Aktuelle Projekte aus der zweiten Phase des Netzwerk Ressourcenwende (2024 bis 2027)
Stand der Diskussionspapiere
Die Arbeitsgruppen des Netzwerks arbeiten kontinuierlich an inhaltlichen Papieren zu zentralen Themen einer sozial gerechten Ressourcenwende. Im Themenfeld Herstellerverantwortung fand ein interner Fachworkshop mit externen Expert*innen statt, auf dessen Grundlage das entsprechende Papier derzeit finalisiert wird. Das Papier zum Thema Reparatur wurde ausgearbeitet und durchläuft aktuell die Kommentierungsphase. Das Diskussionspapier zu Bauen und Wohnen wurde bereits veröffentlicht und durch eine begleitende Veranstaltung vorgestellt. Mit den beiden neu gewählten Themen „Ökonomische Instrumente für Ressourcenschutz“ sowie „Berufsfelder, Bildung und Fachkräftemangel“ umfasst das Portfolio des Netzwerks nun insgesamt sechs Diskussionspapiere, die im Jahr 2026 von neu eingerichteten Arbeitsgruppen intensiv vorangebracht werden.
Bei Interesse an einer Mitarbeit oder bei Rückfragen zur inhaltlichen Ausrichtung freuen wir uns über eure Kontaktaufnahme ressourcenwende [at] bund [dot] net.
Studie zu Sektorzielen für ein Ressourcenschutzgesetz
Um die Diskussion um verbindliche Reduktionsziele für den Ressourcenverbrauch voranzubringen, hat das Netzwerk beim Wuppertal Institut eine Studie mit dem Arbeitstitel „Sektorziele eines Ressourcenschutzgesetzes“ in Auftrag gegeben, die inzwischen auch als Kurzfassung veröffentlicht wurde. Ziel der Studie ist es, mithilfe einer Modellrechnung konkrete Sektorziele für den Ressourcenschutz aufzuzeigen. Hierfür werden unterschiedliche Ansätze zur Festlegung von Sektorzielen analysiert, deren Vor- und Nachteile dargestellt und darauf aufbauend ein Vorschlag für spezifische Ziele einschließlich einer Beispielrechnung erarbeitet.
Kommunikation von Suffizienz: Workshop zum Framing
Das Netzwerk hat im Dezember 2025 einen Workshop zum Framing von Suffizienz durchgeführt. Ziel war es, gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie suffizienzorientierte Positionen überzeugend kommuniziert werden können, insbesondere gegenüber politischen Entscheidungsträger*innen. Vor dem Hintergrund der politischen Zurückhaltung der Bundesregierung beim Thema Suffizienz ist es umso wichtiger, tragfähige und anschlussfähige Argumentationen zu entwickeln, die die gesellschaftliche Relevanz und Notwendigkeit solcher Maßnahmen sichtbar machen.
Netzwerktreffen im November 2025
Am 27. November fand ein Netzwerktreffen statt, das zentrale Impulse für die weitere Arbeit des Netzwerks setzte. Dabei wurden zwei neue Themen für kommende Diskussionspapiere identifiziert. Die Themenbereiche „Ökonomische Instrumente für Ressourcenschutz“ sowie „Berufsfelder, Bildung und Fachkräftemangel“ werden seither von neu eingerichteten Arbeitsgruppen bearbeitet. Zudem wurde die Einrichtung eines Koordinierungskreises angestoßen, der das Netzwerk künftig strategisch begleiten und stärken soll.
Workshop zur Zusammenarbeit in transdisziplinären Netzwerken
Der Workshop „Vom Silo zur Synergie“ fand im November 2025 statt und bot Raum zur Reflexion über Erfolgsfaktoren und Hemmnisse in der Zusammenarbeit transdisziplinärer Netzwerke, die auf eine sozial-ökologische Transformation ausgerichtet sind. Als Gäste nahmen Vertreter*innen zweier eng mit dem Netzwerk Ressourcenwende kooperierender Netzwerke teil: des Runden Tisches Reparatur und des AK Rohstoffe. Gemeinsam wurden auf Grundlage der jeweiligen Arbeitserfahrungen förderliche und hinderliche Faktoren der Netzwerkarbeit analysiert und diskutiert, wie diese im aktuellen politischen Umfeld möglichst wirksam gestaltet werden kann.
Politische Entwicklungen zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS)
Nach der Verabschiedung der NKWS im Dezember 2024 plant die neue Bundesregierung derzeit ein Aktionspunkteprogramm, das kurzfristig umsetzbare Elemente der Strategie benennen soll. Die Veröffentlichung ist für Februar 2026 angekündigt. Das Netzwerk Ressourcenwende beobachtet diesen Prozess kritisch und setzt sich dafür ein, dass:
- ausreichend finanzielle Mittel zur vollständigen Umsetzung bereitgestellt werden,
- eine breite Verbändebeteiligung sichergestellt wird,
- und eine echte Kreislaufwirtschaft durch eine konsequente Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs vorangetrieben wird.
In diesem Zusammenhang bekräftigt das Netzwerk seine Forderung nach einem Ressourcenschutzgesetz mit verbindlichen Reduktionszielen.
Netzwerktreffen im Mai 2025
Am 21. Mai 2025 fand das zweite große Netzwerktreffen in Berlin statt. Rund zwanzig Vertreter*innen aus den Netzwerkorganisationen diskutierten aktuelle Entwicklungen im Netzwerk, darunter den Stand der Diskussionspapiere, Projektideen im Rahmen des laufenden Forschungsprojekts sowie politische Einschätzungen zur Umsetzung der NKWS. In einem Austausch mit Vertreter*innen aus den Umwelt- und Wirtschaftsministerien wurden Chancen, Hürden und nächste Schritte zur Umsetzung der NKWS erörtert. Das nächste Netzwerktreffen wird im November 2025 stattfinden.
Auf dem Weg zur Erstellung der Diskussionspapiere
Bereits im Januar 2025 fand ein Workshoptag statt, in dem die thematischen Schwerpunkte für die geplanten sechs Diskussionspapiere weiter konkretisiert wurden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Verknüpfung von Ressourcenschutz und sozialer Gerechtigkeit. Aus dem Netzwerk heraus haben sich nun Arbeitsgruppen gebildet, welche die Diskussionspapiere im Laufe des Jahres erarbeiten. Erste Arbeitsgruppentreffen zu den Themen „Herstellerverantwortung“, „Reparatur“ und „Bauen und Wohnen“ haben bereits stattgefunden, weitere werden folgen.
Bewertung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie
Am 4. Dezember 2024 verabschiedete das Bundeskabinett die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS), die zentrale Leitlinien für den Ressourcenschutz setzen soll. Das Netzwerk Ressourcenwende hat die Strategie in der Arbeitsgruppe NKWS analysiert und bewertet. Die NKWS enthält wichtige Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, darunter eine Plattform für Kreislaufwirtschaft, die Roadmap 2030 sowie ein Monitoring- und Evaluationssystem. Für eine wirksame Umsetzung sind jedoch verbindliche Maßnahmen und gesetzliche Vorgaben erforderlich. Ein Ressourcenschutzgesetz mit klaren Reduktionspfaden und Sanktionsmechanismen könnte die Ziele der NKWS langfristig absichern. Zudem wäre eine stärkere Einbindung von Zivilgesellschaft, Umweltverbänden und Gewerkschaften sinnvoll. Auch globale Gerechtigkeitsaspekte sollten konsequenter berücksichtigt und internationale Partnerschaften an den Bedürfnissen der Partnerländer ausgerichtet werden.
Netzwerktreffen
Ein bedeutender Schritt in der Weiterentwicklung unserer Arbeit war das erste Netzwerktreffen am 21. November 2024. Gemeinsam mit den Teilnehmenden haben wir erste Impulse für die Fortführung unserer Arbeit gesammelt und spannende Diskussionen geführt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in die zukünftige Arbeit des Netzwerks ein. Das nächste Netzwerktreffen wird im Mai 2025 stattfinden.