Ökologische und ökonomische Vergleichsrechnung von Haushaltsgeräten
April 2025
Hrsg.: Öko-Institut e.V., Umweltbundesamt
Der Forschungsbericht untersucht die ökologische und ökonomische Sinnhaftigkeit des Austauschs von Kühl- und Gefriergeräten, Geschirrspülern, Wäschetrocknern und Staubsaugern gegen besonders effiziente Neugeräte. Ziel ist es, Empfehlungen für Verbraucher*innen zu entwickeln, ob sie ihre bestehenden Geräte weiter nutzen oder durch neue, besonders effiziente Modelle ersetzen sollten. Methodisch basiert die Studie auf einer vereinfachten Ökobilanz und einer Lebenszykluskostenrechnung. Insgesamt zeigt die Studie, dass die Entscheidung für oder gegen einen Geräteaustausch von vielen Faktoren abhängt, darunter der spezifische Energieverbrauch der Geräte, die Nutzungsintensität und die Entwicklung der erneuerbaren Energien.
Reframing Demand: A South African Perspective On Reducing Primary Metal Consumption In The Global North
Oktober 2025
Hrsg.: AIDC, Misereor, PowerShift
Der steigende Bedarf an Metallen für Energiewende und Digitalisierung verschärft bestehende soziale und ökologische Konflikte im Globalen Süden, wie das Beispiel Südafrika zeigt. Der Bergbau prägt weiterhin zentrale Wirtschaftsstrukturen, verstärkt dabei aber soziale Ungleichheit, Umweltzerstörung und Abhängigkeiten. Eine gerechte Transformation erfordert sowohl eine Verringerung der Metallnachfrage im Norden als auch industrie-, arbeitsmarkt- und sozialpolitische Alternativen im Süden.
Proposals For Reducing The Consumption Of Critical Minerals
Oktober 2025
Hrsg.: Misereor, PowerShift, Red Muqui
Die Studie beleuchtet die wachsende Nachfrage nach kritischen Rohstoffen für die Energiewende und zeigt, wie diese den sozial-ökologischen Druck auf Förderländer wie Peru massiv verschärft. Aus Perspektive betroffener Gemeinschaften wird deutlich, dass der Rohstoffboom weder zu gerechter Entwicklung noch zu nachhaltigem Wohlstand führt, sondern Konflikte, Umweltzerstörung und Abhängigkeiten vertieft. Gefordert wird eine strukturelle Reduktion des Rohstoffverbrauchs im Globalen Norden und die Stärkung post-extraktiver Alternativen.
Hrsg.: BUND, IÖW, DNR und Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Das Netzwerk Ressourcenwende und die darin vertretenen Organisationen fordern seit Jahren ein verbindliches Ressourcenschutzgesetz. Aber wie kann das übergeordnete Ziel von sechs bis acht Tonnen Rohstoffverbrauch pro Jahr und Kopf heruntergebrochen und für die politische Umsetzung operationalisiert werden? In der Studie werden daher drei Optionen für eine sektorale Unterteilung untersucht: Ziele für den Nachfragebereich, Ziele für die Produktionsseite und Ziele für die Rohstoffgewinnung. Die Studie diskutiert, welche der Möglichkeiten machbar sind und wo es Hindernisse gibt. Außerdem werden auch die sozio-ökonomischen Auswirkungen kurz beleuchtet.
Refurbished statt neu: Die zweite Chance fürs Smartphone
September 2025
Die Untersuchung zeigt, dass refurbished Smartphones europaweit zunehmend an Bedeutung gewinnen und bei vielen Verbraucher:innen auf Interesse stoßen – auch wenn die tatsächliche Nutzung noch zurückbleibt. Unterschiede bestehen zwischen Ländern und Generationen: Jüngere greifen häufiger zu gebrauchten Geräten, während viele ältere weiterhin auf Neukäufe setzen. Hindernisse bleiben kurze Nutzungsdauern und ungenutzte „Schubladenhandys“. Politische Maßnahmen wie Reparaturboni, Energielabels oder sichere Datentransfers stoßen auf breite Zustimmung und könnten den Markt stärken. Refurbished Geräte haben damit das Potenzial, zu einem zentralen Bestandteil der Kreislaufwirtschaft zu werden.
Die Studie untersucht erstmals systematisch den Grundwasserstress in deutschen Landkreisen und zeigt, dass die Entnahme regional häufig die verfügbare Neubildung übersteigt. Besonders betroffen sind Gebiete mit hoher landwirtschaftlicher Nutzung, Industrie und wachsendem Wasserbedarf durch den Klimawandel. Die Analyse macht deutlich, dass Grundwasser als zentrale Lebensressource strukturell gefährdet ist und eine nachhaltige Nutzung dringend notwendig wird. Sie liefert wissenschaftliche Grundlagen für politische Entscheidungen, die Wasserverteilung gerechter und zukunftsfähiger gestalten sollen.
Justice in the transition: Litigating corporate abuse in the shift to clean energy for all
Juli 2025
Hrsg.: Business and Human Rights Resource Center
Die Analyse beleuchtet weltweit geführte Klagen gegen Unternehmen und Staaten wegen Menschenrechtsverletzungen im Kontext der Energiewende, vor allem im Rohstoffabbau und seltener bei Projekten für erneuerbare Energien. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe wie Umweltzerstörung, Wasserprobleme und die Missachtung der Rechte indigener Gemeinschaften. Viele Verfahren zielen darauf ab, umstrittene Projekte zu stoppen, ein Teil davon war für die betroffenen Gemeinden erfolgreich. Die Publikation empfiehlt, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten ernst zu nehmen, faire Konsultationen durchzuführen und auf partizipative, gerechte Geschäftsmodelle zu setzen.
Eine nachhaltige Baustoffwende ist zentral, um Klimaziele zu erreichen und den enormen Ressourcenverbrauch im Gebäudesektor zu senken. Das Papier fordert politische Leitplanken für ressourcenschonendes Bauen, etwa durch verbindliche Rezyklatquoten, eine Ökobilanzpflicht und Förderanreize für zirkuläres Bauen. Holz, Lehm, Recyclingbeton und Sekundärmaterialien bieten konkrete Alternativen zu CO₂-intensiven Baustoffen. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass die Baustoffwende machbar ist, wenn der politische Wille vorhanden ist. Der Gebäudebereich kann so zum Hebel für Klimaschutz und Ressourcengerechtigkeit werden.
Digitalization of Circular Business Models – Digital solutions enabling the transition towards circular economy
Juni 2025
Hrsg.: UN Environment Programme, One Planet Network und Wuppertal Institut
Zirkuläre Geschäftsmodelle können maßgeblich dazu beitragen, Emissionen und Ressourcenverbrauch zu senken, vorausgesetzt, sie werden systematisch gefördert. Neun Modelle wie Sharing, Reparatur oder Produktnutzung statt -besitz werden auf ihr Klimapotenzial und ihre Umsetzungschancen analysiert. Besonders wirksam sind Geschäftsmodelle, die Konsumverhalten strukturell verändern. Damit ihr Potenzial gehoben werden kann, braucht es politische Rahmenbedingungen wie steuerliche Anreize und neue Infrastrukturen. Die Analyse zeigt konkrete Hebel für die Transformation hin zu einer klimafreundlichen Kreislaufwirtschaft auf.
Die Studie zeigt, dass ein „Recht auf Reparatur“ nicht nur ökologische Vorteile bringt, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen kann – vor allem in den Bereichen IT, Elektro, Textil und Mechatronik. Gleichzeitig verschärfen sich bestehende Fachkräfteengpässe, besonders für Kleinstbetriebe in der Reparaturbranche. Eine Trendwende zu mehr Reparatur erfordert gezielte Maßnahmen in Berufsbildung, Unternehmensförderung und Produktdesign. Auch volkswirtschaftlich kann eine Reparaturwende lohnend sein – sofern die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Entscheidend ist, dass Reparieren zur gesellschaftlichen Normalität wird.