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Ausgabe 04/2020: EU-Staaten sprechen sich für Lieferkettengesetz aus | Klima- und Ressourcenschutz zusammendenken - die Relevanz der Kreislaufwirtschaft

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Es braucht eine sozio-ökologische Transformation der Gesellschaft!
Newsletter #5, Dezember 2020

Liebe Lesende,

in diesem Newsletter richten wir unseren Blick unter anderem auf die Möglichkeiten einer sozio-ökologischen Transformation, bedingt durch die Corona-Pandemie. Eine Studie des Umweltbundesamtes sowie eine Konferenz mit internationalen Stakeholdern bietet hier Ansatzpunkte und Denkanstöße für eine umwelt- und sozialverträgliche „Post-Corona“- Ressourcenpolitik.

Während auf nationaler Ebene die Einigung auf konkrete Eckpunkte eines Lieferkettengesetzes schleppend vorangeht, werden die ersten Räder auf EU-Ebene ins Rollen gebracht. Alle EU-Staaten befürworten ein europäisches Lieferkettengesetz. Die Stärkung und der Schutz von Menschenrechten sollen somit gesetzlich verankert werden. Auf Bundesebene gibt es insbesondere im Hinblick auf die Haftungsregel, welche Betroffenen das Recht einräumen soll, Schadensersatz zu fordern, Uneinigkeiten.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert eine Ressourcenwende und setzt sich für eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft ein. Produkte sollen zukünftig im Bezug auf Materialien und Reparierbarkeit gekennzeichnet werden. Auch auf europäischer Ebene wird beim fünften Europäischen Ressourcen Forum kräftig diskutiert, wie Klima- und Ressourcenschutz besser zusammengebracht werden können. Insbesondere geht es hier um einen sparsamen Umgang mit Rohstoffen sowie die Etablierung eines zukunftsfähigen Recyclingsystems.

Wie üblich finden Sie im zweiten Teil des Newsletters ausgewählte Publikationen und Veranstaltungen der kommenden Wochen.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Bleiben Sie gesund und solidarisch. Ihre Newsletter-Redakteur*innen Ann Wehmeyer, Tom Kurz & Luisa Pasternak.

Aktuelles aus dem Projekt
Mit den richtigen Subventionen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft
Eine aktuelle Studie des FÖS beleuchtet klimaschädliche Subventionen in Deutschland. Was dem Klima schadet, ist meist auch sehr ressourcenintensiv. Auch in der Fiskalpolitik gilt, dass Klimaschutz und Ressourcenschutz zusammen gehören.

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Ressourcenwende beim oberflächennahen Rohstoffabbau
Die GRÜNE LIGA e.V. ruft dazu auf, die Baustoffproduktion nachhaltig und zukunftsgerecht zu gestalten und zivil- sowie naturschutzfachlichen Belangen mehr Raum einzuräumen.

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Forderungen zur Wissenschaftspolitik für Nachhaltige Entwicklung
Um eine ökologische und sozial gerechte Transformation zu erreichen, muss auch das Wissenschaftssystem dieses Ziel in den Blick nehmen. Dazu sind veränderte Governance-Strukturen und neue Rahmenbedingungen notwendig.

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Wege zu einer Circular Society
Der Wandel zu mehr Zirkularität sollte im gesellschaftlich erweiterten Ansatz einer Circular Society, also einer Kreislaufgesellschaft, gedacht und angegangen werden. Die Hans Sauer Stiftung erweitert mit anderen Akteur*innen den Gedanken der Circular Economy.

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Neuigkeiten

 

Grüne fordern Ressourcenwende
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen veröffentlichten im September ihren Fraktionsbeschluss Grüne Strategien für eine ressourcenleichte, giftfreie und klimaneutrale Kreislaufwirtschaft. Darin zeichnen die Abgeordneten eine Vision des Jahres 2050, in der Produkte so designt sind, dass sie langlebiger, wiederverwendbar und vollständig recyclebar sind. Damit dies gelingt, sollen Produkte einen Pass bekommen, auf dem Informationen zu Inhaltsstoffen und verwendeten Materialien enthalten sind, aber auch Infos zur Reparierbarkeit. Darüber hinaus sollen Gebote für ein ressourcenschonendes Design eingeführt werden. Um Unternehmen dabei zu unterstützen sowie Wissenschaft und Behörden zu verbinden, solle eine Agentur für Kreislaufwirtschaft gegründet werden. Über längere Garantien, Vereinfachung von Pfandsystemen und über 700 Gebrauchtwaren-Kaufhäuser sollen die Verbraucher*innen gesondert profitieren.

EU-Umweltrat für Moratorium beim Tiefseebergbau
Nach der Veröffentlichung der EU-Biodiversitätsstrategie
urteilt der Rat, dass im Bereich des Schutzes der Biodiversität dringender Handlungsbedarf besteht.
Dazu solle auch der Abbau von Meeresmineralien aus der Tiefsee erst beginnen, wenn alle Umweltauswirkungen voll erforscht sind und schwerwiegende Schäden ausgeschlossen werden können. Der Rat fordert die EU und die Mitgliedstaaten auf, diesen Standpunkt zu unterstützen.

Klimaschutz und Ressourcenschutz stärker zusammendenken
Die Energiewende benötigt wichtige Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Kupfer. Deren Abbau und Weiterverarbeitung ist mit Umweltauswirkungen und Treibhausgasemissionen verbunden. Effizienter und sparsamer Einsatz sowie das Recycling dieser Rohstoffe ist wichtig, damit eine nachhaltige Energiewende gelingen kann. Beim fünften Europäischen Ressourcen Forum diskutieren rund 800 Teilnehmende die Synergien zwischen den Politikfeldern Ressourcenschutz und Klimaschutz.

BMU fördert Plattform der Wasserstoffwirtschaft zur Erzeugung von grünem Stahl
Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt „Innovationscluster Hydrogen Steel emissionsarme Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff“. Das Projekt bringt alle Akteur*innen der Wertschöpfungskette für grünen Stahl zusammen und eröffnet damit einen wichtigen Schritt für die Dekarbonisierung der Industrie.

Neue Informationsplattform zu Tiefseebergbau
Im November ging die Website www.stoptiefseebergbau.de online. Elf NGOs stellen hier umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Außerdem finden sich Möglichkeiten und Ansatzpunkte, aktiv zu werden, um die weitere Ausbeutung der Meere und die Zerstörung sensibler und unbekannter Ökosysteme zu stoppen.

Beyond Mining: Protecting Land, Water & Life
Vom 24. bis zum 27. November fand die International Mining and Resource Conference (IMARC) virtuell statt. Mehr als 250 Expert*innen diskutierten über relevante Themen der ressourcenbezogenen Wirtschaft. Darunter zählten neben dem Einfluss der Covid-19-Pandemie auch Fragen rund um die Energiewende, kritische Rohstoffe sowie neue Technologien. Genauere Infos zum Nachlesen sowie Aufzeichnungen der Konferenz gibt es online.

Wirtschaft und Menschenrechte
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) blockiert weiterhin eine Einigung auf Eckpunkte eines Lieferkettengesetzes. Rückhalt bekommt Altmaier von vielen Abgeordneten der CDU. Dennoch gibt es Hoffnung: Erstmals fordern alle EU-Mitgliedstaaten in Schlussfolgerungen des EU-Rats ein europäisches Lieferkettengesetz. Unternehmen sollen demnach zur Achtung von Menschenrechten, Arbeitsrechten sowie Umweltstandards verpflichtet werden. Auch Deutschland kann nun nicht mehr mit Wettbewerbsnachteilen argumentieren. Die Organisation Germanwatch fordert, dass Deutschland noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz verabschiedet und so den Weg für eine ambitionierte europäische Einigung ebnet. Währenddessen gehen die UN-Verhandlungen zu einem „Binding Treaty“  eher schleppend voran. Deutschland und andere Akteure, wie die USA, Kanada oder Japan, äußern sich zurückhaltend.

Konferenz zur sozio-ökologischen Transformation nach Corona
So wie viele zivilgesellschaftliche Akteur*innen sehen auch UBA und BMU in den aktuellen aufgesetzten Konjunkturpaketen einen Hebel, um die Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten. Mit internationalen Stakeholdern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden die Möglichkeiten einer sozio-ökologischen Transformation diskutiert. Die Konferenz kann hier im Nachhinein verfolgt werden.

Steigender Bedarf an Holz als „nachhaltiger“ Rohstoff
Noch in diesem Jahr will die Bundesregierung Gesetze und Verordnungen auf den Weg bringen, um die energetische Nutzung von Holzbiomasse in großem Maße zu fördern. Dazu gehören eine höhere Förderung von aus Biomasse erzeugtem Strom und erneuerbarer Wärme sowie die Umstellung von Kohlekraftwerken auf Biomasse. Problematisch ist jedoch, dass suggeriert wird, die energetische Nutzung von Holzbiomasse sei klimaneutral. Eine gemeinsame Stellungnahme deutscher Umwelt- und Entwicklungsverbände nimmt die resultierenden Probleme näher in den Blick.  

Publikationen
Positionspapier AK Rohstoffe: Krisenverschärfendes Handeln stoppen – Rohstoffwende umsetzen
Positionspapier AK Rohstoffe: Krisenverschärfendes Handeln stoppen – Rohstoffwende umsetzen
An das Argumentatorium „Warum wir dringend eine Rohstoffwende brauchen!“ anknüpfend, hat der AK Rohstoffe die dort formulierten Argumente in Forderungen übersetzt. Das aktuelle Positionspapier wendet sich an die Bundesregierung, mit dem Ziel, eine Rohstoffwende einzuleiten. Grundlegend sind dabei die Reduktion des absoluten Verbrauchs, die Umsetzung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten sowie der Schutz und die Stärkung der Rechte der Betroffenen.
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Wirtschaften im Einklang mit der Natur
Wirtschaften im Einklang mit der Natur
Die Biodiversität stellt durch ihre unverzichtbaren Ökosystemleistungen nicht nur das Fundament unserer wirtschaftlichen Aktivitäten dar, sondern auch unsere Lebensgrundlage. Die Studie des NABU und der Boston Consulting Group zeigt, dass die Entnahme von Ressourcen für ca. 60 Prozent der globalen Biodiversitätsverluste verantwortlich ist. Der Bericht liefert Denkanstöße, um eine nachhaltigere und ressourcenschonendere Wirtschaftsweise umzusetzen, die im Einklang mit der Natur steht.
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Ansatzpunkte für eine gesellschaftliche Ressourcenpolitik „Post Corona“
Ansatzpunkte für eine gesellschaftliche Ressourcenpolitik „Post Corona“
Die Corona-Pandemie beeinflusst unseren Alltag massiv, hat aber keine grundlegenden Veränderungen im Alltagsbewusstsein und bei Verhaltensdispositionen hervorgerufen. Dennoch haben sich schon vorher bestehende Probleme verschärft und die Bereitschaft der Menschen für neue Lösungen ist gewachsen. Die Studie des Umweltbundesamtes zeigt Ansatzpunkte für eine Nachhaltigkeits- und Ressourcenpolitik, die jetzt ansetzen muss.
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Performance-Check Automobilindustrie: Verantwortungsvoller Rohstoffbezug?
Performance-Check Automobilindustrie: Verantwortungsvoller Rohstoffbezug?
Die drei größten deutschen Autokonzerne BMW, Daimler und VW verbrauchen jährlich Dutzende Millionen Tonnen an Rohstoffen, unternehmen aber zu wenig, um ihrer menschenrechtlichen und umweltbezogenen Verantwortung dafür gerecht zu werden. Die von PowerShift und INKOTA veröffentlichte Analyse befasst sich mit den Nachhaltigkeitsberichten dieser drei Konzerne und zeigt auf: Ein ausführlicher Sorgfaltspflichtenbericht fehlt und über potenzielle Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen wird gar nicht oder nur sehr selektiv berichtet.
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Veranstaltungen
Akku leer? – Wie die EU den Batterien-Sektor nachhaltiger machen will | 15. Dezember | Online-Diskussion
Ohne Batterien und Akkus sind Emissionsreduzierungen im Verkehrs- und Energiebereich kaum erreichbar. Deshalb arbeitet die EU-Kommission an der Erneuerung ihrer Batterie-Regulierung aus dem Jahr 2006. Was sind die konkreten Klima-, Umwelt- und Menschenrechtsprobleme im Batterie-Sektor? Welche Herausforderungen für und welche Anforderungen an eine Regulierung gibt es im Bereich Batterien?

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Politik in Zeiten des Klimawandels – Steht die Demokratie einer nachhaltigeren Gesellschaft im Weg? | 18 & 19. Dezember | Online-Diskussion
Die Akademie Franz Hitze Haus und das ZIN (Zentrum für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung) wollen gemeinsam mit namhaften Referent*innen auf verschiedene Aspekte der demokratischen Antwort auf die Klimakrise eingehen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Rolle der Ethik in der Nachhaltigkeitspolitik, Machtverhältnisse in der demokratischen Nachhaltigkeitspolitik und Gerechtigkeit in der Klimakrise.

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Weniger ist mehr? Perspektiven für eine klimafreundliche Handelspolitik nach Corona | 18. Dezember | Online-Diskussion
Die Corona-Pandemie hat viele Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt. Auch eine immer weiter fortschreitende Globalisierung und die Verlängerung von Lieferketten scheinen nicht mehr so unausweichlich wie zu Beginn des Jahres. Dies eröffnet auch Möglichkeiten, die globale Arbeitsteilung und die europäische Handelspolitik zu überdenken und nachhaltiger zu gestalten. Insbesondere die sich verschärfende Klimakrise zwingt uns zu einem Neudenken unserer Wirtschaftsweise und somit auch der europäischen Handelsbeziehungen.

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Vom Wissen ins Handeln | 21. Januar | Webinar
Das Jahr 2021 startet mit dem 5. BilRess-Webseminar, welches in Kooperation mit Blue Awareness stattfindet. Ein Impulsvortrag von Blue Awareness-Gründer Christian Weigand soll die Bandbreite der besorgniserregenden Situation in den Meeren aufzeigen. Durch Storytelling wird ein emotionales, „blaues“ Bewusstsein geschaffen: Was bedeuten die oft so erschreckenden, aber schwer zu begreifenden Schlagzeilen wirklich? Welche Möglichkeit hat jede*r Einzelne, um vom Teil des Problems zum Teil der Lösung zu werden? Eine anschließende Diskussion bietet Spielraum für die Neu- und Weiterentwicklung konkreter Ideen.

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Circular Society Forum | 22 bis 26. Februar | Konferenz
Das Forum richtet sich an alle, die am Begriff der “Circular Society” und einer sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft nach den Prinzipien der Zirkularität interessiert sind – sei es als Praktiker*in, Entscheidungsträger*in, Forscher*in oder Bürger*in. Es soll ein mehrtägiger Rahmen geboten werden, um Forschungsergebnisse, Praxiserfahrungen, künstlerisch-kreative Arbeiten sowie Projektbeispiele zu teilen und in Diskussionen rund um das Thema einzutreten.

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Die Ressourcenwende möchte den Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Ressourcenpolitik fördern. >>>

Der Projektverbund besteht aus drei Partnern:

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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany
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Copyright © 2019 Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR). Das Projekt ist gefördert durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt.

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