Wirtschaftsmächte auf den metallischen Rohstoffmärkten – Ein Vergleich von China, der EU und den USA

Hrsg.: DERA

China hat als Wirtschaftsmacht in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten einen rasanten Aufstieg erlebt. Das Land hat bei der Industrieproduktion mit ihrem großen Bedarf nach Rohstoffen inzwischen die EU und die USA übertroffen. Wie sehr sich in diesem Zuge die Gewichte der Wirtschaftsmächte auf den Weltmärkten für metallische Rohstoffe verschoben haben, verdeutlicht eine neue Studie der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Die DERA-Studie mit dem Titel „Wirtschaftsmächte auf den metallischen Rohstoffmärkten – ein Vergleich von China, der EU und den USA“ beleuchtet die Entwicklungen der drei Wirtschaftsräume bei der Rohstoffproduktion von Basismetallen sowie bei Eisen und Stahl im Zeitraum zwischen 2002 und 2018. Auch Veränderungen beim Handel mit metallischen Rohstoffen werden analysiert.

Das Ergebnis: Im Jahr 2018 verarbeitete China durchschnittlich 49 % der weltweiten Raffinadeproduktion von Aluminium, Blei, Eisen/Stahl, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn im eigenen Land weiter. Die EU und die USA kamen bei der Weiterverarbeitung von Raffinadeprodukten nur auf durchschnittliche Anteile von 14 bzw. 8 %. Damit ergaben sich große Veränderungen gegenüber dem Zeitpunkt zu Beginn des Jahrtausends. „Noch 2002 wurden durchschnittlich 26 Prozent der globalen Raffinademengen der Basismetalle sowie Eisen und Stahl in der EU weiterverarbeitet, China und die USA kamen lediglich auf einen Anteil von 17 bzw. 16 Prozent“, erklärt DERA-Experte Johannes Perger. Der Autor der Studie: „In relativ kurzer Zeit haben sich die Gewichte bei der weltweiten Rohstoffverarbeitung deutlich in Richtung China verschoben.“

Entsprechend unterschiedlich verlief die Entwicklung in den untersuchten Wirtschaftsräumen auch in Bezug auf die absoluten Mengen der betrachteten Rohstoffe. Laut DERA-Studie vervielfachten sich in China die produzierten und weiterverarbeiteten Rohstoffmengen, während sie in der EU in etwa konstant blieben und in den USA fast ausnahmslos sanken. Auf globaler Ebene verbuchten Aluminium, Stahl und Nickel zwischen 2002 und 2018 mit einer Verdoppelung die höchsten Bedarfszuwächse aller betrachteten Metalle.

China, die EU und die USA sind allesamt in großem Maße auf Einfuhren von metallischen Rohstoffen angewiesen, da sie ihre Rohstoffbedarfe meist nicht über den eigenen Bergbau und Recycling decken können. Alle drei sind Nettoimporteure bezogen auf die Gesamtheit der metallischen Rohstoffhandelsgruppen (Raffinadeprodukte und Waren daraus, Erze- und Konzentrate sowie Abfälle und Schrotte).

China ist im Betrachtungszeitraum zum größten Händler metallischer Rohstoffe aufgestiegen und hat in den letzten Jahren seinen Außenhandel stark internationalisiert.

2002 entfielen große Teile des chinesischen Außenhandels mit metallischen Rohstoffen noch vorwiegend auf seine asiatischen Nachbarstaaten. Im Jahr 2018 waren weltweit für die meisten Länder die Handelsvolumen mit China deutlich größer als jene mit der EU und den USA. „China ist zum unumstrittenen Champion bei der Produktion und dem Handel mit metallischen Rohstoffen aufgestiegen, wodurch global Rohstoffpreise und Lieferketten maßgeblich durch die Volksrepublik beeinflussbar sind“, so Perger.

Die aktuelle Corona-Pandemie wirft indes weitere Fragen für zukünftige Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten und die drei betrachteten Wirtschaftsmächte auf. In China ist die Pandemie unter Kontrolle und die Industrieproduktion befindet sich auf einem rasanten Erholungskurs. Nebenbei festigt China mit der Seidenstraßeninitiative sowie durch den Zusammenschluss mit 14 weiteren asiatischen Staaten zur größten Freihandelszone der Welt („RCEP“) auch langfristig seine Position als bedeutendster Industriestandort. Dies könnte die Gewichte auf den Rohstoffmärkten noch weiter in Richtung Asien verschieben. In der EU haben sich in der Pandemie hingegen die Schwachstellen von globalisierten Lieferketten offenbart. Mittlerweile denken viele Unternehmen ernsthaft über kürzere und regionalere Lieferketten sowie eine stärkere Diversifizierung ihrer Lieferquellen nach.

Ableitung eines Indikatorensets zur Umweltverträglichkeit der Energiewende

Hrsg.: Umweltbundesamt

Die Energiewende ist eine der größten Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Die Herausforderung besteht darin, das Energiesystem umweltverträglich, sicher und wirtschaftlich zu gestalten. Mit der Energiewende sind auf der einen Seite entlastende Wirkungen für die Umwelt und Synergieeffekte für eine nachhaltige Energiewirtschaft verbunden. Auf der anderen Seite können damit auch neue Umwelt- und Gesundheitseffekte sowie Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden sein. Um die Veränderungen des Umweltzustandes durch die Energiewende fachlich fundiert darzustellen, wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes durch das ifeu-Heidelberg ein Bewertungsansatz erarbeitet, der eine Beurteilung der Umweltauswirkungen als vielschichtiges Geflecht interdependenter Wirkungszusammenhänge anhand der aus dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung bekannten Schutzgüter ermöglicht. Dafür werden potenzielle Umweltauswirkungen des Energiesystems identifiziert, durch die im Vorhaben abgeleiteten Indikatoren beschrieben und falls möglich, als Zeitreihe quantifiziert. Die einzelnen Indikatoren werden in Wirkpfaden gebündelt und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Schutzgüter diskutiert. Im Rahmen dieses F&E Vorhabens erfolgte die wissenschaftlich basierte Konzeption des Monitoring-Modells und die Auswahl, Entwicklung und Beurteilung von Indikatoren zur Bemessung der Umweltauswirkungen der Energiewende. Die Ergebnisse des Vorhabens dienen den Akteuren beim UBA und im BMU als Grundlage für die umfassende Bewertung der Veränderungen des Umweltzustandes durch die Energiewende, wie sie bspw. im Monitoring-Bericht zur Energiewende „Energie der Zukunft“ zu erfolgen hat. Des Weiteren zeigt das Projekt noch vorhandene Wissenslücken auf, formuliert erweiterten Forschungsbedarf und gibt alternative Denkanstöße, die mittel- bis langfristig zum Verfüllen eben solcher Wissenslücken beitragen können.

Performance-Check Automobilindustrie: Verantwortungsvoller Rohstoffbezug?

Hrsg.: INKOTA-netzwerk e.V. & PowerShift

Eine Analyse von Industrieinitiativen und Nachhaltigkeitsberichten

BMW, Daimler und VW unternehmen zu wenig, um ihrer menschenrechtlichen und umweltbezogenen Verantwortung für ihren hohen Rohstoffverbrauch gerecht zu werden. Die drei größten deutschen Autokonzerne verbrauchen jährlich Dutzende Millionen Tonnen Stahl, Aluminium, Kupfer und Co. Die von PowerShift und INKOTA veröffentlichte Analyse wirft einen Blick auf die Nachhaltigkeitsberichte der drei größten deutschen Autokonzerne. Kein Konzern hat einen ausführlichen Sorgfaltspflichtenbericht. Bei zahlreichen Rohstoffen wird über die potenziellen Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen gar nicht oder nur sehr selektiv berichtet. Dabei ist der Rohstoffsektor einer der Wirtschaftssektoren mit den meisten Menschenrechtsverletzungen weltweit.

Es bleibt unklar, inwiefern die Konzerne tatsächlich Kenntnis über die gesamten eigenen Wertschöpfungsketten haben. Diese Kenntnis ist aber eine Voraussetzung, um den Schutz von Umwelt und Menschenrechten überprüfen und sicherstellen zu können. BMW, Daimler und VW sind noch weit davon entfernt, öffentliche Transparenz über ihre Wertschöpfungsketten und den Sorgfaltsprozess zur Einhaltung der Menschenrechte herzustellen. Dabei zeigen US-Technologiekonzerne in Bezug auf die Beschaffung von Konfliktmineralien, dass es durchaus möglich ist transparenter zu agieren.

Statt klare Angaben zu machen, verweisen die drei Autokonzerne in ihren Nachhaltigkeitsberichten unter anderem auf die Mitgliedschaft in Rohstoffinitiativen, die ihrerseits Nachhaltigkeitsanforderungen erarbeiten. Doch diese Initiativen bedeuten keine Garantie für eine ökologisch, sozial und menschenrechtlich verantwortungsvolle Rohstoffproduktion. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Autokonzerne ihre Verantwortung mittels der Mitgliedschaft in einer Rohstoffinitiative auslagern.

Die Analyse unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenden und wirksamen Gesetzes zur Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten in der gesamten Wertschöpfungskette, für das sich PowerShift und INKOTA als Teil der Initiative Lieferkettengesetz einsetzen. Für den Schutz der Menschenrechte sowie des Klimas und der Umwelt ist auch eine Reduktion des absoluten Rohstoffverbrauchs der Automobilindustrie – und damit letztlich auch eine Reduktion der verkauften Autos – dringend notwendig.

Studie

CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen Beitrages zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze.

Hrsg.: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Im Auftrag von Fridays for Future, die mittlerweile seit zwei Jahren für eine lebenswerte Zukunft und Klimagerechtigkeit streiken, hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, was die 1,5-°C-Grenze für Deutschland bedeutet und welche Möglichkeiten aus heutiger Sicht bestehen, sie einzuhalten. Das Wuppertal Institut erklärt: Das Einhalten der 1,5-°C-Grenzmarke ist nur dann möglich, wenn Deutschland bis etwa 2035 CO2-neutral wird und auch nur dann, wenn die Emissionen schon in den unmittelbar vor uns liegenden Jahren extrem sinken. Das Erreichen von CO2-Neutralität wäre “bis zum Jahr 2035 aus technischer und ökonomischer Sicht zwar extrem anspruchsvoll […], grundsätzlich aber möglich”,  so die Studie. Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde in der Studie untersucht, was zum Erreichen von CO2-Neutralität bis 2035 in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude notwendig ist.

Dabei spielt Wasserstoff im Energiesektor und in der Industrie eine Schlüsselrolle. Um ausreichende Mengen von klimaneutralen Wasserstoff produzieren zu können muss der Ausbau von erneuerbaren Energien verstärkt werden. Da das allein nicht reicht, müssen klimaneutrale Energieträger importiert werden. Darüber hinaus spielt in der Industrie auch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft eine große Rolle, da dies den Energiebedarf der Industrie enorm senken würde.

Die Studienergebnisse zeigen also: 1,5-°C-Politik kann von deutscher Seite nur noch gewährleistet werden, wenn sich die Bundesregierung sofort umfassend auf die Reduktion der CO2-Emissionen fokussiert und Klimathemen in allen Politikbereichen priorisiert.

Studie

Wirtschaften im Einklang mit der Natur

Hrsg.: NABU und Boston Consulting Group

Handlungswege zur Sicherung der Biodiversität

Über Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Klimaregulierung oder die Bereitstellung fruchtbarer Böden erbringt die Biodiversität weltweit einen jährlichen Wert in Höhe von 170 bis 190 Billionen US-Dollar. Doch durch den immer schneller fortschreitenden Rückgang der Biodiversität geht dieser Wert jedes Jahr um sechs bis 30 Billionen US-Dollar zurück.

Die Studie des NABU und der Boston Consulting Group zeigt, dass Land- und Forstwirtschaft, Infrastrukturausbau, Rohstoffabbau und der Industriesektor insgesamt für etwa 60 Prozent der weltweiten Biodiversitätsverluste verantwortlich sind. Gleichzeitig spielen Unternehmen aber auch eine entscheidende Rolle beim Schutz der biologischen Vielfalt. Auch wenn es Aufgabe der Politiker*innen ist, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, so ist es letztlich doch der Privatsektor, der eine biodiversitätsverträgliche Wirtschaft umsetzen muss. Zudem können Unternehmen oft schneller und zielgerichteter agieren als die Politik.

Die vorliegende Studie „Wirtschaften im Einklang mit der Natur – Handlungswege zur Sicherung der Biodiversität“ zeigt auf, wie die Belastungen der Biodiversität entstehen und wie sie gemindert werden können.

Studie

Big Points des ressourcenschonenden Konsums als Thema für die Verbraucherberatung – mehr als Energieeffizienz und Klimaschutz

Hrsg.: Umweltbundesamt

Studie im Rahmen des Projekts „Verbraucherberatung als Baustein einer erfolgreichen Ressourcenpolitik“

Die Big Points eines klimafreundlichen Konsums sind bekannt: Heizbedarf, Auto- und Flugreisen sowie der Konsum tierischer Produkte beeinflussen den persönlichen CO2-Fußabdruck in hohem Maße. Aber sind dies auch die Big Points eines ressourcenschonenden Konsums? Eines Konsums, der neben Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen auch andere Umweltaspekte wie Material- und Wasserverbrauch, Flächenbedarf oder Einfluss auf die Biodiversität berücksichtigt?

Der Bericht fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und identifiziert die prioritären Handlungsfelder und Handlungsmöglichkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher, die für einen umfassenden ressourcenschonenden Konsum zentral sind. Er weist diese prioritären Maßnahmen in Bezug auf das Verhältnis von Klima- und umfassenderem Ressourcenschutz drei verschiedenen Kategorien zu: Maßnahmen mit hohem Synergiepotenzial, Maßnahmen mit „blinden Flecken“, bei denen der Klimafokus zur Unterschätzung der Umweltrelevanz führt sowie Maßnahmen mit gegenläufigen Umweltwirkungen (Konfliktfelder). 

Im Ergebnis zeigt sich, dass sehr große Synergieeffekte zwischen Klimaschutz und einem umfassenderen Ressourcenschutz bestehen und nur in wenigen Fällen „blinde Flecken“ oder gar Konfliktpotenziale zu beachten sind. Der Bericht leitet hieraus Handlungsempfehlungen für die Verbraucherkommunikation und -beratung ab.

Studie

Rechtsgutachten zur Ausgestaltung einer umweltbezogenen Sorgfaltspflicht in einem Lieferkettengesetz

Hrsg.: BUND, Greenpeace und Deutsche Umwelthilfe

Umweltbezogene Sorgfaltspflichten für Unternehmen entlang ihrer Lieferkette sind rechtlich machbar und praktisch umsetzbar, das zeigt unser aktuelles Rechtsgutachten.

Egal ob Umweltschäden durch die Förderung von Fracking-Gas in Argentinien, dauerhafte Kontamination von Gewässern in China durch Textilproduktion oder Brandrodungen für Sojafutter in Brasilien – deutsche Unternehmen sind immer wieder an Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen durch ihre Tochterunternehmen oder Zulieferer im Ausland beteiligt.

Der deutsche Gesetzgeber ist zum Umweltschutz verpflichtet. Diese Pflicht endet nicht an der Staatsgrenze. Mit einem LieferkettenG würde Deutschland in Europa für die Rechtssetzung zu umweltbezogenen Sorgfaltspflichten von Unternehmen Maßstäbe setzen. Zugleich würde ein solches Gesetz den europäischen Gesetzgeber in seinem Ansinnen bestärken, in diesem Bereich tätig zu werden, um Wettbewerbsverzerrungen zwischen den europäischen Unternehmen zu vermeiden und das level playing field für alle Unternehmen im europäischen Binnenmarkt zu bewahren. Im Ergebnis würde Deutschland mit dem Gesetz den Grundsatz des nachhaltigen Wirtschaftens, insb. eine Ressourcennutzung, bei der die natürliche Regenerationsfähigkeit der Umwelt erhalten bleibt, fördern.

Studie

Alternatives for the ‚Energy and Raw Materials Chapters‘ in EU trade agreements

Hrsg.: attac, BUND, Forum Umwelt und Entwicklung, Naturfreunde und PowerShift

Wie Handelsverträge Menschenrechte und Umweltschutz im Rohstoffsektor stärken könnten

Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen sind beim Abbau von Rohstoffen gang und gäbe. Dennoch sind die Handelsverträge der Europäischen Union ausschließlich darauf angelegt, europäischen Unternehmen den Zugang zu Rohstoffen im Ausland zu sichern. Diese Verträge sorgen vor allem dafür, dass Partnerländer Beschränkungen im Rohstoffbereich abbauen müssen. Doch dies muss nicht so sein. Handelsverträge könnten dazu beitragen, dass Menschenrechte und Umweltschutz eingehalten werden und vom Rohstoffabbau Betroffene ein garantiertes Mitspracherecht haben.

Diese englischsprachige Studie macht eine Reihe von konkreten Vorschlägen, wie Rohstoffkapitel in EU-Handelsabkommen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz beitragen könnten. Sie zeigt auf, dass detaillierte Vorgaben in diesem Bereich den Respekt für internationale Menschenrechts- und Umweltnormen fördern und das Mitspracherecht betroffener Menschen und Gemeinden verankern könnten. Damit dies Realität werden kann, ist eine Kehrtwende in der Behandlung von Rohstoffen in europäischen Handelsverträgen notwendig: Von der Liberalisierung hin zur Regulierung des Handels mit Rohstoffen.

Möglichkeiten der Instrumentierung von Energieverbrauchsreduktion durch Verhaltensänderung

Hrsg.: Umweltbundesamt

Abschlussbericht

Das Forschungsprojekt hat untersucht, welche Potenziale neben der Effizienzsteigerung („Effizienz-Strategie“) oder dem Ausbau der erneuerbaren Energien („Konsistenz-Strategie“) bei Maßnahmen mit Verhaltensänderungen („Suffizienz-Strategie“) liegen. Dazu wurden für die Handlungsfelder Wohnfläche, Stromverbrauch in Haushalten/Gewerbe und für das Thema Arbeitszeit Hemmnisse und Potenziale für verschiedene Suffizienz-Maßnahmen ermittelt, Vorschläge für Politikinstrumente erarbeitet und deren Wirkung modelliert. Im Ergebnis zeigt sich, dass Suffizienz-Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur absoluten Reduktion des Energieverbrauchs und zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Damit ihr Potenzial gehoben werden kann, müssen sie jedoch systematischer als bisher in die Energiepolitik integriert werden.

Studie

Deutschland auf dem Weg zur Circular Economy

Hrsg.: Thomas Weber und Martin Stuchtey

Diese Vorstudie leistet einen Beitrag zur beginnenden öffentlichen Debatte zum Thema Circular Economy in Deutschland, wo es im Gegensatz zu Ländern wie China oder Kanada noch keinen Plan gibt, eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. An einem Zielbild für die Circular Economy arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftliche Akteur*innen zusammen. Anknüpfend werden konkrete Anwendungsfälle und deren Umsetzung untersucht, sowie förderliche Rahmenbedingungen identifiziert. Die Basis der Vorstudie bilden Literaturrecherchen und Befragungen von Expert*innen.

Die Vorstudie „Deutschland auf dem Weg zur Circular Economy“ erscheint mit Gründung der Circular Economy Initiative Deutschland. Die Initiative unter Federführung von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Studie

Monitoring internationale Ressourcenpolitik

Hrsg.: Umweltbundesamt

Ziel des Vorhabens war die Analyse internationaler Politiken zur Schonung natürlicher Ressourcen. Dazu wurde ein Monitoringsystem entwickelt und Politikinstrumente zur effizienten Nutzung natürlicher Rohstoffe in ausgewählten Ländern untersucht. Der thematische Fokus lag auf Aktivitäten in den Bereichen Produktion, Konsum sowie Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Alle untersuchten Länder verfolgen Ansätze zur Förderung der Ressourceneffizienz. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der gesetzten Prioritäten und gewählten Förderinstrumente. Das Vorhabens stellt neue Expertise bereit, um internationale Prozesse der Ressourceneffizienzpolitik noch gezielter verstehen und unterstützen zu können.

Studie

Das Zusammenspiel von Makro- und Mikro-Instrumenten zur Energieverbrauchsreduktion durch verbrauchsarmes Verhalten

Hrsg.: Umweltbundesamt

Der Bericht widmet sich Vor- und Nachteilen und dem Zusammenwirken von Politikinstrumenten zur Förderung von verbrauchsarmem Verhalten mit dem Ziel der Energieverbrauchsreduktion. Unterschieden wird hier zwischen Instrumenten großer Reichweite (Makro-Instrumente) wie dem Europäischen Emissionshandel (EU-ETS), die potenziell auf diverse Bedürfnisfelder, Energieträger, Produkt- oder Zielgruppen einwirken, sowie eher kleinteiligen Instrumenten (Mikro- und Meso-Instrumente) wie energetischen Standards oder geräteseitigen Effizienzanforderungen, die demgegenüber auf einzelne oder wenige Anwendungsbereiche zugeschnitten sind. Deren Stärken und Schwächen werden auf Basis bestehender Literatur entlang der Kriterien Wirksamkeit, ökonomische Effizienz, soziale Akzeptanz, politische Durchsetzbarkeit und Eignung, kulturellen Wandel zu befördern, untersucht. Der Bericht ist Teil des Forschungsvorhabens „Möglichkeiten der Instrumentierung von Energieverbrauchsreduktion durch Verhaltensänderung“. In anderen Teilberichten wurden vor allem einzelne (Mikro-) Instrumente abgeleitet, um Suffizienzpotenziale in den entsprechenden Bereichen zu heben, und dabei auch jeweilige Hemmnisse und Grenzen sichtbar.

Studie

Debattenanalyse Digitalisierung und Ressourcenpolitik

Hrsg.: Camilla Kassenböhmer, Lisa Graaf, Rafael Postpischill und Klaus Jacob

Die Debattenanalyse analysiert den deutschen Diskurs zu Potenzialen und Risiken der Digitalisierung für die Ressourcenpolitik. Das Papier analysiert die Sichtweisen verschiedener Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaftsverbänden, Politik und Wissenschaft, um gemeinsame Narrative zu identifizieren und daraus Handlungsoptionen und Maßnahmen für die Politik ableiten zu können. Aus einer umweltpolitischen Perspektive und insbesondere aus der Perspektive von Ressourcennutzung sind damit unterschiedliche Erwartungen verbunden: In der Debatte werden sowohl Hoffnungen für eine Steigerung der Effizienz und Schonung von natürlichen Ressourcen geäußert als auch Befürchtungen, dass es zu einer Ausweitung von Ressourcennutzung mit problematischen Folgewirkungen kommen könnte.
Der Diskurs ist außerdem gekennzeichnet von der Einschätzung, dass die notwendige Gestaltung eher Aufgabe der Innovationspolitik, Infrastrukturentwicklung, ggf. auch Entwicklungszusammenarbeit oder Handelspolitik ist. Umweltpolitik wird allenfalls in Ausnahmen in einer zentralen Rolle gesehen. Für die Umweltpolitik bedeutet dies zunächst eine vorsorgende umweltorientierte Gestaltung der Digitalisierung als Integrationsaufgabe anzustreben. Umweltanliegen müssen in den relevanten Politikbereichen Geltung erhalten und schon in der Innovationsförderung Berücksichtigung finden.

Studie

Die Zukunft im Blick: Sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Trends der Ressourcenschonung

Hrsg.: Umweltbundesamt

Technologische Entwicklungen und Trends, können signifikant zu Ressourcenschonung beitragen. Wie sie konkret wirken hängt jedoch stets von den gesellschaftlichen Kontextfaktoren ab. Neben politischen Rahmenbedingungen sind hier soziale Routinen, Handlungsmuster und Konsumstile bedeutsam, da sie einen erheblichen Einfluss auf den individuellen und gesamtgesellschaftlichen Ressourcenbedarf besitzen. Die vorliegende Trendanalyse untersucht daher systematisch, wie sich sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Trends auf die Inanspruchnahme von Ressourcen auswirken können. Die Ergebnisse dieser Trendanalyse legen nahe, dass es übergreifende und ganzheitliche Ansätze und seitens der Politik einen Policy Mix mit passgenauen Instrumenten zur Erreichung von Ressourcenschonung erfordert.

Studie

Klimaneutrale Industrie. Schlüsseltechnologien und Politikoptionen für Stahl, Chemie und Zement

Hrsg.: Agora Energiewende & Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Weil Deutschland bisher keine dezidierte Klima- und Innovationspolitik für die Grundstoffindustrie verfolgt, droht ein massiver Investitionsrückgang in diesem Wirtschaftszweig mit seinen 550.000 Beschäftigten. Denn Investitionen in die alten, CO2-intensiven Technologien sind angesichts des Ziels der Klimaneutralität 2050 nicht erfolgversprechend. Auf der anderen Seite fehlt auch für die neuen, CO2-neutralen Technologien der Business Case. Agora Energiewende und das Wuppertal Institut schlagen deshalb für die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie ein Sofortprogramm vor. Zusammen mit weiteren Politikinstrumenten soll es die notwendige Investitionssicherheit in der Grundstoffindustrie herstellen, sodass diese bis 2050 weitgehend klimaneutral werden und an Innovationskraft gewinnen kann.

Für den Klimaschutz ist die energieintensive Grundstoffindustrie ein entscheidender Faktor: Sie stößt gut ein Fünftel der Treibhausgase in Deutschland aus und muss ihre Emissionen damit bis 2050 um rund 180 Millionen Tonnen CO2 senken, um annähernd klimaneutral zu werden. Hierfür ist eine Trendumkehr notwendig, denn in den vergangenen zehn Jahren stagnierten die Emissionen.

Die Studie schlägt sieben Maßnahmen vor, die innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden können:

  1. Staatliche Förderung klimafreundlicher Produktionsverfahren, sogenannte Carbon Contract for Difference (CfD), in den Sektoren Stahl, Chemie und Zement. Die Förderhöhe soll über Ausschreibungen ermittelt werden.
  2. Einführung einer Klima-Umlage auf Endprodukte wie Stahl, Aluminium, Zement und Plastik, um die CfD-Förderung zu refinanzieren
  3. Selbstverpflichtung des Bundes, bei größeren Bauprojekten klimafreundliche Materialien zu verwenden und klimafreundliche Fahrzeuge zu nutzen.
  4. Quote für grünen Wasserstoff afu den Abssatz von Erdgas: Sie soll zum Aufbau von Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff beitragen.
  5. Einstieg in die Kreislaufwirtschaft, um langfristig Stoffkreisläufe zu schließen und so die Verbrennung von Abfall und den Einsatz neuer Rohstoffe zu vermindern.
  6. Europäische Koordination durch Einführung dieser Instrumente auch auf EU-Ebene
  7. Eintreten der Bundesregierung für einen globalen CO2-Preis auf UN-Ebene
Hintergrundpapier

Wege in eine ressourcenschonende Treibhausgasneutralität

Hrsg.: Umweltbundesamt

Executive Summary der RESCUE-Studie

Das RESCUE-Projekt beschreibt in sechs Szenarien mögliche Lösungs- und Handlungsspielräume für Wege in eine ressourcenschonende Treibhausgasneutralität in Deutschland. Durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen wie die Umstellung auf erneuerbare Energien, Energie- und Materialeffizienz und Lebensstiländerungen können die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent bis 97 Prozent gegenüber 1990 gemindert werden. In Verbindung mit einer nachhaltigen land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung können Netto-Null-Emissionen erreicht werden. Der Primärrohstoffkonsum wird um 56 Prozent bis 70 Prozent reduziert (allerdings kommt es auch zu einer Mehrinanspruchnahme einzelner zentraler Rohstoffe, z. B. Metalle). Das vorliegende Executive Summary beschreibt die zentralen Ergebnisse des Projekts.

Studie

Der deutsche Rohstoffhunger

Hrsg.: Christliche Initiative Romero e.V.

Ob landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Monokulturen oder wertvolle Erze aus dem Bergbau – deutsche Unternehmen importieren enorme Mengen an Rohstoffen aus den Ländern des Südens für die Herstellung von Alltagsprodukten wie Smartphones oder Donuts. Das Problem: die Gewinnung der Rohstoffe geht mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung einher. Zu oft werden die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort zerstört.

Die Studie „Der deutsche Rohstoffhunger“ der Christlichen Initiative Romero (CIR) zeigt anhand zwei konkreter Fälle zu Palmöl aus Guatemala und Kupfer- bzw. Molybdänerz aus Mexiko auf, welch gravierende Folgen die Rohstoffproduktion für die Menschen in den Abbauländern hat. Deutsche Unternehmen profitieren hingegen durch ihre Geschäftsbeziehungen von eben diesen Verletzungen der Menschenrechte und Umweltnormen.

Die Studie zeigt auch, wie die negativen Folgen vor Ort mit unserer Lebensweise zusammenhängen und warum es für Konsument*innen dennoch schwierig ist, etwas an der Situation zu ändern. Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit eines Lieferkettengesetztes offensichtlich, das deutsche Unternehmen stärker in die Pflicht nimmt.

Studie

Geeignete Maßstäbe und Indikatoren zur Erfolgskontrolle von Abfallvermeidungsmaßnahmen

Hrsg.: Umweltbundesamt

Abfälle vermeiden schont Ressourcen und schützt Mensch und Umwelt. Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes wurden darum – im Jahr 2013 – Ziele und Maßnahmen festgehalten und bereits mögliche Indikatoren benannt. Bisher ist jedoch unbekannt, wie wirksam diese sind. Um den Erfolg von Abfallvermeidungsmaßnahmen wissenschaftlich messbar zu machen, wurden für eine UBA-Studie geeignete Indikatoren entwickelt.

Die UBA-Publikation zeigt, welche möglichen Bewertungsmaßstäbe für die Messung des Abfallvermeidungserfolges denkbar wären und erarbeitete ein geeignetes Indikatorenset, das eine kontinuierliche Messung des Erfolges von Abfallvermeidungsmaßnahmen ermöglichen würde.

So wird beispielsweise dargestellt, dass in manchen Bereichen die Datenbasis nicht ausreicht, um robuste und glaubhafte Indikatoren zu bilden, sodass mit erst- und zweitbesten Indikatoren (First und Second Best) gearbeitet wurde. Insgesamt wurden 8 Indikatoren formuliert und 12 Kennzahlen entwickelt.

Außerdem wurde eine erste Datenbasis zur Erfassung der Mengen von in Deutschland wiederverwendeten Produkten mithilfe einer Befragung von ca. 400 Wiederverwendungseinrichtungen geschaffen und auf dieser Basis mit einer Hochrechnung für ganz Deutschland eine jährliche Gesamtmenge für Wiederverwendung bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung von 127.000-137.500 Tonnen Elektro(nik)geräten, 43.000 Tonnen für Textilien und 116.600 Tonnen für Möbel bei Wiederverwendungseinrichtungen abgeschätzt. Zudem wurden die Abfallvermeidungsindikatoren für Lebensmittelabfälle vertiefend untersucht und ein Verfahrensvorschlag zur kontinuierlichen Abschätzung der Lebensmittelverluste erarbeitet.

Studie

A policy mix for sustainable consumption and production

Hrsg.: Ecologic Institut, Martin Hirschnitz-Grabers

This policy report presents the findings from ex-ante impact assessments of the overarching policy mix aimed at fostering sustainable consumption and production to support decoupling.

The overarching policy mix is one out of three policy mixes developed in the DYNAMIX project. Each policy mix was developed based on an understanding of relevant drivers for unsustainable resource use and informed by an ex-post analysis of cases for successful or failing policy support for achieving decoupling. In contrast to the other two policy mixes (which focus on land use and on the use of metals and competing or substitute materials), the overarching policy mix aims at supporting decoupling of EU consumption from resource use and environmental impacts through creating supportive framework conditions for producers and consumers to make more sustainable choices.

After an executive summary, this report first presents the rationale of the policy mix (section 1) and then describes its objectives and instrument mix (section 2). In a next step, the report highlights both potential key environmental impacts (section 3.1) as well as potential side-effects (economic and social impacts as well as issues of legal feasibility and public acceptability – section 3.2) that may reduce the policy mix’ potential environmental effectiveness. Based on these key findings the policy report then provides suggestions for revising the policy mix, which could mitigate such side-effects and hence foster the mix’ potential environmental effectiveness.

Broschüre

Neue Rohstoffkapitel in EU-Handelsabkommen – eine Bestandsaufnahme

Hrsg.: PowerShift e.V., BUND, FDCL, Forum Umwelt und Entwicklung, Grüne Liga e.V. & Stiftung Asienhaus

Auswirkungen auf Umwelt, Menschenrechte und wirtschaftliche Entwicklung

Die Industrien, die in der Europäischen Union ansässig sind, gehören zu den Industrien mit den höchsten Nachfragen an mineralischen Rohstoffen. Durch die geringe Verfügbarkeit von primären Rohstoffen innerhalb der EU folgt eine hohe Importabhängigkeit von Rohstoffen und Produktionsmitteln. Daraus ergibt sich, dass der Zugang zu diesen Rohstoffen ein bedeutender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ist. Die EU greift den Diskurs um die Versorgungsicherheit der ansässigen Unternehmen auf und baut die Sicherung von Importen und Exporten in ihre Rohstoff- und Handelspolitik ein, um die Wettbewerbsfähigkeit und so auch die Absätze der europäischen Unternehmen zu sichern. Dabei geht es neben dem Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen vor allem auch darum, neue Märkte zu öffnen und verschiedene Wirtschaftsbereiche zu liberalisieren, sowie Lizenzvorgaben für die Erkundung und den Abbau von Rohstoffen zu setzen. Diese Bestrebungen der EU werden in den gesonderten Kapiteln, den „Energy and Raw Materials“ (ERM)-Kapiteln, ausformuliert. Die Konsequenzen liegen nicht nur im Bereich des wirtschaftspolitischen Spielraums von Staaten, sondern auch im Schutz von Menschen- und Arbeitsrechten im Bergbausektor.

Die Publikation setzt sich mit den ERM-Kapiteln auseinander, wirft einen besonderen Blick auf die Artikel, die den Abbau und Handel von mineralischen Rohstoffen thematisieren und prüft die Berücksichtigung von Umweltschutz und Menschenrechten. Hieraus werden auch Anforderungen an eine sozial und ökologisch verträgliche Rohstoff- und Handelspolitik formuliert. Darüber hinaus werden die Entstehung und die Entwicklungen der ERM-Kapiteln in den Kontext der europäischen Rohstoffinitiative gesetzt.

Studie

Potenziale und Kernergebnisse der Simulationen von Ressourcenschonung(spolitik)

Hrsg.: Umweltbundesamt

Endbericht des Projekts „Modelle, Potenziale und Langfristszenarien für Ressourceneffizienz“ (Sim-Ress)

Im Projekt SimRess wurden die potentiellen Auswirkungen zukünftiger ressourcenpolitisch relevanter Entwicklungen und Strategien auf wichtige Umwelt- und Wirtschaftsindikatoren getestet. Mittels einer Trendanalyse wurden zunächst Entwicklungen identifiziert, die zukünftig positiv wie negativ Einfluss auf die Nutzung natürlich Ressourcen in Deutschland und global nehmen könnten. Diese Entwicklungen wurden dann in unterschiedliche Szenarien eingebettet, die als Rahmen für die Simulation potentieller Auswirkungen im ökonometrischen Modell GINFORS3 und im systemdynamischen Modell WORLD6 sowie in einem soft-link beider Modelle dienten.

Studie

Argumentation für eine nachfrageseitig Innovationspolitik aus der Perspektive der Ressourcenpolitik

Hrsg.: Mandy Hinzmann & Martin Hirschnitz-Graber; Ecologic Institut

Innovative Prozesse, Produkte und Dienstleistungen finden in vielen Fällen nicht den Übergang von der Marktreife in den Massenmarkt bzw. die industrielle Anwendung. Vor diesem Hintergrund werden in der Kurzanalyse Argumente und mögliche Instrumente für eine nachfrageseitige Innovationspolitik diskutiert. Beispielsweise kann eine grüne öffentliche Beschaffung relevante Nachfrageeffekte kreieren, die einen Marktübergang ressourceneffizienter Produkte unterstützen können.

Studie

Informationskampagnen für Konsumentinnen und Konsumenten – Effekte und Ausrichtungen

Hrsg.: Martin Hirschnitz-Grabers & Susanne Langsdorf; Ecologic Institut

Angesichts der umfassend erforschten Diskrepanz zwischen Umwelteinstellungen und Umwelthandeln erscheinen Informationsangebote wenig zielführend, um Haushalte zu ressourceneffizienterem Konsum anzuregen. Vor diesem Hintergrund diskutiert die Vertiefungsanalyse relevante Komponenten und Erfolgsfaktoren von Informationskampagnen sowie die Optionen, Informationsangebote mit anderen verhaltensökonomischen Ansätzen zu kombinieren.

Stärkung der Kreislaufführung von mineralischen Baustoffen mittels freiwilliger Selbstverpflichtung

Hrsg.: Mandy Hinzmann, Ariel Araujo Sosa & Martin Hirschnitz-Grabers; Ecologic Institut

Akteursperspektiven auf Bedarfe und Optionen

Dieses Papier diskutiert mögliche Inhalte einer freiwilligen Selbstverpflichtung des Bausektors, die zum Ziel hat, das Baustoffrecycling und den Einsatz von Sekundärbaustoffen zu stärken.

In Deutschland werden jährlich Sande, Kiese und Natursteine in einer Größenordnung von etwa 500 Mio. Tonnen für heimische Bauaktivitäten verwendet. Gleichzeitig bilden mineralische Bauabfälle den größten Abfallstrom. Sekundärbaustoffe werden bislang überwiegend im Rahmen eines Downcyclings eingesetzt, beispielsweise als Straßenuntergrund, Tragschicht unter Gebäuden oder Verfüllung von Baugruben.

Vor diesem Hintergrund untersucht die Analyse erstens, wie das Baustoffrecycling in Deutschland weiter ausgebaut und professionalisiert werden kann. Zweitens gehen wir der Frage nach, was geändert werden muss, damit insbesondere im Hochbau mehr hochwertige Sekundärbaustoffe eingesetzt werden. Die Analyse basiert auf Interviews mit Akteuren aus den Bereichen Recycling und Entsorgung von Bauabfällen, Zertifizierung von Baustoffen, sowie aus der Baustoffindustrie, dem Baustoffgewerbe und der öffentlichen Hand.

Neben konkreten Vorschlägen für eine freiwillige Selbstverpflichtung des Bausektors werden weitere Maßnahmen aufgezeigt, die als Teil eines Politikmixes die Kreislaufführung von mineralischen Baustoffen stärken können.

Studie

Am anderen Ende der Lieferkette

Hrsg.: WEED - Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung e.V.

Was tun IT-Hersteller für einen verantwortungsvollen Bezug von Rohstoffen?

Die Produktion von PCs, Smartphones, Druckern und sonstigen IT-Produkten geht entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen einher. Dies beginnt schon beim Abbau der benötigten mineralischen Rohstoffe, der häufig mit Konflikten und schweren Menschenrechtsverletzungen verknüpft ist. Hierzu gehören Kinderarbeit, Zwangsarbeit, mangelnder Sicherheits- und Gesundheitsschutz, negative Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen auf umliegende Gemeinden, Zwangsumsiedlungen und die als „Konfliktmineralien“-Problematik bekannte Finanzierung bewaffneter Gruppen.

Was tun IT-Hersteller, um solche Missstände „am anderen Ende der Lieferkette“ zu verhindern? Der Bericht untersucht die Handlungsansätze von insgesamt 19 IT-Herstellern zu verantwortungsvollem Bezug von Rohstoffen.

Studie

Energie- und Ressourcenverbräuche der Digitalisierung

Hrsg.: Öko-Institut e.V.

Der technologische Wandel und die zunehmende digitale Vernetzung betreffen alles Sphären: Infrastrukturen, Produktionsstätten, Verwaltungen, bis hin zu Privathaushalten. Folge ist eine Zunahme der eingesetzten Informations- und Kommunikatiosntechnologien (IKT). Diese beinhalten ein vielfältigen Materialmix, von Halbleitermaterialien, Metallen und Kunststoffen. Auch wenn die IKT-Produkte nur geringe Metallmengen pro Produkt bei der Herstellung benötigen, so ist findet sich auch in diesem Sektor eine wachsende Ressourcenintensität. Grund dafür ist vor allem die enorme Geschwindigkeit der Innovationen und die damit verbundene wachsende Anforderungen an die verwendeten Materialien. Aber auch die steigende Produktion infolge des Massenkonsums und der Kurzlebigkeit der Produkte führen zu einem steigenden Ressourcenverbrauch. Die hohe Ressourcenintensität der IKT ist Folge der energie- und materialintensiven Porzessen bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung der Rohstoffe. Das Gutachten betrachtet die Entwicklung des globalen Bedarfs an Energie und Ressourcen der Digitalisierung unter Berücksichtugng der eben genannten Faktoren.

Studie

Decoupling Debunked. Evidence and arguments against green growth as a sole strategy for sustainability

Hrsg.: Europäisches Umweltbüro, Deutscher Naturschutzring & Institut für zukunftsfähige Ökonomien

Lange Zeit galt als gültige Annahme, dass grünes Wachstum unbegrenztes Wirtschaftswachstum erlaubt, da dadurch der Ressourcenverbrauch und die mit ihm einhergehenden Umweltzerstörungen vom Wachstum entkoppelt werden können. Diese Annahme war eine Grundprämisse für die politische Linie und Handlungen der Europäischen Union oder der Vereinten Nationen. Der vorliegende Bericht beurteilt die Haltbarkeit dieser These anhand der Analyse der bestehenden empirischen und theoretischen Auseinandersetzungen mit grünem Wachstum. Dabei zeigt sich, dass es eine absolute Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltschäden bisher nicht nur nicht gegeben hat, sondern es auch nie geben wird. Nur eine auf Suffizienz basierende Wirtschaft und Politik kann einem guten Lebensstandard für alle innerhalb der planetaren Grenzen gerecht werden.

Studie

Ressourcenpolitik und planetare Grenzen: Analyse möglicher naturwissenschaftlicher Begründungszusammenhänge für ressourcenpolitische Ziele

Hrsg.: Matrin Hirschnitz-Garbers & Stefan Werland, Ecologic Institut - Forschungszentrum für Umweltpolitik

In der vorliegenden Analyse werden Zielsetzungen aus weitestgehend etablierten Umweltpolitikfeldern sowie die dahinterliegenden Argumentationslinien, die diesen Zielsetzungen zugrunde liegen, offengelegt. Hintergrund ist, dass es für die globale absolute Nutzung abiotischer Rohstoffe bislang keinen politisch festgelegten Zielwert gibt und damit die Evaluation der Wirksamkeit bzw. das Anpassen politischer Strategien und Maßnahmen zum Ressourcenschutz erschwert ist. Die aus dieser Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse werden auf ihre Anwendbarkeit auf die Ressourcenpolitik allgemein und auf spezifische Rohstoffkategorien aus dem deutschen Ressourceneffizienzprogramm hin eingeschätzt. Bei der Untersuchung werden jeweils ökologische, soziale und ökonomische Begründungszusammenhänge gesucht und ggf. beschrieben.