|
Newsletter #19, September 2025
|
| |
|
Liebe Lesende,
wir sind zurück aus der Sommerpause und starten mit frischer Energie in den Herbst. Die Arbeitsgruppen des Netzwerks arbeiten aktuell an drei Diskussionspapieren. Während zum Thema „Herstellerverantwortung“ am 15.9.25 ein Fachworkshop mit externen Expert*innen durchgeführt wurde, ist beim Thema „Reparatur“ bereits ein Schreibteam aus Ehrenamtlichen aktiv, das Papier zu „Bauen und Wohnen“ befindet sich sogar schon in der Kommentierungsphase. Eine öffentliche Veranstaltung zum Diskussionspapier „Bauen und Wohnen“ wird Mitte November stattfinden - weitere Infos folgen, meldet euch gerne unter ressourcenwende@bund.net, falls ihr Interesse habt, daran teilzunehmen.
Darüber hinaus haben wir beim Wuppertal Institut eine Studie zu „Sektorzielen eines Ressourcenschutzgesetzes“ in Auftrag gegeben, die in den kommenden Monaten veröffentlicht wird und verschiedene Vorschläge für die Begrenzung von Ressourcenverbrauch diskutiert. Im November folgt ein Workshop zur Reflexion über transdisziplinäre Netzwerkarbeit, außerdem planen wir einen Workshop zu Suffizienz - dabei soll erarbeitet werden, wie man Suffizienz bei unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen thematisieren kann.
International und national gibt es ebenfalls bedeutsame Entwicklungen: Das UN-Plastikabkommen ist im August gescheitert und die Bundesregierung hat das Lieferkettengesetz abgeschwächt. Mehr dazu findet ihr in den News. Von zentraler Bedeutung bleibt zudem die NKWS: Für Herbst ist ein Eckpunktepapier der Bundesregierung angekündigt, das kurzfristig umsetzbare Maßnahmen benennt. Wir setzen uns dafür ein, dass dabei ambitionierte Ziele, ausreichende Finanzierung und eine breite Beteiligung gesichert werden.
Wenn ihr Teil des Netzwerks Ressourcenwende werden möchtet oder Fragen habt, meldet euch gern bei uns unter ressourcenwende@bund.net.
Viel Freude mit den folgenden News, Blogbeiträgen und Veranstaltungshinweisen wünscht euch
Euer Netzwerk Ressourcenwende |
| |
|
NGOs warnen vor EU-Mercosur-Abkommen
Die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten bewerten Organisationen der Zivilgesellschaft kritisch. In einer aktuellen Studie warnen NGOs wie Brot für die Welt, Misereor und Powershift vor einer als „Hintertür“ bewerteten Klagemöglichkeit für Mercosur-Staaten gegen EU-Nachhaltigkeitsgesetze, etwa die Entwaldungsverordnung. Das in das Abkommen integrierte Schiedsverfahren ermögliche Mercosur-Ländern, europäische Länder auf Schadensersatz zu verklagen, wenn Nachhaltigkeitsregeln ihre Handelsvorteile beschränken. Kritiker*innen warnen vor politischem Druck auf EU-Umweltschutzgesetze. Die NGOs fordern daher, dass Bundestag und das Europäisches Parlament das Abkommen nicht ratifizieren. Im Zuge dessen starteten mehr als 50 Organisationen aus 17 Ländern Lateinamerikas und der EU eine Kampagne für das Ende des Handelsabkommens. |
| |
|
Widerstand gegen Kaliabbau in Bernterode
Der BUND Thüringen warnt vor den Risiken des geplanten Kaliabbaus in Bernterode: Der vorläufige Stopp sei zwar eine Chance für nachhaltige Perspektiven, doch solange die Abbaulizenz bestehe, bleibe die Gefahr bestehen, dass das Projekt durch neue Investoren fortgeführt werde. Kritisch werden insbesondere der enorme Wasserverbrauch, die Versiegelung von Flächen und die erheblichen Klimabelastungen bewertet, die mit dem industriellen Abbau verbunden sind. Um Natur, Klima und Lebensqualität langfristig zu sichern, fordert der BUND den vollständigen Verzicht auf den Kaliabbau im Ohmgebirge und setzt sich für alternative, ökologisch verträgliche Wirtschaftsmodelle ein. |
| |
|
Kritik an EU-Kommission wegen intransparenter Umweltbewertungen
Die Europäische Kommission steht in der Kritik, weil die Umweltprüfungen für Projekte im Rahmen des Critical Raw Materials Act (CRMA) als intransparent gelten. Zwar betont die Kommission, dass priorisierte Projekte Umweltkriterien erfüllen und Maßnahmen zum Schutz von Luft, Wasser, Boden, Abfallmanagement und Energieeinsatz nachweisen müssen, doch bleiben die konkreten Anforderungen unklar. Umweltorganisationen wie ClientEarth haben deshalb beim Europäischen Ombudsmann Beschwerde eingelegt, um Zugang zu den Bewertungsunterlagen zu erzwingen. Besonders umstritten ist, dass selbst Projekte in Natura-2000-Schutzgebieten nicht grundsätzlich ausgeschlossen sind. Zwar will die Kommission bis Oktober 2025 ein standardisiertes Bewertungsformular einführen, um mehr Objektivität und Transparenz zu schaffen, doch Umweltgruppen fordern darüber hinaus eine echte öffentliche Kontrolle. |
| |
|
UN-Plastikabkommen gescheitert
Die sechste Verhandlungsrunde zum UN-Plastikabkommen in Genf im August 2025 endete ohne Einigung, obwohl rund 180 Staaten seit 2022 über ein verbindliches Abkommen gegen Plastikverschmutzung beraten hatten. Ein zentrales Problem war die Spaltung zwischen den rund 120 ambitionierten Staaten (inklusive EU), die Restriktionen bei Plastikproduktion forderten, und ölproduzierenden Ländern sowie den USA, die sich auf Abfallmanagement statt Produktionsbegrenzung fokussierten. Verena Graichen vom BUND kritisiert den Einfluss der Öl-, Gas- und Chemielobby, die eine Begrenzung der Produktion verhindert habe. Bis 2060 wird nun eine Verdreifachung der Plastikproduktion erwartet, während weniger als ein Fünftel recycelt werden kann. Der BUND fordert deshalb ein Produktionslimit sowie ein Verbot nachweislich schädlicher Chemikalien. |
| |
|
Bundesregierung: Lieferkettengesetz wird abgeschwächt
Die Bundesregierung hat beschlossen, das Lieferkettengesetz abzuschwächen und größere Unternehmen vorübergehend von den Dokumentationspflichten zu befreien. Verstöße sollen in dieser Übergangszeit nur bei massiven Menschenrechtsverletzungen geahndet werden. Menschenrechtsorganisationen wie Oxfam kritisieren dies als „dramatische Entkernung“ der bisherigen Regelung, da zentrale Kontrollinstrumente wegfallen. Begründet wird der Schritt mit der geplanten Ablösung durch die EU-Lieferkettenrichtlinie, die bis Juli 2028 schrittweise in Kraft treten soll. |
| |
|
„Nachhaltige Baustoffwende“ |
|
Eine nachhaltige Baustoffwende ist zentral, um Klimaziele zu erreichen und den enormen Ressourcenverbrauch im Gebäudesektor zu senken. Das Papier fordert politische Leitplanken für ressourcenschonendes Bauen, etwa durch verbindliche Rezyklatquoten, eine Ökobilanzpflicht und Förderanreize für zirkuläres Bauen. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass die Baustoffwende machbar ist, wenn der politische Wille vorhanden ist. Der Gebäudebereich kann so zum Hebel für Klimaschutz und Ressourcengerechtigkeit werden.
|
|
|
| |
|
Rohstoffe für die Digitalisierung |
|
Obwohl die Digitalisierung als Effizienztreiber gilt, ist ihr Ressourcenverbrauch immens, vom Kupferabbau bis zum Wasserbedarf riesiger Rechenzentren. Der Ausbau digitaler Infrastruktur geht mit Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und wachsenden CO₂-Emissionen einher. Gleichzeitig birgt Digitalisierung Potenziale für Ressourcenschonung, sofern politische Rahmenbedingungen gesetzt werden, die Rebound-Effekte vermeiden und den absoluten Rohstoffverbrauch senken. INKOTA fordert eine gerechte und globale Rohstoffwende für eine zukunftsfähige Digitalisierung. |
|
|
| |
|
Elektromobilität: Automobilindustrie im Wandel |
|
Elektromobilität gilt als Schlüssel zur Klimaneutralität, doch sie erhöht massiv den Rohstoffbedarf, insbesondere für Batterien. Der Rohstoffabbau, meist im Globalen Süden, ist oft mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verbunden. Trotz einiger Initiativen fehlt es an verbindlichen Regeln entlang der Lieferketten. Eine wirklich gerechte Mobilitätswende erfordert mehr als E-Autos: weniger Autos, besserer ÖPNV, Sharing und klare Menschenrechtsstandards.
|
|
|
| |
|
Grundwasserstress in Deutschland |
|
Die Studie untersucht erstmals systematisch den Grundwasserstress in deutschen Landkreisen und zeigt, dass die Entnahme regional häufig die verfügbare Neubildung übersteigt. Besonders betroffen sind Gebiete mit hoher landwirtschaftlicher Nutzung, Industrie und wachsendem Wasserbedarf durch den Klimawandel. Die Analyse macht deutlich, dass Grundwasser als zentrale Lebensressource strukturell gefährdet ist und eine nachhaltige Nutzung dringend notwendig wird. Sie liefert wissenschaftliche Grundlagen für politische Entscheidungen, die Wasserverteilung gerechter und zukunftsfähiger gestalten sollen.
|
|
|
| |
|
Circular Insight Days 2025 |
|
Vom 23. bis 25. September 2025 finden in Wuppertal die Circular Insight Days statt – ein praxisorientiertes Event, bei dem Nachwuchstalente gemeinsam mit Unternehmen innovative Konzepte für die Kreislaufwirtschaft entwickeln. |
|
|
| |
|
Konsum Neu Denken: Festakt und Symposium |
|
Am 25. und 26. September 2025 verwandelt sich das Bildungszentrum der Arbeiterkammer Wien in einen lebendigen Ort des Austauschs. Beim 6. Symposium des Netzwerks "Konsum neu denken" wird diskutiert, wie Konsuminitiativen wie Leihläden, Repair‑Cafés und Genossenschaften als zentrale Bausteine für Kreislaufwirtschaft und gesellschaftliche Beteiligung fungieren können. |
|
|
| |
|
Auftaktforum Zukunft.Bau.Stoffe – Bioökonomie Beim Bauen |
|
Am 2. Oktober 2025 startet in Karlsruhe die neue Veranstaltungsreihe Zukunft.Bau.Stoffe – Bioökonomie Beim Bauen. Das Auftaktforum bietet Einblicke in Forschung, Praxis und Strategien zur Markteinführung nachhaltiger Baustoffe. |
|
|
| |
|
Grüne Energiewende in Lateinamerika: zwischen geopolitischem Aufbruch und sozialer Gerechtigkeit |
|
Bei dieser Veranstaltung am 8. Oktober im Global Village Berlin geht es um das rohstoffreiche Lateinamerika und die Strategien, Konflikte und Potenziale, die den Kontinent im Kontext der grünen Energiewende beschäftigen. |
|
|
| |
|
Umbauturbo statt Bauturbo? Chancen und Risiken für Kommunen |
|
Am Montag, den 20. Oktober 2025, lädt die Katholische Akademie Freiburg um 19 Uhr ins Münsterforum zur Podiumsdiskussion „Umbauturbo statt Bauturbo? Chancen und Risiken für Kommunen“ ein, mit Präsenz- und Online-Teilnahme. |
|
|
| |
|
„Alles Ressource! Ressourcenlandschaft im Bergischen RheinLand“ |
|
Am 28. Oktober 2025 lädt die REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand zum Kongress „Alles Ressource!“ nach Lindlar ein. Am Innovationsstandort :metabolon dreht sich einen Tag lang alles um die Zukunft der regionalen Ressourcenlandschaft. |
|
|
| |
|
Podcasts und Medien - Unsere Tipps
|
| |
|
Second-Hand-Häuser - Zirkuläres Bauen für mehr Kreislaufwirtschaft |
|
Diese "Ressourcen neu denken"-Folge des DGAW-Podcasts beleuchtet verschiedene Aspekte des zirkulären Bauens, von der Definition und Unterschieden zu traditionellen Bauweisen bis hin zu den Auswirkungen der Digitalisierung und spezifischen Technologien. Es werden wirtschaftliche Vorteile, konkrete Beispiele für Ressourceneinsparungen und gesetzliche Veränderungen diskutiert. Zu Gast ist Dominik Campanella, CEO von Concular. |
|
|
| |
|
Operation Afrika: Die Jagd nach den Rohstoffen der Zukunft |
|
Zwischen namibischer Wüste und kongolesischem Dschungel: Die Arte-Doku zeigt den globalen Wettlauf um die begehrten Rohstoffe Afrikas und legt dabei auch die schmutzigen Seiten der Jagd auf saubere Energieträger offen. Sind die Rohstoff-Interessen Europas meist wichtiger als die Rechte der lokalen Bevölkerung? |
|
|
| |
|
Land unter: Kampf um den Schatz in der Tiefsee |
|
Der Podcast Enden: Land unter nimmt seine Hörer*innen in vier Folgen mit in die Tiefsee: Zu Visionär:innen, die glauben, dort die Lösung für die Klimakrise gefunden zu haben, und zu Menschen, die gegen den Rohstoffabbau unter dem Meeresspiegel kämpfen. |
|
|
| |
|
Keine Klimagerechtigkeit ohne Suffizienz - #Weniger ist fair |
|
Der SRU (Sachverständigenrat für Umweltfragen) hat in seinem Thesenpapier Suffizienz als „Strategie des Genug“ bereits unmissverständlich dargelegt, dass der Erhalt unserer Lebensgrundlagen innerhalb der planetaren Grenzen ohne Suffizienz nicht zu haben ist. Das Bündnis Suffizienz fordert nun eine ernsthafte politische Auseinandersetzung mit den Thesen des SRU. |
|
|
| |
|
Das Lieferkettengesetz ist in Gefahr! |
|
Das Lieferkettengesetz schützt weltweit Menschen vor Ausbeutung und die Umwelt vor Zerstörung. Die neue Bundesregierung will das Gesetz abschwächen. Das lassen wir nicht zu! Im Koalitionsvertrag bekennt sich die Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Richtlinie. Diese geht in Teilen weiter als das deutsche Gesetz und kann Menschenrechte, Umwelt und Klima noch wirksamer schützen. Die EU-Richtlinie muss kraftvoll umgesetzt werden! |
|
|
| |
|
Die Ressourcenwende möchte den Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Ressourcenpolitik fördern. >>> |
| |
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany
Kaiserin-Augusta-Allee 5 D – 10553 Berlin
Copyright © 2023 Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)
| |
|