Fokus faire und ökologische Kleidung – Überblick aus Fair-Handels-Sicht

Hrsg.: Forum Fairer Handel

Was kostet ein T-Shirt und warum? Wenige Güter kommen uns so nah, wie die Kleidung, die wir tragen. Kaum ein Erzeugnis scheint so austauschbar. Während das Preisniveau nahezu aller Konsumgüter des täglichen Bedarfs in den letzten 20 Jahren kontinuierlich anstieg, stiegen unsere Ausgaben für Kleidung kaum merklich und das, obwohl wir jährlich mehr Kleidungsstücke kaufen. Auch 2021 werden für unsere Kleidung mehrheitlich diejenigen, die diese unter teils katastrophalen Arbeitsbedingungen herstellen, zahlen. Sei es unmittelbar oder als Folge umweltzerstörerischer Produktionsweisen. Die Covid-19-Pandemie hat diesen Umstand abermals vergegenwärtigt und leider auch drastisch verschärft. Umso wichtiger, dass eine weltweit wachsende Fair Fashion Branche, getragen von innovativen Labels, Stores und Modemacher*innen, sich der konventionellen Textilindustrie entgegenstellt.

Wie können Fast Fashion und das Ansinnen nach nachhaltigem, sozialverträglichem Konsum gleichzeitige Phänomene unserer Zeit sein? Die langen Herstellungswege unserer Kleidung sind noch immer zu verschleiert. Transparenz wird zum Politikum der Gegenwart. Die Initiative Lieferkettengesetz fordert deshalb für Deutschland eine gesetzliche Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und konnte sich damit Gehör bis in die Bundespolitik verschaffen.

Viele Modelabels stellen ihre Lieferketten detailliert dar und laden zur Rückverfolgung der Kleidungsstücke ein. Mit vier von ihnen hat das Forum Fairer Handel ein Interview geführt. Davon, wie faire und ökologische Kleidung aussehen, eingekauft und gelebt werden kann, berichtet zu Beginn dieser Broschüre die Gründerin des supermarchés – eines fair-ökologischen Fashion Stores in Berlin-Kreuzberg.

Ein bewährtes Mittel für Verbraucher*innen zur Orientierung bieten Zeichen und Siegel. Diese wiederum müssen ihrerseits erst richtig eingeordnet werden, denn die dahinterliegenden Organisationen, Mitgliedschaften und Standards sind zahlreich. Mit dem Grünen Knopf wurde 2019 das erste staatliche Siegel für nachhaltige Textilien eingeführt und mit dem Fairtrade-Textilstandard gibt es einen weiteren vielversprechenden neuen Standard.

Wir brauchen weitere Veränderungen, denn es liegt an fehlenden politischen Richtlinien, an Unternehmen, die ihrer Verantwortung über ihre gesamten Wertschöpfungsketten gerecht werden müssen und an uns als Konsument*innen, ob die Herkunft unserer Kleidung unter die Haut geht. Mit dieser Broschüre bietet das Forum Fairer Handel eine praktische Handreichung über Initiativen für faire und ökologische Kleidung aus Fair-Handels-Perspektive sowie eine Übersicht über die derzeit gängigen Zeichen und Siegel im Textilbereich.