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Lieferkettengesetz Nachdem das NAP-Monitoring aufzeigte, dass nur 22 Prozent der deutschen Unternehmen sich freiwillig an menschenrechtliche Standards halten, lenkten Minister und Bundeskanzlerin ein. Arbeitsminister Hubertus Heil möchte noch in dieser Wahlperiode ein Lieferkettengesetz verabschieden. Die Kanzlerin stimmte dem zu und stellte sich damit gegen den Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich bisher gegen ein Lieferkettengesetz stemmte. Wie auch Organisationen aus der Zivilgesellschaft fordern viele Teile der Bevölkerung, dass neben Menschenrechten auch Umweltaspekte in einem Liefergesetz Platz finden müssen.
Verbot von Einweg-Plastik Im Juni beschloss die Bundesregierung das Verkaufsverbot für Einwegprodukte aus Kunststoff. Das Verbot trifft alle Wegwerfprodukte, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden, aber auch Produkte aus biobasierten und biolgisch abbaubaren Kunststoffen wie Wegwerfteller oder -becher.
Deutschlands Restmüll hat sich halbiert Im Vergleich zur letzten Erhebung 1985 sank der Anteil an Restmüll um die Hälfte, wobei das Müllaufkommen insgesamt in den letzten Jahren konstant blieb. Viele Wertstoffe wie Glas, Papier und Plastik werden heute getrennt gesammelt. Hingegen finden sich noch sehr viele Bioabfälle im Restmüll, die bei einer Trennung auch verwertet werden könnten.
Erdüberlastungstag Der diesjährige globale Erdüberlastungstag rückt zwar drei Wochen nach hinten im Vergleich zum vergangenen Jahr, dies ist aber kein Grund zur Entspannung. Zum einen ist die zeitliche Verschiebung durch den weltweiten Shutdown durch die Corona-Pandemie bedingt. Zum anderen brauchen wir immer noch 1,6 Erden, um unseren Ressourcenbedarf zu decken. Der Weg aus der Corona-Krise muss unbedingt kurz- und langfristig ressourcenschonend sein. Sonst wird der Erdüberlastungstag schon im nächsten Jahr wieder weit nach vorne rutschen.
Handlungskonzept Stahl Mit dem „Handlungskonzept Stahl – Für eine starke Stahlindustrie in Deutschland und Europa“ legt die Bundesregierung eine Strategie vor, mit der sie die Stahlindustrie klimaneutral und international wettbewerbsfähig ausrichten will. Die Transformation des Sektors müsse mit klima- und energiepolitischen Zielen übereinstimmen. Eine besondere Rolle spiele dabei grüner Wasserstoff, um eine international wettbewerbsfähige Energieversorgung zu haben. Das Maßnahmenpaket im Handlungskonzept solle verhindern, dass die Stahlindustrie in Länder mit geringeren CO2-Auflagen abwandert.
Umweltgutachten 2020 „Für eine entschlossene Umweltpolitik in Deutschland und Europa“ lautet der Titel des Umweltgutachtens 2020. Die Mitglieder des Sachverständigenrates für Umweltfragen schreiben, dass das bisher Erreichte sich stetig weiter vom Nötigen entferne. So reichen Effizienzsteigerungen und Innovationen allein nicht mehr aus, denn auch die Wirtschafts- und Lebensweisen müssten verändert werden. Der Kreislaufwirtschaft komme hier eine bedeutende Rolle zu. Diese müsse von „der Rhetorik in die Praxis“ kommen.
Fineprint Auf der Basis von Satellitenbildern zeigt das österreichische Projekt „fineprint“ Minen und Abbaustandorte von Kohle und Erzen, die über den ganzen Globus verteilt sind. Das Projekt bietet damit ein umfangreiches Mapping von Tagebauen und Abbauorten unter Tage. Die gesamte Abbaufläche hat zusammengerechnet in etwa die Größe von Kroatien oder Togo.
Aktionsplan für kritische Rohstoffe Anfang September hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan für kritische Rohstoffe vorgelegt. Zusätzlich veröffentlichte die Kommission eine Liste der kritischen Rohstoffe sowie eine Zukunftsstudie über kritische Rohstoffe für strategisch wichtige Sektoren. Der Aktionsplan soll die Transformation zu einer grüneren und digitaleren Wirtschaft fördern. Um ihre Abhängigkeit von wenigen Drittländern, in denen die Rohstoffe abgebaut werden, zu verringern, setzt die EU auf eine breitere Beschaffung, in der auch das Kreislaufprinzip und die Rohstoffeffizienz eine größere Rolle spielen sollen. Zentraler Punkt ist die Gründung einer Rohstoffallianz, in der alle relevanten Stakeholder vertreten seien sollen. Das Europäische Umweltbüro kritisiert, dass die EU mit diesem Aktionsplan weiter den Ressourcenverbrauch steigert und über die planetaren Grenzen hinaus wirtschaftet. Vielmehr müsse die EU sich auf die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs konzentrieren. |