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Ausgabe 07/2021: 3. Workshop | Ressourcenschutzziele | Ressourceneffizienz in der Wirtschaft

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Es braucht eine sozio-ökologische Transformation der Gesellschaft!
Newsletter #7, Juni 2021

Liebe Lesende,

in diesem Newsletter richten wir den Blick auf das Netzwerk und lassen die neuesten Entwicklungen im Projekt Revue passieren. Die Überschneidung des dritten und letzten Vernetzungsworkshops am 5. Mai mit dem deutschen Erdüberlastungstag betont die Bedeutung des Anliegens des Netzwerkes. Die Schwerpunkte des Treffens lagen auf dem Konzept eines Ressourcen-Stammgesetzes und der sozialen Gerechtigkeit im Ressourcenschutz.

Ein weiteres Ereignis für das Netzwerk bildete die Veröffentlichung eines gemeinsamen Policy Papers, welches eine Kurzstudie über die absolute Reduktion des Ressourcenverbrauchs begleitet. Zentral sind für dieses Vorhaben nationale Ressourcenschutzziele – eine Herausforderung für die nächste Bundesregierung.

Gleichzeitig herrscht ein globaler Rohstoffmangel. Es ist mit einem Post-Covid-Rohstoffboom zu rechnen. Einen Überblick über die damit verbundenen ökonomischen Hintergründe und Auswirkungen auf soziale Fragen erschließt ein neuer Blogbeitrag.
Währenddessen wird in Deutschland mit der Mantelverordnung versucht, einen großen Abfallstrom zu regulieren und die Kreislaufwirtschaft anzukurbeln. Parallel dazu erschließen sich für Unternehmen durch den Kreislaufgedanken und den Einsatz neuer Technologien neue Chancen für Ressourceneffizienz.

Wie üblich finden Sie im zweiten Teil des Newsletters ausgewählte Publikationen und Veranstaltungen der kommenden Wochen.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Bleiben Sie gesund und solidarisch.

Einen schönen Sommer wünschen Ihnen Ihre Newsletter-Redakteurinnen
Ann Wehmeyer & Timea Campedelli

Aktuelles aus dem Projekt
Ressourcenpolitik im Bundestag | Juni 2021
Diese Sammlung und Zusammenfassung von Anfragen, Anträgen, Anhörungen und Unterrichtungen rund um den Themenkomplex Ressourcenpolitik soll einen kurzen Überblick über die ressourcenpolitischen Geschehnisse im Bundestag geben.
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Fact Sheet zu den Ressourcenschutzzielen
Weniger Ressourcen, gerechtere Gesellschaft – eine neue Architektur Die Ressourcenkrise gehört zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Dies zeigt nicht nur der jedes Jahr früher stattfindende Erdüberlastungstag, sondern auch…
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Ressourcenpolitik im Bundestag | Mai 2021
Diese Sammlung und Zusammenfassung von Anfragen, Anträgen, Anhörungen und Unterrichtungen rund um den Themenkomplex Ressourcenpolitik soll einen kurzen Überblick über die ressourcenpolitischen Geschehnisse im Bundestag geben.
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Rohstoffboom im Kontext von post-Covid und grün-technologischem Umbau
Steigende Preise von Kupfer, Nickel und Gold kündigen einen neuen Rohstoffboom an. Inwiefern dieser in der Ausweitung des Bergbaus und der Zerstörung von Böden und Lebensgrundlagen resultiert ist nicht nur…
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3. Workshop der Ressourcenwende
Der dritte Workshop der Ressourcenwende fand am 05. Mai statt. Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft und der Forschung diskutierten Schnittstellen einer zukünftigen transdisziplinären Arbeit und mögliche Transformationshebel einer Ressourcenwende.
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Neuigkeiten

Deutschlands Rolle bei der Förderung von Aluminium

In einer Petition fordern mehr als 92.000 Unterstützer*innen die Bundesregierung auf, Menschenrechtsverletzungen im Bauxit-Abbau im westafrikanischen Guinea aufzuhalten und angemessene Entschädigungen für die Betroffenen zu leisten. Die Zwangsumsiedlung der lokalen Bevölkerung für die Erweiterung einer Bauxitmine hat zu erschwertem Zugang zu Trinkwasser, mangelhafter ärztlicher Versorgung und dem Wegfall von Einkommensmöglichkeiten geführt, da das neue Gelände nicht landwirtschaftlich genutzt werden kann. Fast ein Viertel der globalen Vorräte von Bauxit befindet sich in dem westafrikanischen Land und stellt eine Bedrohung für die Bevölkerung und die Artenvielfalt vor Ort dar.
Trotz der Voraussetzung jeder UFK-Garantie, dass internationale Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards eingehalten werden und trotz des neu verabschiedeten Lieferkettengesetzes unterstützt die deutsche Bundesregierung mit einer Garantie für Ungebundene Finanzkredite (UFK) in Höhe von knapp 250 Millionen Euro den Minenbetreiber.


Rohstoffmangel bremst Bauboom

Viele Rohstofflieferantenmussten die Produktion in der Corona-Pandemie zurückfahren. Mit dem weltweiten Nachfrageanstieg machen sich fehlender Nachschub und verzögerte Lieferungen stärker bemerkbar, nicht zuletzt wegen fehlender Lieferkapazitäten und der Suez-Blockade. Der Materialmangel und die massiven Preissteigerungen bei Aluminium, Kupfer und Stahl betreffen insbesondere die Baubranche, aber auch die Automobilindustrie.


Lieferkettengesetz endlich beschlossen

Der Deutsche Bundestag hat im Juni das sogenannte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verabschiedet. Damit sollen ab 2023 Unternehmen verpflichtet werden, ihrer Verantwortung in der Lieferkette in Bezug auf die Achtung international anerkannter Menschenrechte und bestimmter Umweltstandards nachzukommen. Die Initiative Lieferkettengesetz spricht von einem Paradigmenwechsel, kritisiert aber die Einbußen, die das Gesetz durch die Wirtschaftslobby erfahren hat. So werden Geschlechtergerechtigkeit und Rechte indigener Völker marginalisiert und eine zivilrechtliche Haftung ausgelassen.


Gründe für eine Rohstoffwende

In der Publikation 12 Argumente für eine Rohstoffwende verdeutlicht PowerShift e.V. mithilfe von Visualisierungen, Statistiken und Zitaten die Notwendigkeit einer Rohstoffwende und skizziert ein ressourcenschonendes Umsteuern der Produktions- und Konsumweise. Auch die Verkehrs- und Energiewende werden betrachtet, denn die Vermeidung von Rebound-Effekten in beiden Bereichen ist wichtig um den Menschenrechtsverletzungen und der Umweltverschmutzung aufgrund des Rohstoffabbaus ein Ende zu setzen. Die Verantwortung der deutschen Industrie als eine der größten Importeure von Metall gilt als immanent.


Bedeutet der Einsatz von KI Ressourceneffizienz?

Durch einen verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz erhoffen sich Unternehmen Kosten- und Zeiteinsparungen um somit Einsparpotenziale beim Material- und Energieverbrauch auszunutzen. Weitere Vorteile einer KI-Anwendung sind die Qualitätssteigerung der Produkte und ihr breites Anwendungsspektrum. Im deutschen Gewerbe steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen und benötigt unter anderem Know-how. Die Bundesregierung fördert dies in ihrem Deutschen Ressourceneffizienzprogramm. KI löst außerdem Bedenken aufgrund der Datensicherheit und der geringen Datenverfügbarkeit aus, weshalb Unternehmen auf externe Unterstützung von Wissenschaft und Entwickler*innen angewiesen ist.
Allgemein muss sichergestellt werden, dass die digitale Technologie für mehr soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz genutzt wird. So soll beispielsweise der zusätzliche Ressourcenverbrauch, den die KI-Anwendung verursacht, in die Kosten-Nutzen-Analyse einfließen.


Launch des CEWI-Projektes

Das CEWI-Projekt begleitet Unternehmen bei der Umsetzung zirkulärer Pilotprojekte und will auf diese Art praxisnahe Erfahrungen sammeln. Mit zwei Vorstudien über die Möglichkeiten von Kreislaufwirtschaft im Automobil- und Gebäudesektor identifizierte das Projekt zwei Handlungsfelder vorab und versucht nun verschiedene Unternehmen und relevante Akteure zusammenzubringen, um nachhaltiges Wirtschaften anzustoßen. Neben Unternehmen beteiligen sich Vertreter*innen von verschiedenen politischen Entscheidungsebenen, aus der Finanzwirtschaft, aus Fachverbänden, Think Tanks und zivilgesellschaftliche Organisationen an dem Projekt.


Nach vier Monaten auf Pump - Overshoot Day in Deutschland

Der diesjährige deutsche Erdüberlastungstag fiel laut Global Footprint Network auf den 5. Mai. Dies bedeutet, dass rein rechnerisch die Ressourcen, die in einem Jahr nachwachsen können, für 2021 an diesem Tag aufgebraucht sind. Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND kommentiert: "Der frühe deutsche Erdüberlastungstag ist ein Alarmsignal und Armutszeugnis für die verfehlte Umwelt- und Naturschutzpolitik der vergangenen Jahre. [..] Deutschland lebt ab heute auf Pump und verschwendet die Lebensgrundlagen aller Länder und zukünftiger Generationen. Das ist zutiefst ungerecht und geht auf Kosten der Menschen im globalen Süden."

Publikationen
Absolute Reduktion des Ressourcenverbrauchs: Vorreiter Niederlande – Ein Vorbild für Deutschland?
Absolute Reduktion des Ressourcenverbrauchs: Vorreiter Niederlande – Ein Vorbild für Deutschland?
Diese Studie im Auftrag von BUND und DNR behandelt die absoluten Reduktionsziele und das Ziel der niederländischen Regierung, bis 2050 eine Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Dafür wird ein näherer Blick auf Transitionsagenden, relevante Maßnahmen und das Monitoring geworfen. Abschließend werden die Lücken im niederländischen Programm und die Übertragbarkeit auf Deutschland diskutiert.
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Ressourcenschutzziele zur absoluten Reduktion des Ressourcenverbrauchs
Ressourcenschutzziele zur absoluten Reduktion des Ressourcenverbrauchs
Der Ressourcenverbrauch und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen für Mensch und Natur sind sehr ungleich verteilt. Die bisherigen politischen Maßnahmen wie das Kreislaufwirtschaftsgesetz oder das Ressourceneffizienzprogramm haben nicht zu einer Senkung des Verbrauchs geführt. Eine konsequente Ressourcenwende ist daher der wichtigste Hebel zur Überwindung von Verteilungsungerechtigkeit, Klimakrise und zum Schutz der biologischen Vielfalt. Deshalb fordern in diesem Policy Paper Akteur*innen des Ressourcenwende-Netzwerkes die Bundesregierung auf, Ressourcenschutzziele für abiotische und biotische Primärrohstoffe festzulegen.
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Zukunftsfähige Bioökonomie
Zukunftsfähige Bioökonomie
Um die Erde nicht über die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu bringen, gilt es, die globalen CO2-Emissionen und den Ressourcenverbrauch deutlich zu reduzieren. Lösung hierfür bietet die Bioökonomie, also ein auf nachwachsenden Rohstoffen basierendes Wirtschaftssystem. Eine neue Studie des Internationalen Instituts für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien (IINAS) im Auftrag des NABU zeigt, wo die Potenziale für eine nachhaltige Nutzung von Rohstoffen am größten sind. Darüber hinaus präsentieren die Autor*innen mit dem ganzheitlichen Lösungsansatz „BioWEconomy“, wie nachhaltiges Wirtschaften in Zukunft aussehen könnte.
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Sekundärrohstoffe in Deutschland
Sekundärrohstoffe in Deutschland
In einer Studie im Auftrag des NABU hat das ifeu untersucht, wie viele und welche Rohstoffe in Deutschland verbraucht werden, wie viel recycelt wird und wo die größten Potenziale für eine bessere Kreislaufwirtschaft liegen. In diesem Rahmen werden Materialflüsse, der Pro-Kopf-Verbrauch von Rohstoffen und die Zirkularitätsrate analysiert.
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Veranstaltungen
Unternehmensverantwortung global | 6. Juli | Webinar
Unternehmen tragen eine Verantwortung dafür, dass die Menschenrechte auch in ihren Auslandsgeschäften und Lieferketten geachtet werden. Das sagen die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Auf verschiedenen Ebenen gibt es Bemühungen, diese Pflicht von Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte verbindlich festzuschreiben. Von Fortschritten und Widerständen in diesen politischen Prozessen hin zu verbindlicher Unternehmensverantwortung berichtet Eva-Maria Reinwald, Referentin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte bei SÜDWIND.

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Läuft's mit der Kreislaufwirtschaft runder? | 7. Juli | Vorlesung
An diesem Termin der wöchentlichen digitalen Vorlesungsreihe „Rohstoffwende statt Rohstoffwahnsinn – Zeit für eine menschenwürdige und ressourcenschonende Zukunft“ mit der Umweltinitiative tuuwi an der TU Dresden und dem INKOTA-Netzwerk wird Sascha Roth (NABU) über Kreislaufwirtschaft sprechen.

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Wo lang zur Rohstoffwende? | 14. Juli | Vorlesung
Der Abschlusstermin der digitalen Vorlesungsreihe „Rohstoffwende statt Rohstoffwahnsinn – Zeit für eine menschenwürdige und ressourcenschonende Zukunft“ mit der Umweltinitiative tuuwi an der TU Dresden und dem INKOTA-Netzwerk wird von den Referent*innen Katrin Meyer (Runder Tisch Reparatur) und Dr. Martin Hirschnitz-Garbers (Ecologic Institut) geleitet.

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15. BilRess-Netzwerkkonferenz | 21. September | Konferenz
Bei der 15. Konferenz des Netzwerkes “Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz” erwarten Sie interessante Themen, Vorträge von Expert*innen, ein Ausstellung und viele Workshops rund um die Ressourcenbildung.

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Die Ressourcenwende möchte den Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Ressourcenpolitik fördern. >>>

Der Projektverbund besteht aus drei Partnern:

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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany
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Copyright © 2019 Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR). Das Projekt ist gefördert durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt.

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