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Deutschlands Rolle bei der Förderung von Aluminium
In einer Petition fordern mehr als 92.000 Unterstützer*innen die Bundesregierung auf, Menschenrechtsverletzungen im Bauxit-Abbau im westafrikanischen Guinea aufzuhalten und angemessene Entschädigungen für die Betroffenen zu leisten. Die Zwangsumsiedlung der lokalen Bevölkerung für die Erweiterung einer Bauxitmine hat zu erschwertem Zugang zu Trinkwasser, mangelhafter ärztlicher Versorgung und dem Wegfall von Einkommensmöglichkeiten geführt, da das neue Gelände nicht landwirtschaftlich genutzt werden kann. Fast ein Viertel der globalen Vorräte von Bauxit befindet sich in dem westafrikanischen Land und stellt eine Bedrohung für die Bevölkerung und die Artenvielfalt vor Ort dar. Trotz der Voraussetzung jeder UFK-Garantie, dass internationale Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards eingehalten werden und trotz des neu verabschiedeten Lieferkettengesetzes unterstützt die deutsche Bundesregierung mit einer Garantie für Ungebundene Finanzkredite (UFK) in Höhe von knapp 250 Millionen Euro den Minenbetreiber.
Rohstoffmangel bremst Bauboom
Viele Rohstofflieferantenmussten die Produktion in der Corona-Pandemie zurückfahren. Mit dem weltweiten Nachfrageanstieg machen sich fehlender Nachschub und verzögerte Lieferungen stärker bemerkbar, nicht zuletzt wegen fehlender Lieferkapazitäten und der Suez-Blockade. Der Materialmangel und die massiven Preissteigerungen bei Aluminium, Kupfer und Stahl betreffen insbesondere die Baubranche, aber auch die Automobilindustrie.
Lieferkettengesetz endlich beschlossen
Der Deutsche Bundestag hat im Juni das sogenannte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verabschiedet. Damit sollen ab 2023 Unternehmen verpflichtet werden, ihrer Verantwortung in der Lieferkette in Bezug auf die Achtung international anerkannter Menschenrechte und bestimmter Umweltstandards nachzukommen. Die Initiative Lieferkettengesetz spricht von einem Paradigmenwechsel, kritisiert aber die Einbußen, die das Gesetz durch die Wirtschaftslobby erfahren hat. So werden Geschlechtergerechtigkeit und Rechte indigener Völker marginalisiert und eine zivilrechtliche Haftung ausgelassen.
Gründe für eine Rohstoffwende
In der Publikation 12 Argumente für eine Rohstoffwende verdeutlicht PowerShift e.V. mithilfe von Visualisierungen, Statistiken und Zitaten die Notwendigkeit einer Rohstoffwende und skizziert ein ressourcenschonendes Umsteuern der Produktions- und Konsumweise. Auch die Verkehrs- und Energiewende werden betrachtet, denn die Vermeidung von Rebound-Effekten in beiden Bereichen ist wichtig um den Menschenrechtsverletzungen und der Umweltverschmutzung aufgrund des Rohstoffabbaus ein Ende zu setzen. Die Verantwortung der deutschen Industrie als eine der größten Importeure von Metall gilt als immanent.
Bedeutet der Einsatz von KI Ressourceneffizienz?
Durch einen verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz erhoffen sich Unternehmen Kosten- und Zeiteinsparungen um somit Einsparpotenziale beim Material- und Energieverbrauch auszunutzen. Weitere Vorteile einer KI-Anwendung sind die Qualitätssteigerung der Produkte und ihr breites Anwendungsspektrum. Im deutschen Gewerbe steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen und benötigt unter anderem Know-how. Die Bundesregierung fördert dies in ihrem Deutschen Ressourceneffizienzprogramm. KI löst außerdem Bedenken aufgrund der Datensicherheit und der geringen Datenverfügbarkeit aus, weshalb Unternehmen auf externe Unterstützung von Wissenschaft und Entwickler*innen angewiesen ist. Allgemein muss sichergestellt werden, dass die digitale Technologie für mehr soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz genutzt wird. So soll beispielsweise der zusätzliche Ressourcenverbrauch, den die KI-Anwendung verursacht, in die Kosten-Nutzen-Analyse einfließen.
Launch des CEWI-Projektes
Das CEWI-Projekt begleitet Unternehmen bei der Umsetzung zirkulärer Pilotprojekte und will auf diese Art praxisnahe Erfahrungen sammeln. Mit zwei Vorstudien über die Möglichkeiten von Kreislaufwirtschaft im Automobil- und Gebäudesektor identifizierte das Projekt zwei Handlungsfelder vorab und versucht nun verschiedene Unternehmen und relevante Akteure zusammenzubringen, um nachhaltiges Wirtschaften anzustoßen. Neben Unternehmen beteiligen sich Vertreter*innen von verschiedenen politischen Entscheidungsebenen, aus der Finanzwirtschaft, aus Fachverbänden, Think Tanks und zivilgesellschaftliche Organisationen an dem Projekt.
Nach vier Monaten auf Pump - Overshoot Day in Deutschland
Der diesjährige deutsche Erdüberlastungstag fiel laut Global Footprint Network auf den 5. Mai. Dies bedeutet, dass rein rechnerisch die Ressourcen, die in einem Jahr nachwachsen können, für 2021 an diesem Tag aufgebraucht sind. Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND kommentiert: "Der frühe deutsche Erdüberlastungstag ist ein Alarmsignal und Armutszeugnis für die verfehlte Umwelt- und Naturschutzpolitik der vergangenen Jahre. [..] Deutschland lebt ab heute auf Pump und verschwendet die Lebensgrundlagen aller Länder und zukünftiger Generationen. Das ist zutiefst ungerecht und geht auf Kosten der Menschen im globalen Süden."
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