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Uhrzeit: 16:00 – 18:00 Uhr

Ort:
Online

Veranstalter:
Deutsche Umwelthilfe
www.duh.de

Eintritt: Kostenlos
Mi 03. März 2021

101. Treffen im Netzwerk Bioökonomie

Umrüstung von Kohlekraftwerken auf Biomasseverbrennung: Irrweg oder Ausweg?

Mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstieg werden Kohlekraftwerke bis spätestens 2038 ihren Betrieb einstellen. Damit rücken neue Themen in den Vordergrund der Debatte: Sollen Kohlekraftwerke durch „Umrüstung“ auf Biomasse weiterhin für die Stromerzeugung zur Verfügung stehen? Eine in diesem Kontext viel diskutierte Idee ist es, in den Kraftwerken zukünftig Biomasse auf Basis von Holz zu verbrennen. Aktuelle Beispiele für diese Vorhaben sind die Kraftwerke Tiefstack in Hamburg und Wilhelmshaven. Befürworter sehen in der „Umrüstung“ eine sinnvolle Übergangstechnik in Zeiten von niedrigen Holzpreisen und großen Mengen Schadholz, positive Effekte für das Klima und Chancen für einen Strukturwandel der ehemaligen Braunkohleregionen. Auch die EU scheint dieser Meinung zu sein, denn sie bezeichnet die Verbrennung von Holz als klimaneutral und öffnet somit die Tür für die Förderung von Biomasseverbrennungsanlagen im Rahmen der erneuerbaren Stromgewinnung.

Umweltverbände sind entschieden anderer Meinung. Sie sehen die ohnehin gefährdeten globalen Wälder durch die Biomassenutzung zusätzlich unter Druck. Dabei verzeichnen sie keine positiven Effekte für das Klima, denn die Verbrennung von Holz setze mehr CO2 frei als die von Kohle. Auch der Kreislauf-Gedanke funktioniere nicht, denn es dauere viel zu lange, bis eine neue Generation Bäume das freigesetzte CO2 wieder aufgenommen habe. Stattdessen weisen sie hin auf die entstehenden Probleme durch den steigenden Nutzungsdruck auf kohlenstoffreiche Ökosysteme und die damit einhergehende Verschärfung der Biodiversitätskrise; auf die teils langen Transportwege auf Grund der globalen Importstrukturen sowie nicht zuletzt auf die sozialen Folgen in Herkunftsländern.

Darüber wird anhand der folgenden Leitfragen am 3. März gemeinsam diskutiert:

Echter Klimaschutz oder falsche Versprechen? Was kann die Biomasseverbrennung für den Umstieg auf erneuerbare Energien und den Klimaschutz leisten?

Sollte der weitere Druck auf das wichtige Ökosystem Wald sowie dessen Funktionen für Klimaschutz und Biodiversität politisch zugelassen oder gar subventioniert werden?

Ist die Förderung der „Umrüstung“ auf Biomasse, insbesondere auf Holz, im Rahmen des EEG als Klimaschutzmaßnahme in Anbetracht der europäischen Klimaziele zu rechtfertigen?

Als Impuls-Geber*innen haben zugesagt oder sind angefragt:

Eine Vertretung aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) (angefragt)

Prof. Pierre Ibisch, Waldnaturschutz Experte HNE Eberswalde (zugesagt)

Benedikt von Butler, Geschäftsführer Enviva Deutschland (zugesagt)

Almuth Ernsting, Biofuelwatch (zugesagt)

Moderation: Dr. Cornelia Nicklas, Deutsche Umwelthilfe e.V.

An- oder Abmeldung: Bitte melden Sie sich bis spätestens 1. März 2021 über folgenden Link an: Anmeldung. Sie erhalten rechtzeitig vor der Veranstaltung Einwahldaten und technische Details.