunehmende Relevanz. Gerade deswegen darf nicht außer Acht gelassen werden, woher die Rohstoffe, die für den Bau von Windkraft- und Fotovoltaikanlagen benötigt werden, kommen und unter welchen Umständen sie abgebaut werden.

In der vorliegenden Studie wird diese Fragestellung aufgegriffen und mit Fokus auf die Wind- und Solarbranche untersucht. Dafür wurden Fragebögen an 21 Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien geschickt. Die Studie liefert einen Beitrag, die Probleme und Herausforderungen im Sektor der erneuerbaren Energie zu benennen, um Lösungsansätze zu erarbeiten.

Broschüre

Dialog Degrowth: raus aus der Komfortzone

Hrsg.: Denkhausbremen e.V.

In der zweiten Publikation des Formats „Dialog Degrowth“ wird das Gespräch mit Aktiven von BUND, Greenpeace, Konzeptwerk Neue Ökonomie, NABU, Naturfreunde und WWF gesucht. Dabei steht die Frage über die Wichtigkeit von Umweltverbänden im Fokus und die Suche nach Lösungsstrategien, um die Handlungsfähigkeit zu wahren. Die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre zwingen auch den Umweltverbänden ein Umdenken in der Wahl der Mittel und der Strategie auf. Dass Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit untrennbar verhandelt werden müssen, ist allen Umweltverbänden klar. Doch wie sieht es aus, wenn es um das Wirtschaften geht? Welche Strategien sind hier zielführend, um auch wachstumskritische Debatten aufzugreifen und neue Verbündete zu gewinnen? In sechs Interviews wird die Zukunftsfähigkeit der deutschen Umweltverbände diskutiert.

Broschüre

Ende der Verschwendung. Mit der Ressourcenwende zum guten Leben für alle

Hrsg.: Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

Unsere Lebens- und Wirtschaftsweise hat einen riesigen Ressourcenverbrauch. Wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie in Deutschland, dann wären mehr als drei Planeten notwendig, um den Bedarf an Rohstoffen, Wasser und Ackerflächen zu decken. Wir leben also auf Kosten von Menschen, die ein ressourcenärmeres Leben führen, vor allem in Ländern des Globalen Südens. Die Broschüre zeigt, welche Auswirkungen unser Ressourcenhunger auf Menschen und Natur hat. Außerdem wird ein Blick darauf geworfen, was mit den Ressourcen passiert, wenn sie zu Müll geworden sind, sowie Ideen und Anregungen wie eine Ressourcenwende gelingen kann.

Studie

Energie- und Ressourcenverbräuche der Digitalisierung

Hrsg.: Öko-Institut e.V.

Der technologische Wandel und die zunehmende digitale Vernetzung betreffen alles Sphären: Infrastrukturen, Produktionsstätten, Verwaltungen, bis hin zu Privathaushalten. Folge ist eine Zunahme der eingesetzten Informations- und Kommunikatiosntechnologien (IKT). Diese beinhalten ein vielfältigen Materialmix, von Halbleitermaterialien, Metallen und Kunststoffen. Auch wenn die IKT-Produkte nur geringe Metallmengen pro Produkt bei der Herstellung benötigen, so ist findet sich auch in diesem Sektor eine wachsende Ressourcenintensität. Grund dafür ist vor allem die enorme Geschwindigkeit der Innovationen und die damit verbundene wachsende Anforderungen an die verwendeten Materialien. Aber auch die steigende Produktion infolge des Massenkonsums und der Kurzlebigkeit der Produkte führen zu einem steigenden Ressourcenverbrauch. Die hohe Ressourcenintensität der IKT ist Folge der energie- und materialintensiven Porzessen bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung der Rohstoffe. Das Gutachten betrachtet die Entwicklung des globalen Bedarfs an Energie und Ressourcen der Digitalisierung unter Berücksichtugng der eben genannten Faktoren.

Studie

Am anderen Ende der Lieferkette

Hrsg.: WEED - Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung e.V.

Was tun IT-Hersteller für einen verantwortungsvollen Bezug von Rohstoffen?

Die Produktion von PCs, Smartphones, Druckern und sonstigen IT-Produkten geht entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen einher. Dies beginnt schon beim Abbau der benötigten mineralischen Rohstoffe, der häufig mit Konflikten und schweren Menschenrechtsverletzungen verknüpft ist. Hierzu gehören Kinderarbeit, Zwangsarbeit, mangelnder Sicherheits- und Gesundheitsschutz, negative Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen auf umliegende Gemeinden, Zwangsumsiedlungen und die als „Konfliktmineralien“-Problematik bekannte Finanzierung bewaffneter Gruppen.

Was tun IT-Hersteller, um solche Missstände „am anderen Ende der Lieferkette“ zu verhindern? Der Bericht untersucht die Handlungsansätze von insgesamt 19 IT-Herstellern zu verantwortungsvollem Bezug von Rohstoffen.

Broschüre

Ressourcenschonung als Zukunftsaufgabe

Hrsg.: Umweltbundesamt

Ansatzpunkte für eine systemische Ressourcenpolitik

Die große Zahl an zu betrachtenden Rohstoffen und Materialien, Akteuren mit unterschiedlichen Interessen und die vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten und Vernetzungen machen die politische Steuerung der Ressourcennutzung bzw. Ressourcenschonung zu einem äußerst komplexen System. Die vorliegende Broschüre aus dem SimRess-Projekt zeigt in fünf Thesen, dass eine integrative und systemisch konzipierte Ressourcenpolitik dazu beiträgt, die Ziele des Ressourcenschutzes und des Klimaschutzes zu erreichen. Die Berücksichtigung der systemischen Zusammenhänge und unterschiedlichen Politikfelder ermöglicht eine wirksame und effiziente Zielerreichung und zeigt zukünftige Handlungsfelder auf.

Studie

Potenziale und Kernergebnisse der Simulationen von Ressourcenschonung(spolitik)

Hrsg.: Umweltbundesamt

Endbericht des Projekts „Modelle, Potenziale und Langfristszenarien für Ressourceneffizienz“ (Sim-Ress)

Im Projekt SimRess wurden die potentiellen Auswirkungen zukünftiger ressourcenpolitisch relevanter Entwicklungen und Strategien auf wichtige Umwelt- und Wirtschaftsindikatoren getestet. Mittels einer Trendanalyse wurden zunächst Entwicklungen identifiziert, die zukünftig positiv wie negativ Einfluss auf die Nutzung natürlich Ressourcen in Deutschland und global nehmen könnten. Diese Entwicklungen wurden dann in unterschiedliche Szenarien eingebettet, die als Rahmen für die Simulation potentieller Auswirkungen im ökonometrischen Modell GINFORS3 und im systemdynamischen Modell WORLD6 sowie in einem soft-link beider Modelle dienten.

Artikel

Contemporary Resource Policy and Decoupling Trends – Lessons Learnt from Integrated Model-Based Assessments

Hrsg.: Multidisciplinary Digital Publishing Institute; Mark Meyer, Martin Hirschnitz-Grabers & Martin Distelkamp

Addressing climate change and natural resource depletion has been key to the international and national sustainability agenda for almost 30 years. Despite existing efforts, global CO2 emissions and raw material use levels continue to grow. This seems to suggest the need for more systemic approaches in environmental policy. The authors, among them Ecologic Institute’s Dr. Martin Hirschnitz-Garbers, call upon policy makers to integrate rebound mitigation strategies and move beyond exclusively improving efficiency to tackling structural and behavioural changes.

Our paper contributes modelling results to assess the potential of efficiency improvements to achieve absolute decoupling of global raw material use and environmental impacts from economic growth. We apply the global, dynamic MRIO model GINFORS to simulate potential effects of raw material efficiency improvements in production against a climate mitigation scenario baseline.

Our simulation experiments indicate that (rather radical) progress in the raw material efficiency of production technologies in concert with extensive climate mitigation efforts could enable an absolute decoupling of resource use and CO2 emissions from GDP growth at a global level and for some countries. The absolute raw material extraction levels achieved, however, still exceed the material use reduction targets suggested by sustainability scientists. Our findings highlight that achieving such targets without addressing rebound effects is implausible.

Hintergrundpapier

Co-creation in Sustainability Science

Hrsg.: Ecologic Institut, Martin Hirschnitz-Grabers

Dieser Policy Brief untersucht und erklärt das Konzept von Co-Creation im spezifischen Kontext der Nachhaltigkeitswissenschaft. Darüber hinaus werden die Nutzung und das Potenzial im Rahmen der europäischen Forschungs- und Innovationsförderung eingehend untersucht. Auf dieser Grundlage werden eine Reihe von Lehren aus der Anwendung des Konzepts gezogen und konkrete politische Empfehlungen gegeben. Der RECREATE Policy Brief von Dr. Martin Hirschnitz-Garbers vom Ecologic Institut steht als Download zur Verfügung.

Die Kernbotschaften des Policy Briefs sind:

  • Co-Creation ist ein Mittel zur Verbesserung und Förderung der Beteiligung von Endnutzer*innen durch aktive Beteiligung an Innovationsprozessen. Es wird davon ausgegangen, dass dies eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt, wie z.B. zusätzliche Kenntnisse und Kreativität, Aufbau von Partnerschaften und Vertrauen, Steigerung der Zufriedenheit der Endnutzer*innen sowie Förderung von Legitimität und Akzeptanz.
  • Die Umsetzung von Co-Creation ist aus verschiedenen Gründen eine Herausforderung:
    • Unterschiedliche Werte für wissenschaftliches und außerwissenschaftliches Wissen – Vermischung von ‚objektivem empirischem Wissen‘ mit ’subjektivem und wertendem‘ Wissen
    • Notwendigkeit eines ‚interkulturellen‘ Dialogs zwischen Wissenschaftler*innen und gesellschaftlichen Akteuren, um verschiedene Arten von Wissen zu übersetzen und zu integrieren.
    • Mangelnde Flexibilität bei der F&I-Finanzierung zur Anpassung von Projekten an sich abzeichnende Möglichkeiten der Co-Creation
    • Mangelnde Kenntnisse in Wissensintegration und Politik-Praxis-Übersetzung/-management
  • Die europäische Forschungs- und Innovationspolitik könnte gemeinsame Nachhaltigkeitsinnovationen fördern, z.B. durch
    • Förderung der konzeptionellen Klarheit für den Begriff Co-Creation und Erarbeitung einer verbindlichen und klaren Definition in den Ausschreibungstexten für H2020 sowie zur Kohäsions- und Regionalpolitik
    • Anpassung bestehender und Entwicklung neuer Förderinstrumente für flexiblere und offenere Formen der Wissenschaftsförderung
    • Förderung von Kompetenzen zur Wissensintegration in der wissenschaftlichen Bildung
Broschüre

Protecting natural resources by creating material cycles in the construction sector

Hrsg.: Kommission Nachhaltiges Bauen am Umweltbundesamt

In its brochure „Protecting natural resources by creating material cycles  in the construction sector „, the Commission for Sustainable Construction Agency (KNBau) explains how material cycles in the construction sector can be better implemented. The KNBau identifies two fields of action: the recovery of secondary raw materials from existing structures and the planning of resource-conserving structures recyclable in the future. Among other things, it recommends to the public sector how to achieve high recycling rates for construction and demolition waste –  by supporting innovative technologies and by promoting the acceptance among construction specialists, e.g. through further training courses.

Broschüre

Ressourcenfluch 4.0 – Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Rohstoffsektor

Hrsg.: PowerShift e.V. - Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft steckt – mit regional unterschiedlicher Intensität – in der Krise. Das Wirtschaftswachstum wird seit Jahren kleiner oder stagniert und die neoliberale Wirtschaftspolitik hat die globale Wirtschaft nicht regulieren können. Hoffnung bringt hingegen gerade die anstehende vierte industrielle Revolution. Unter der Industrie 4.0 wird die Digitalisierung und Automatisierung der Produktion verstanden. Damit einher geht die Entwicklung von sogenannten Zukunftstechnologien, aber auch weitere wirtschaftliche (und auch gesellschaftliche) Transformationen wie die Energiewende oder die Verkehrswende. Dies alles bedarf vieler Ressourcen und Rohstoffe. Neben den gängigen und bereits massenhaft geförderten und produzierten Rohstoffen steigt auch der Bedarf an sogenannten Spezialmetallen. Die Rohstoffgewinnung inklusive der ökologischen und sozialen Folgen wird von den Industrieländern im Globalen Norden in die Abbauländer ausgelagert. Die Publikation widmet sich nicht nur der Frage, was Industrie 4.0 eigentlich ist und welche Zukunftstechnologien dabei thematisiert werden, sondern auch, welche Rohstoffe dabei benötigt werden und welche Herausforderungen beim Abbau auftreten. 

Broschüre

Dialog Degrowth: Wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft besser gestalten

Hrsg.: Denkhausbremen e.V.

In dem Format „Dialog Degrowth“ diskutieren Umweltverbände und wachstumskritische Initiativen soziale und ökologische Lösungsansätze und rücken damit die wachstumskritische Debatte mehr in den Fokus. Seit dem Aufkommen der Diskussionen über das Wirtschaftswachstum in den 1970er-Jahren haben sich auch verschiedene Umweltverbände mit der Thematik auseinandergesetzt und sich wachstumskritischen Positionen angeschlossen. Denkhausbremen führt zusammen mit dem Forum Umwelt und Entwicklung Interviews mit sechs aktiven und ehemaligen Hauptakteur*innen vom WWF, dem NABU, Greenpeace, den NaturFreunden, dem DNR und dem BUND durch, die über Strategien und aktuelle und vergangene Lösungsansätze berichten. Mit Hilfe der Reflexion der eigenen Geschichte und besonders den eigenen Fehlern, aber auch Erfolgsgeschichten lässt die Zukunft besser gestalten.

Studie

Ressourcenpolitik und planetare Grenzen: Analyse möglicher naturwissenschaftlicher Begründungszusammenhänge für ressourcenpolitische Ziele

Hrsg.: Matrin Hirschnitz-Garbers & Stefan Werland, Ecologic Institut - Forschungszentrum für Umweltpolitik

In der vorliegenden Analyse werden Zielsetzungen aus weitestgehend etablierten Umweltpolitikfeldern sowie die dahinterliegenden Argumentationslinien, die diesen Zielsetzungen zugrunde liegen, offengelegt. Hintergrund ist, dass es für die globale absolute Nutzung abiotischer Rohstoffe bislang keinen politisch festgelegten Zielwert gibt und damit die Evaluation der Wirksamkeit bzw. das Anpassen politischer Strategien und Maßnahmen zum Ressourcenschutz erschwert ist. Die aus dieser Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse werden auf ihre Anwendbarkeit auf die Ressourcenpolitik allgemein und auf spezifische Rohstoffkategorien aus dem deutschen Ressourceneffizienzprogramm hin eingeschätzt. Bei der Untersuchung werden jeweils ökologische, soziale und ökonomische Begründungszusammenhänge gesucht und ggf. beschrieben.

Informationsblatt

Mehr Lebensqualität – weniger Ressourcenverbrauch: Argumente für Suffizienz

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. & Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

„Suffizienz“: schon einmal gehört? Der Begriff mag zunächst etwas sperrig klingen. Im Lateinischen bedeutet „sufficere“ ausreichen, genügen – und kann in unserem Umfeld konkrete Formen annehmen. In städtischen Gärten, mit Repair-Cafés und Leihläden setzen sich zahlreiche Initiativen – auch der BUND und die BUNDjugend – landauf landab für Entschleunigung, gemeinschaftliche Nutzung von Gütern und weniger Konsum ein. Es geht bei der Suffizienz um die Frage nach dem rechten Maß und das gute Leben, individuell und in globaler Verantwortung.

Wer für “Weniger ist mehr” einsteht, stößt oft auf Skepsis oder gar Ablehnung, deswegen gibt dieser Flyer Anregungen, wie Gesprächspartner*innen und gängigen Gegenargumenten begegnet werden kann.

Broschüre

Ein gutes Leben für alle! Eine Einführung in Suffizienz

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Baden-Würtemberg & Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend)

Das lateinische „sufficere“ heißt so viel wie „ausreichen, genug sein“. Und genau darum geht es in der vorliegenden neuen Broschüre. Suffizienz bedeutet zunächst einmal: zu fragen, wie viel genug sein kann. Mehr und mehr berührt dies die grundlegenden Fragen unserer Zeit. Wie können wir die Fülle unserer natürlichen Lebensgrundlagen langfristig sichern? Und wie diese Grundlagen gerecht verteilen?

Auf rund 80 bunt illustrierten Seiten suchen der BUND und die BUNDjugend Baden-Württemberg nach Antworten. Neulinge erfahren, was die Suffizienz mit dem eigenen Lebensstil zu tun hat, welche guten Beispiele es bereits für den persönlichen Alltag, für Kommunen und Organisationen gibt und was Politik und Wirtschaft beitragen müssen.

Auch wer damit inhaltlich schon vertrauter ist, wird viele Denkanstöße erhalten. Allen, die ihr Umfeld sofort suffizienter gestalten wollen, hilft das umfangreiche Praxiskapitel weiter. Politisch interessierte und engagierte Leser*innen bekommen hier Tipps, wie sich kommunale Maßnahmen umsetzen lassen. Ergänzt wird alles durch ein Suffizienz-Argumentarium als rhetorisches Werkzeug, um kritische Fragen klug beantworten zu können.

Policypapier

Handlungsbedarfe und Optionen für eine innovationsorientierte Ressourcenpolitik

Hrsg.: Klaus Jacob et al.

In dem Policypapier werden Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Ressourcenpolitik in Deutschland ausgesprochen: Bis 2050 sollte die Nutzung von Materialien auf 10t/Person und Jahr reduziert werden. Denn wenn der Materialinput in die Wirtschaftskreisläufe wirksam begrenzt wird, dann werden auch andere natürliche Ressourcen wie Land, Wasser, Energie und Biodiversität geschont. Umweltpolitik sollte sich daher verstärkt dem Thema widmen. Dies erfordert eine Integration von ressourcenpolitischen Grundsätzen und Zielen in den verschiedenen Politikfeldern und auf unterschiedlichen Politikeebenen.

Marktanreize alleine reichen nicht aus um die Effizienz der Ressourcennutzung zu verbessern. Durch ökonomische Anreize und Ordnungsrecht sollten ambitioniertere Ansätze entwickelt werden. Die Modellanalysen von PolRess zeigen, dass von einer forcierten Ressourcenpolitik nicht nur positive Umweltwirkungen, sondern auch positive Wirkungen auf Wirtschaftsleistung und Beschäftigung erwartet werden können.

Um diese Potentiale zu realisieren, bedarf es einer Stärkung der Ressourceneffizienzstrategie, auch dazu werden in dem Policypapier Vorschläge gemacht.

Artikel

A Systemic and Systemativ Approach to the Development of a Policy Mix for Material Resource Efficiency

Hrsg.: Multidisciplinary Digital Publishing Institute; Tomas Ekvall, Martin Hirschnitz-Grabers, Fabio Eboli & Aleksander Sniegocki

Increasing material use efficiency is important to mitigate future supply risks and minimize environmental impacts associated with the production of materials. The policy mix presented in this paper aims to contribute to reducing the use of virgin metals in the EU by 80% by 2050 without significantly shifting burdens to other material resources, the environmental or other parts of the world. The article, which was written with the collaboration of Dr. Martin Hirschnitz-Garbers (Senior Fellow at Ecologic Institute), is available for download.

We used a heuristic framework and a systems perspective for designing the policy mix that combines primary instruments designed to increase material efficiency, recycling and substitution of materials (a materials tax, the extended producer responsibility, technical regulations, and environmental taxes) and supportive instruments aimed to reduce barriers to implementing the primary instruments and to contribute towards the policy objectives (e.g., research and development support, and advanced recycling centers). Furthermore, instruments were designed so as to increase political feasibility: e.g., taxes were gradually increased as part of a green fiscal reform, and border-tax adjustments were introduced to reduce impacts on competitiveness. However, even in such a policy mix design ongoing ex-ante assessments indicate that the policy mix will be politically difficult to implement—and also fall short of achieving the 80% reduction target. Nonetheless, we suggest combining primary and supportive instruments into coherent and dynamic policy mixes as a promising step towards system reconfigurations for sustainability.

Studie

A policy mix for sustainable consumption and production

Hrsg.: Ecologic Institut, Martin Hirschnitz-Grabers

This policy report presents the findings from ex-ante impact assessments of the overarching policy mix aimed at fostering sustainable consumption and production to support decoupling.

The overarching policy mix is one out of three policy mixes developed in the DYNAMIX project. Each policy mix was developed based on an understanding of relevant drivers for unsustainable resource use and informed by an ex-post analysis of cases for successful or failing policy support for achieving decoupling. In contrast to the other two policy mixes (which focus on land use and on the use of metals and competing or substitute materials), the overarching policy mix aims at supporting decoupling of EU consumption from resource use and environmental impacts through creating supportive framework conditions for producers and consumers to make more sustainable choices.

After an executive summary, this report first presents the rationale of the policy mix (section 1) and then describes its objectives and instrument mix (section 2). In a next step, the report highlights both potential key environmental impacts (section 3.1) as well as potential side-effects (economic and social impacts as well as issues of legal feasibility and public acceptability – section 3.2) that may reduce the policy mix’ potential environmental effectiveness. Based on these key findings the policy report then provides suggestions for revising the policy mix, which could mitigate such side-effects and hence foster the mix’ potential environmental effectiveness.

Studie

Informationskampagnen für Konsumentinnen und Konsumenten – Effekte und Ausrichtungen

Hrsg.: Martin Hirschnitz-Grabers & Susanne Langsdorf; Ecologic Institut

Angesichts der umfassend erforschten Diskrepanz zwischen Umwelteinstellungen und Umwelthandeln erscheinen Informationsangebote wenig zielführend, um Haushalte zu ressourceneffizienterem Konsum anzuregen. Vor diesem Hintergrund diskutiert die Vertiefungsanalyse relevante Komponenten und Erfolgsfaktoren von Informationskampagnen sowie die Optionen, Informationsangebote mit anderen verhaltensökonomischen Ansätzen zu kombinieren.

Studie

Argumentation für eine nachfrageseitig Innovationspolitik aus der Perspektive der Ressourcenpolitik

Hrsg.: Mandy Hinzmann & Martin Hirschnitz-Graber; Ecologic Institut

Innovative Prozesse, Produkte und Dienstleistungen finden in vielen Fällen nicht den Übergang von der Marktreife in den Massenmarkt bzw. die industrielle Anwendung. Vor diesem Hintergrund werden in der Kurzanalyse Argumente und mögliche Instrumente für eine nachfrageseitige Innovationspolitik diskutiert. Beispielsweise kann eine grüne öffentliche Beschaffung relevante Nachfrageeffekte kreieren, die einen Marktübergang ressourceneffizienter Produkte unterstützen können.