Extraktivismus Reloaded – Rohstoffpolitik in Lateinamerika seit dem Boom ab 2003

Hrsg.: Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e. V. (FDCL), Powershift e.V.

In einer Phase überwiegend hoher Rohstoffpreise steigerten die „progressiven“ Regierungen ab den 2000er Jahren die staatlichen Ein-nahmen aus dem Rohstoffsektor und investierten diese in Sozial-, Bildungs- oder Gesundheitsprogramme. Dies führte anfangs zur Befriedung einiger sozialer Konfliktfelder und zu einer breiten politischen Legitimität der Regierungen. Tiefgreifende strukturelle Veränderungen blieben jedoch weitgehend aus und die Auswirkungen des Neo-Extraktivismus auf Menschenrechte und die Umwelt blieben gleichermaßen gravierend.
In der vorliegenden Studie wird eine Bestandsaufnahme vorgenommen und die Situation aus heutiger Perspektive analysiert. Anhand mehrerer Länderbeispiele werden exemplarisch die Rohstoffpolitik während des Rohstoff-Booms ab 2003 nachgezeichnet und die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Extraktivismus betrachtet.