Nachhaltigkeit in der Praxis – Mit ganzheitlichen Konzepten Klimaschutz und Effizienz verbinden
Mai 2025
Hrsg.: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Der Artikel beschreibt, wie ganzheitliche Nachhaltigkeitskonzepte Klimaschutz und Effizienz miteinander verbinden können. Unternehmen setzen dabei auf integrierte Strategien, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte vereinen und Synergien schaffen. Praxisbeispiele zeigen, dass solche Ansätze nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch Kosten senken und Innovationspotenziale freisetzen. Erfolgsfaktoren sind klare Zielsetzungen, messbare Kennzahlen und die Verankerung von Nachhaltigkeit in allen Unternehmensbereichen.
Justice in the transition: Litigating corporate abuse in the shift to clean energy for all
Juli 2025
Hrsg.: Business and Human Rights Resource Center
Die Analyse beleuchtet weltweit geführte Klagen gegen Unternehmen und Staaten wegen Menschenrechtsverletzungen im Kontext der Energiewende, vor allem im Rohstoffabbau und seltener bei Projekten für erneuerbare Energien. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe wie Umweltzerstörung, Wasserprobleme und die Missachtung der Rechte indigener Gemeinschaften. Viele Verfahren zielen darauf ab, umstrittene Projekte zu stoppen, ein Teil davon war für die betroffenen Gemeinden erfolgreich. Die Publikation empfiehlt, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten ernst zu nehmen, faire Konsultationen durchzuführen und auf partizipative, gerechte Geschäftsmodelle zu setzen.
Infoblatt Elektromobilität: Automobilindustrie im Wandel
Mai 2025
Hrsg.: INKOTA
Elektromobilität gilt als Schlüssel zur Klimaneutralität, doch sie erhöht massiv den Rohstoffbedarf, insbesondere für Batterien. Der Rohstoffabbau, meist im Globalen Süden, ist oft mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verbunden. Trotz einiger Initiativen fehlt es an verbindlichen Regeln entlang der Lieferketten. Eine wirklich gerechte Mobilitätswende erfordert mehr als E-Autos: weniger Autos, besserer ÖPNV, Sharing und klare Menschenrechtsstandards.
Obwohl die Digitalisierung als Effizienztreiber gilt, ist ihr Ressourcenverbrauch immens, vom Kupferabbau bis zum Wasserbedarf riesiger Rechenzentren. Der Ausbau digitaler Infrastruktur geht mit Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und wachsenden CO₂-Emissionen einher. Gleichzeitig birgt Digitalisierung Potenziale für Ressourcenschonung, sofern politische Rahmenbedingungen gesetzt werden, die Rebound-Effekte vermeiden und den absoluten Rohstoffverbrauch senken. INKOTA fordert eine gerechte und globale Rohstoffwende für eine zukunftsfähige Digitalisierung.
Eine nachhaltige Baustoffwende ist zentral, um Klimaziele zu erreichen und den enormen Ressourcenverbrauch im Gebäudesektor zu senken. Das Papier fordert politische Leitplanken für ressourcenschonendes Bauen, etwa durch verbindliche Rezyklatquoten, eine Ökobilanzpflicht und Förderanreize für zirkuläres Bauen. Holz, Lehm, Recyclingbeton und Sekundärmaterialien bieten konkrete Alternativen zu CO₂-intensiven Baustoffen. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass die Baustoffwende machbar ist, wenn der politische Wille vorhanden ist. Der Gebäudebereich kann so zum Hebel für Klimaschutz und Ressourcengerechtigkeit werden.
Digitalization of Circular Business Models – Digital solutions enabling the transition towards circular economy
Juni 2025
Hrsg.: UN Environment Programme, One Planet Network und Wuppertal Institut
Zirkuläre Geschäftsmodelle können maßgeblich dazu beitragen, Emissionen und Ressourcenverbrauch zu senken, vorausgesetzt, sie werden systematisch gefördert. Neun Modelle wie Sharing, Reparatur oder Produktnutzung statt -besitz werden auf ihr Klimapotenzial und ihre Umsetzungschancen analysiert. Besonders wirksam sind Geschäftsmodelle, die Konsumverhalten strukturell verändern. Damit ihr Potenzial gehoben werden kann, braucht es politische Rahmenbedingungen wie steuerliche Anreize und neue Infrastrukturen. Die Analyse zeigt konkrete Hebel für die Transformation hin zu einer klimafreundlichen Kreislaufwirtschaft auf.
Suffizienz als „Strategie des Genug“: Eine Einladung zur Diskussion
März 2024
Hrsg.: Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)
Das Papier plädiert für eine Suffizienzpolitik, die politischen Rahmen statt individueller Verzichtsappelle in den Mittelpunkt stellt. Anhand konkreter Beispiele aus Göttingen, Paris und Wien wird gezeigt, wie Suffizienz soziale Gerechtigkeit, Lebensqualität und Klimaschutz zugleich stärken kann. Die Autor*innen fordern eine mutige Politik, die ressourcenschonende Lebensweisen fördert und strukturell ermöglicht. Eine strategische Suffizienzpolitik soll als Ergänzung zu Effizienz und Konsistenz fest im politischen Handlungsrepertoire verankert werden.
Statt echten Ressourcenschutz voranzubringen, setzen Politik und Industrie zunehmend auf CCS – eine teure und riskante Scheinlösung, die bestehende Strukturen zementiert. Der Artikel „Am Scheideweg“ fordert eine konsequente Ressourcenwende, basierend auf Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft und echter Innovationsförderung. Studien zeigen breite gesellschaftliche Zustimmung zu Vermeidung und Wiederverwendung. CCS hingegen birgt erhebliche Sicherheits-, Umwelt- und Kostenrisiken, ohne langfristig wirksam zu sein. Die Transformation muss an den Ursachen ansetzen, und nicht an Symptomen.
Hrsg.: Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung
Da sich der globale Wettbewerb um bestimmte mineralische Rohstoffe verschärft, untersucht dieses Briefing Paper die geopolitischen und politischen Veränderungen, die die externe Rohstoffstrategie der EU prägen. Neben den etablierten Ansätzen werden neue Instrumente wie Strategische Projekte oder Strategische Partnerschaften zu Rohstoffen, ihre Ansätze, Möglichkeiten und Unzulänglichkeiten bewertet. Das Papier bietet aktuelle Einblicke in die Art und Weise, wie die EU versucht, ihr Streben nach strategischer Autonomie mit den Realitäten anhaltender globaler Abhängigkeiten in Einklang zu bringen. Es werden die Zielkonflikte zwischen der Förderung von Nachhaltigkeit, Investitionen und wirtschaftlichen Vorteilen in rohstoffreichen Ländern und dem Risiko eines zunehmenden Extraktivismus verdeutlicht.
Gefährlicher Präzedenzfall – Wie eine Schiedsgerichtsklage den deutschen Kohleausstieg gefährdet
April 2025
Hrsg.: PowerShift
Das öffentliche schweizerische Unternehmen Azienda Elettrica Ticinese (AET) verlangt vor einem internationalen Schiedsgericht eine Entschädigung für den deutschen Kohleausstieg. Das Unternehmen hält Anteile an einem deutschen Kohlekraftwerk, das wegen des Kohleausstiegs seinen Betrieb einstellen wird. Das Briefing zeigt auf, wie die Klage vor einem Schiedsgericht genutzt wird, um Entschädigungen für ein verlustträchtiges Kraftwerk zu erstreiten und wie damit der deutsche Kohleausstieg gefährdet wird.