Suffizienz als „Strategie des Genug“: Eine Einladung zur Diskussion
März 2024
Hrsg.: Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)
Das Papier plädiert für eine Suffizienzpolitik, die politischen Rahmen statt individueller Verzichtsappelle in den Mittelpunkt stellt. Anhand konkreter Beispiele aus Göttingen, Paris und Wien wird gezeigt, wie Suffizienz soziale Gerechtigkeit, Lebensqualität und Klimaschutz zugleich stärken kann. Die Autor*innen fordern eine mutige Politik, die ressourcenschonende Lebensweisen fördert und strukturell ermöglicht. Eine strategische Suffizienzpolitik soll als Ergänzung zu Effizienz und Konsistenz fest im politischen Handlungsrepertoire verankert werden.
The Raw Materials Situation in Neighboring European Countries: Bosnia and Herzegovina, Serbia, Georgia, Armenia
Juli 2024
Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung
Die Publikation der Heinrich-Böll-Stiftung analysiert die Rohstoffsituation in Bosnien und Herzegowina, Serbien, Georgien und Armenien – Länder im geopolitischen Spannungsfeld zwischen Ressourcenbedarf der EU und autoritären Tendenzen vor Ort. Sie zeigt, dass kritische Rohstoffe zwar zentral für die europäische Energiewende sind, deren Abbau aber häufig mit Umweltzerstörung, mangelnder Transparenz und Repression gegen zivilgesellschaftliche Akteure einhergeht. Die Studie fordert, soziale und ökologische Standards nicht den geopolitischen Interessen unterzuordnen.
Strategic Projects under the Critical Raw Materials Act: The Socio-Environmental Risks of Fast-Tracking Mining Projects
Dezember 2024
Hrsg.: Friends of the Earth Europe, EEB, MINOB, MiningWatch Portugal, Amigos de la tierra
Fast ein Jahr nach der Verabschiedung des EU-Gesetzes über kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials Act – CRMA) äußern zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Besorgnis über die sozio-ökologischen Risiken der beschleunigten Durchführung von Bergbauprojekten, die nicht von der lokalen Bevölkerung unterstützt werden und Anzeichen für fehlerhafte Genehmigungen oder unzureichende Umweltverträglichkeitsprüfungen aufweisen. Das Positionspapier wird zudem von sechs Factsheets über umstrittene Bergbauprojekte begleitet.
Die Broschüre stellt anschaulich und einprägsam dar, dass die Rohstoffwende bei der Mobilitätswende mitgedacht werden muss und gibt Denkanstöße wie dies gelingen könnte. Dabei wird unter anderem auf die Maßnahmen Substitution und Zirkularität, Recycling und Verschlankung sowie mögliche politische Weichenstellungen eingegangen.
Hrsg.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Der Bericht des BGR enthält Zahlen und Fakten zum Jahr 2023 zur heimischen Rohstoffproduktion, zum deutschen Außenhandel, zu Recyclingrohstoffen, zur Entwicklung der Rohstoffpreise und zum Rohstoffverbrauch im Hinblick auf die Versorgungssituation Deutschlands mit mineralischen Rohstoffen und Energierohstoffen. Mit Blick auf die Rohstoffversorgung wird auch die Entwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten dargestellt und bewertet. Der Rohstoffsituationsbericht wird seit 1980 jährlich veröffentlicht.
Kritische mineralische Rohstoffe in Deutschland – Gewinnung und Exploration
August 2024
Hrsg.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Die Versorgung mit mineralischen Rohstoffen ist von zentraler Bedeutung für die heimischen Wertschöpfungsketten. Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und der Urbanisierung, der Industrialisierung der Schwellenländer sowie der Verkehrs- und Energiewende steigt der weltweite Rohstoffbedarf an mineralischen Rohstoffen stetig. In Deutschland sind u.a. Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, ambitionierte Wohnungsbauvorhaben und diverse Projekte zur Nachhaltigkeitstransformation mit einem erheblichen Bedarf an einer Vielzahl mineralischer Rohstoffe verbunden.
Solarlieferketten im Blick: Risiken verstehen, verantwortungsbewusst einkaufen!
Dezember 2024
Hrsg.: PowerShift e.V.
Die Broschüre beleuchtet grundlegende menschenrechtliche und ökologische Risiken in der Lieferkette von Solarmodulen auf Basis von Silizium und zeigt auf, wie beim Einkauf von Solarmodulen einerseits die Wahrscheinlichkeit von Lieferkettenverbindungen nach Xinjiang möglichst gering zu halten und andererseits der Verletzung von menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten zu begegnen ist.
Hrsg.: acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen für eine nachhaltige Wirtschaftsweise, indem sie als „Enabler“ zentrale Bausteine für die Transformation zur Kreislaufwirtschaft bereitstellt. Die vorliegende Studie zeigt anhand von drei Sektoren – Bau, Elektronik und Textil –, wie digitale Technologien wie Produktpässe, Datenräume und KI die Materialnutzung optimieren und geschlossene Wertschöpfungskreisläufe fördern können. Sie unterstreicht, dass die Kombination von zirkularökonomischem Wissen und digitaler Transformation der Schlüssel zu einer resilienten, ressourcenschonenden Zukunft ist.
Final Report: Study to review the functioning and effectiveness of Regulation (EU) 2017/821
November 2024
Hrsg.: GOPA PACE, TDi Sustainability & Responsible Sourcing Network im Auftrag der Europäischen Kommission
Die Studie zeigt auf, dass die EU-Verordnung 2017/821, die Sorgfaltspflichten für EU-Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold festlegt, entscheidende Fortschritte im Bereich der verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralien aus Konfliktgebieten erreicht hat. Trotz begrenztem Bewusstsein und Herausforderungen bei der Umsetzung konnten durch die Regelungen der EU und die OECD-Sorgfaltspflichten erste Verbesserungen erreicht werden. In den kommenden Jahren wird es notwendig sein, die Wirksamkeit dieser Ansätze weiter zu prüfen und den Fokus auf eine faire Kostenverteilung und die Einhaltung hoher Sozial- und Umweltstandards in globalen Lieferketten zu legen.
Rohstoffwende: Ressourcen schützen, Zukunft für alle sichern
Oktober 2024
Hrsg.: AK Rohstoffe
Das Forderungspapier hebt hervor, dass der steigende Verbrauch natürlicher Ressourcen, insbesondere metallischer Rohstoffe, unsere Lebensgrundlagen gefährdet. Während die Diskussion zur deutschen und EU-Rohstoffpolitik bisher vor allem auf Versorgungssicherheit fokussiert ist, bleibt die Frage offen, wie eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik im Einklang mit planetaren Grenzen und Menschenrechten aussehen kann. Als Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen wird daher eine umfassende Rohstoffwende gefordert, die die absolute Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs, den Ausbau einer globalen Kreislaufwirtschaft und die Einhaltung höchster Standards entlang der Rohstoff-Wertschöpfungsketten umfasst.