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Newsletter #21, April 2026
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Liebe Lesende,
mit viel Dynamik ist das Netzwerk Ressourcenwende ins neue Jahr gestartet. Auch wenn das Jahr bereits einige Wochen alt ist, möchten wir einen wichtigen Meilenstein noch einmal hervorheben: Im Dezember haben wir unser Diskussionspapier „Bauen und Wohnen mit Maß: Ansätze für mehr Wohnflächensuffizienz“ veröffentlicht. Wir laden euch herzlich ein, einen Blick hineinzuwerfen.
Auch die weiteren Diskussionspapiere kommen gut voran: In den Themenfeldern „Herstellerverantwortung“ und „Reparatur“ wurden die Inhalte in den vergangenen Monaten intensiv geschärft und im Netzwerk diskutiert. Die Rückmeldungen aus diesem Prozess fließen nun in die weitere Ausarbeitung ein und tragen dazu bei, tragfähige und praxisnahe Positionen zu entwickeln.
Auch personell gibt es eine Veränderung: Seit Januar 2026 ist Jan Urhahn als Elternzeitvertretung für Iris Frey Koordinator des Netzwerks Ressourcenwende. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und die kommenden gemeinsamen Schritte.
Aktuell führen wir als Netzwerk Ressourcenwende eine Umfrage zur NKWS durch. Die Umfrage soll uns dabei helfen die anstehende Umsetzung der NKWS – insbesondere über die geplante Plattform – konstruktiv und kritisch zu begleiten. Die Auswertung der Ergebnisse soll uns einen Kompass dafür liefern. Natürlich werden wir euch die Ergebnisse vorstellen, gemeinsam diskutieren und sie zudem in ein kritisches Diskussionspapier zur Umsetzung der NKWS einfließen lassen. Zur Umfrage geht es hier, die Deadline zur Teilnahme ist der 09.04.2026. Bitte teilt die Umfrage auch mit Kolleg*innen in euren Institutionen. Pro Organisation sind auch mehrere, voneinander unabhängige Rückmeldungen willkommen.
Ein Highlight in den kommenden Monaten wird unsere Netzwerkkonferenz am 25. Juni von 9:00 bis 16:00 Uhr in Berlin sein. Am Vormittag findet ein spannender interner Austausch im Netzwerk statt. Dabei werden wir gemeinsam überlegen, wie wir unser Netzwerk strategisch weiterentwickeln möchten und ökonomische Instrumente zur Ressourcenwende diskutieren. Am Nachmittag rückt eine öffentliche Podiumsdiskussion die sozial-ökologische Ressourcenwende in den Mittelpunkt. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie Ressourcenschutz und soziale Gerechtigkeit zusammengedacht und politisch wirksam gestaltet werden können, etwa im Kontext der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS). Weitere Informationen zur Veranstaltung folgen in Kürze, aber bitte merkt euch den Termin bereits vor.
Wenn ihr Teil des Netzwerks werden möchtet oder Fragen habt, meldet euch gern bei uns unter Ressourcenwende@bund.net.
Viel Freude mit den folgenden News, Blogbeiträgen und Veranstaltungshinweisen wünscht euch
Euer Netzwerk Ressourcenwende |
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Lithium-Abbau im Erzgebirge: Sorge um Natur und Grundwasser wächst
Im sächsischen Erzgebirge sorgen Pläne zum Lithiumabbau für wachsenden Protest, da Anwohner massive Umweltrisiken befürchten. Kritiker*innen warnen insbesondere vor hohem Wasserverbrauch und einer möglichen Absenkung des Grundwasserspiegels durch den Bergbau. Zudem könnte die geplante Großanlage in Liebenau Landschaft, Tourismus und das historische Welterbegebiet beeinträchtigen. Auch lokale Politiker*innen sehen die Gefahr von Umweltverschmutzung und Konflikten mit dem sanft aufgebauten Tourismus. Während Unternehmen wirtschaftliche Chancen betonen, bleibt die Region gespalten und die endgültige Entscheidung über das Projekt steht noch aus. |
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Milliarden für Rohstoffe? Kritik an Schuldenplänen der Regierung wächst
Die Bundesregierung erwägt, die Schuldenbremse zu lockern, um mit zusätzlichen Milliardeninvestitionen die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu reduzieren. Auslöser sind weitreichende chinesische Exportbeschränkungen, die verdeutlichen, wie stark die deutsche Industrie unter Druck geraten kann.
Doch Expert*innen und Teile der Politik äußern deutliche Kritik: Nicht fehlende Finanzmittel, sondern langwierige und bürokratische Genehmigungsverfahren seien das eigentliche Hemmnis. Zudem wird bezweifelt, dass neue Schulden der richtige Ansatz sind. Stattdessen fordern Kritiker*innen schnellere Verfahren und stärkere private Investitionen.
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EU-Lieferkettenrichtlinie abgeschwächt - Rückschritte bei Umwelt- und Klimaschutz
Das EU-Parlament hat zentrale Vorgaben der Lieferkettenrichtlinie abgeschwächt – ein deutlicher Rückschritt für Umwelt-, Klima- und Menschenrechtsschutz. Besonders kritisiert wird die Streichung verbindlicher Klimavorgaben: Unternehmen müssen ihre Geschäftsaktivitäten nun nicht mehr am Pariser Klimaabkommen ausrichten. Zudem entfällt die zivilrechtliche Haftung für verursachte Schäden, und der Anwendungsbereich der Richtlinie wurde stark eingeschränkt – wodurch ein Großteil der Unternehmen künftig nicht mehr erfasst würde. Beobachter*innen sprechen von einem politisch motivierten Kurswechsel, der unter dem starken Einfluss von Wirtschafts- und Lobbyinteressen zustande gekommen sei und wirksamen Nachhaltigkeitsstandards erheblich schade.
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Faire Transformation, faire Rohstoffe |
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Mit der Energiewende steigt der Bedarf an sogenannten Transition Minerals, jenen kritischen Rohstoffen, die für erneuerbare Energietechnologien unverzichtbar sind. Die illustrative Broschüre erklärt, warum eine erfolgreiche Energiewende untrennbar mit einer gerechten Rohstoffpolitik verbunden ist. Sie zeigt zentrale Hebel für eine gerechte Transformation und verdeutlicht anhand von Beispielen, Fakten und Handlungsoptionen, wie eine solche Just Transition gelingen kann. |
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Technik im Kreislauf |
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Um Menschenrechte und Umwelt im Rohstoffabbau und Betroffene des weltweiten Müllproblems zu schützen, müssen wir Rohstoffe gewissenhafter nutzen und unseren Verbrauch reduzieren. Zum Beispiel durch längere Nutzung von Produkten, durch Reparatur oder Recycling: All das ist Kreislaufwirtschaft! Die Broschüre zeigt acht inspirierende Beispiele gelebter Kreislaufwirtschaft aus aller Welt und gibt praktische Tipps, wie Sie aktiv eine gerechte Rohstoffwende mitgestalten. |
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Strategic Projects, Fragile Rights and Water at Risk |
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Die Studie zeigt, dass bestehende internationale Bergbaustandards wichtige Leitplanken für Umwelt- und Sozialschutz setzen, ihre Umsetzung jedoch stark variiert. Im Vergleich dazu weist der europäische Rechtsrahmen deutliche Lücken auf, insbesondere bei Umweltanforderungen, Transparenz und Beteiligungsrechten. Das Papier leitet daraus konkrete Ansatzpunkte ab, um Bergbaupolitik stärker an wirksamen Umweltstandards und menschenrechtlichen Anforderungen auszurichten. |
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Ressourcen neu denken: Entwurf für ein Kreislaufwirtschaftsgesetz in Österreich |
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Vier Erden wären nötig, um den Ressourcenverbrauch in Österreich zu decken – ein „Weiter wie bisher“ ist keine Option. Während politische Lösungen ausbleiben, wird Global 2000 konkret: Mit einem ausgearbeiteten Entwurf für ein Kreislaufwirtschaftsgesetz liefern sie einen klaren Vorschlag, wie Österreich den Weg aus der Wegwerfgesellschaft schaffen kann.
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Ressourcenfluch: Warum Länder nicht vom Rohstoffreichtum profitieren |
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Viele Länder des Globalen Südens sind reich an begehrten metallischen Rohstoffen wie Kobalt, Lithium oder Kupfer. Dennoch ist die wirtschaftliche Lage in einigen der rohstoffreichsten Länder schlecht und viele Menschen leben in extremer Armut. Warum profitieren diese Länder nicht von ihrem eigenen Reichtum? Was steckt hinter dem Ressourcenfluch und warum bleibt der erhoffte Aufschwung so oft aus? Das Factsheet beleuchtet die wirtschaftswissenschaftlichen Hintergründe zu diesen Fragen.
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Niob – Metall zwischen Energiewende, Hightech und Aufrüstung |
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Niob ist ein strategisch wichtiger Rohstoff für Industrie, Energiewende und Rüstungssektor ist, dessen Förderung jedoch stark auf wenige Länder, insbesondere Brasilien, konzentriert ist. Der Abbau ist mit erheblichen Umweltzerstörungen, Gesundheitsrisiken und Menschenrechtskonflikten verbunden, während die tatsächliche Rolle für die grüne Transformation teilweise überschätzt wird. Gefordert werden daher strengere Sorgfaltspflichten, mehr Transparenz entlang der Lieferketten sowie eine Reduktion und gezielte Priorisierung des Einsatzes. |
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Auftaktveranstaltung des Dialogprozesses „Rohstoffe im Kreislauf: Welche ökonomischen Instrumente braucht eine zirkuläre Wirtschaft?“ |
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Die Transformation hin zu einer ressourcenschonenden und resilienten Wirtschaft stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor zentrale Fragen: Wie kann eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik gestaltet werden? Im Rahmen einer Veranstaltung am 10. Mai möchte das Projektteam des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft diese Fragen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diskutieren.
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Ressourcenleicht Leben 2045: Ressourcenkonsumziele gesellschaftlich gestalten |
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Im Webinar des WWF zum gleichnamigen Projekt werden die zentralen Ergebnisse gemeinsam mit Partnern aus dem Wuppertal Institut, dem Öko-Institut, Politics for Tomorrow und Ellery Studio vorgestellt und diskutiert, welche Schritte gegangen werden müssen, um den Ressourcenverbrauch zu halbieren.
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Reparatur für die Rohstoffwende – Wie steht es um das Recht auf Reparatur? |
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Recycling ist gut – Reparatur ist besser! Denn durch die längere Nutzung unseres Handys können wir noch mehr Rohstoffe schonen.
Um Ressourcen zu schonen, fordert der Runde Tisch Reparatur ein herstellerunabhängiges Recht auf Reparatur für alle. Was sich mit der Umsetzung der EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur in ein bundesweites Reparaturgesetz jetzt für Handynutzer*innen verändert – und wo noch mehr getan werden muss – darum geht es in diesem Webinar von INKOTA.
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Podcasts und Medien - Unsere Tipps
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Zu schnell, zu kompliziert – wie undemokratisch Bergbauprojekte in der EU ablaufen |
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Seit Mai 2024 gilt in der EU der Critical Raw Materials Act. EU-Länder sollen dadurch kritische Rohstoffe schneller abbauen können. Die EU betont dabei immer wieder, wie demokratisch diese Prozesse ablaufen. Aber was steckt hinter dem Versprechen von „Beteiligung“? Nicht besonders viel, zeigt eine neue Broschüre von PowerShift. Welche Beteiligungsmaßnahmen bräuchte es, um die lokale Bevölkerung nicht zu übergehen? Darüber spricht Nora Noll mit Vanessa Fischer und Maja Wilke, Referentinnen für Rohstoffpolitik bei Powershift. |
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Normen für die Kreislaufwirtschaft |
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Diese "Ressourcen neu denken"-Folge des DGAW-Podcasts beleuchtet Trends und Themen der Kreislaufwirtschaft. Erfahren Sie, wie die Norm DIN EN 18065 für hochwertiges Kunststoffrecycling und Digitalisierung entstanden ist, welche wissenschaftlichen und technischen Herausforderungen es zu überwinden galt und warum sie heute global als Baustein der Kreislaufwirtschaftsstrategie diskutiert wird. |
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Ressource Wasser – unser wertvollster Rohstoff wird knapp! |
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Wasser wird zum Luxusgut, wenn der Niederschlag ausbleibt und Flüsse Niedrigpegel erreichen. Gehen wir auch entsprechend verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser um? Oliver Schmid und Birgit Sommer machen sich auf die Suche nach den größten Problemfeldern bei der Grundlage allen Lebens. |
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Hände weg von der Natur! |
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In der Europäischen Union werden derzeit wichtige Naturschutzgesetze aufgeweicht – zugunsten kurzfristiger Wirtschaftsinteressen einzelner Branchen. Damit riskieren politische Entscheidungsträger:innen unsere Gesundheit und unsere Zukunft. Das #HandsOffNature-Bündnis fordert von unseren europäischen Politiker:innen, die bestehenden Naturschutzgesetze zu verteidigen und weiterzuentwickeln, statt sie auszuhöhlen. Denn wenn unsere Natur zerstört wird, trifft das uns alle: heute, morgen und kommende Generationen. |
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Die EU muss die Partnerschaft mit Ruanda über kritische Rohstoffe kündigen |
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Die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo ist schockierend. Über die menschliche Katastrophe hinaus ist sie eine Katastrophe für die Natur, denn eine treibende Kraft ist die Ausbeutung von Bodenschätzen und Wäldern. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Ruanda. Die EU muss daher die Partnerschaft über kritische Rohstoffe kündigen. |
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Keine Klimagerechtigkeit ohne Suffizienz - #Weniger ist fair |
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Der SRU (Sachverständigenrat für Umweltfragen) hat in seinem Thesenpapier Suffizienz als „Strategie des Genug“ bereits unmissverständlich dargelegt, dass der Erhalt unserer Lebensgrundlagen innerhalb der planetaren Grenzen ohne Suffizienz nicht zu haben ist. Das Bündnis Suffizienz fordert nun eine ernsthafte politische Auseinandersetzung mit den Thesen des SRU. |
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Die Ressourcenwende möchte den Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Ressourcenpolitik fördern. >>> |
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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany
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