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Newsletter #16, Dezember 2024 |
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Liebe Lesende,
das Netzwerk Ressourcenwende begrüßt eine neue Kollegin: Seit Oktober unterstützt Anahita Reinsch als Werkstudentin das Team. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und heißen sie herzlich willkommen! Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr sie direkt unter Anahita.Reinsch@bund.net erreichen.
Ein wichtiger Meilenstein in den letzten Wochen war unser erstes Netzwerktreffen, das am 21. November stattfand. Gemeinsam mit den Teilnehmenden haben wir erste Impulse für die Fortführung unserer Arbeit gesammelt und spannende Diskussionen geführt. Im kommenden Jahr möchten wir sechs Diskussionspapiere zu zentralen Themen einer sozial gerechten Ressourcenwende gestalten und dazu öffentliche Veranstaltungen organisieren. Im Januar finden dazu zwei Workshoptage statt, bei denen die Themenfelder weiter konkretisiert werden. Besonders interessieren uns dabei Maßnahmen an der Schnittstelle von sozialer Gerechtigkeit und Ressourcenschutz. Wir freuen uns auf eure Ideen, Perspektiven und aktive Beteiligung!
Am 4. Dezember wurde die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) vom Bundeskabinett verabschiedet. Im weiteren Verlauf des Newsletters werden wir auf die Inhalte der Strategie und die Kritik näher eingehen.
Ein weiteres Instrument für die Rohstoffversorgung ist der neue Rohstofffonds der Bundesregierung. Mit ihm sollen Projekte in den Bereichen Gewinnung, Weiterverarbeitung und Recycling von sogenannten kritischen Rohstoffen gefördert werden. Die Bundesregierung will damit die Unabhängigkeit und die Versorgung mit Rohstoffen sichern. Aus zivilgesellschaftlicher Sicht muss gerade in diesen Sektoren sichergestellt werden, dass die Förderung mit hohen ökologischen und menschenrechtlichen Standards einhergeht.
Um über zukünftige Veranstaltungen des Netzwerks besser informiert zu bleiben, empfehlen wir euch die Aufnahme in unseren Verteiler. Über diesen erhaltet ihr weitere Einladungen und Infos zu unseren Aktivitäten. Schreibt dazu gern eine Mail an Anahita.Reinsch@bund.net.
Viel Spaß mit den folgenden Texten und Veranstaltungstipps.
Euer Netzwerk Ressourcenwende |
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Die NKWS tritt in Kraft
Am 4. Dezember wurde die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) vom Bundeskabinett verabschiedet. Die NKWS zielt darauf ab, den Ressourcenverbrauch zu senken, Stoffkreisläufe zu schließen, Abfälle zu vermeiden und dabei insbesondere Recyclingprozesse zu stärken, langlebige und reparierbare Produkte zu fördern sowie neue Maßnahmen für eine ressourcenschonende Wirtschaft zu entwickeln. Der BUND kritisiert, dass in der Endfassung der NKWS kein konkretes Reduktionsziel für den Ressourcenverbrauch festgelegt wurde und die Maßnahmen unverbindlich bleiben. Er fordert, das ursprüngliche Reduktionsziel von acht Tonnen in einem Ressourcenschutzgesetz zu verankern, um die Klimakrise und das Artensterben zu stoppen.
UN fordert faire Rohstoffverteilung
Die UN haben klare Empfehlungen für einen fairen Rohstoffabbau veröffentlicht, die globale Transparenzstandards, die Einbindung lokaler Kleinunternehmen und die Einrichtung eines Fonds für den Rückbau verlassener Bergwerke umfassen. Zudem soll ein UN-Gremium den Dialog zwischen verschiedenen Interessengruppen koordinieren. Zur Förderung einer nachhaltigen Ressourcennutzung sollen Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft gestärkt werden. Trotz der fortschrittlichen UN-Empfehlungen sieht die Realität anders aus: Unternehmen fördern Rohstoffe immer noch unter umweltschädlichen und menschenrechtsverletzenden Bedingungen. Ein Grund dafür ist auch, dass die prognostizierte Nachfrage nach kritischen Rohstoffen bis 2030 weiterhin hoch ist.
Jessika Roswall ist neue EU-Umweltkommissarin
Seit dem 01. Dezember übernimmt die neue EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall aus Schweden die Ressorts Umwelt, Wasser und Kreislaufwirtschaft. In ihrem Mission Letter wird von ihr erwartet ehrgeizige Maßnahmen umzusetzen. Wie ambitioniert die neue EU-Gesetzgebung zur Kreislaufwirtschaft, der circular economy act, ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Befürchtet wird eine Überbewertung von Recycling, dabei bräuchte es für die Förderung einer echten Kreislaufwirtschaft stärkere Vorgaben zur Reparierbarkeit und zur Wiederverwendung. Zudem soll sie die Landwirtschaft beim effizienten Umgang mit Wasserressourcen unterstützen und die Vorgaben des EU-Gesetzes zur Wiederherstellung der Natur konsequent durchsetzen, um den Verlust von Biodiversität aufzuhalten. |
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The Critical Raw Materials Act: The contradictions in the role of the European Union |
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In diesem Papier wird argumentiert, dass eine erfolgreiche EU-Industriepolitik im Rohstoffsektor eine Form von Klimagerechtigkeit anstreben sollte, die auf vier miteinander verknüpften Säulen beruht: Wirtschaftsreformen, öffentliche Investitionen, Verringerung der Notwendigkeit, Rohstoffe zu importieren (Dematerialisierung), und die Schaffung lokaler Wertschöpfung in den Exportländern. Bisher umfasst der CRMA keine Wirtschaftsreform und berücksichtigt auch die anderen Säulen wenig. |
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Rohstoffwende: Ressourcen schützen, Zukunft für alle sichern |
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Das Forderungspapier hebt hervor, dass der steigende Verbrauch natürlicher Ressourcen, insbesondere metallischer Rohstoffe, unsere Lebensgrundlagen gefährdet. Während die Diskussion zur deutschen und EU-Rohstoffpolitik bisher vor allem auf Versorgungssicherheit fokussiert ist, bleibt die Frage offen, wie eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik im Einklang mit planetaren Grenzen und Menschenrechten aussehen kann. Als Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen wird daher eine umfassende Rohstoffwende gefordert. |
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Final Report: Study to review the functioning and effectiveness of Regulation (EU) 2017/821 |
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Die Studie zeigt auf, dass die EU-Verordnung 2017/821, die Sorgfaltspflichten für EU-Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold festlegt, entscheidende Fortschritte im Bereich der verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralien aus Konfliktgebieten erreicht hat. In den kommenden Jahren wird es notwendig sein, die Wirksamkeit dieser Ansätze weiter zu prüfen und den Fokus auf eine faire Kostenverteilung und die Einhaltung hoher Sozial- und Umweltstandards in globalen Lieferketten zu legen. |
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Digitale Enabler der Kreislaufwirtschaft |
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Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen für eine nachhaltige Wirtschaftsweise, indem sie als „Enabler“ zentrale Bausteine für die Transformation zur Kreislaufwirtschaft bereitstellt. Die vorliegende Studie zeigt anhand von drei Sektoren – Bau, Elektronik und Textil –, wie digitale Technologien wie Produktpässe, Datenräume und KI die Materialnutzung optimieren und geschlossene Wertschöpfungskreisläufe fördern können. Sie unterstreicht, dass die Kombination von zirkularökonomischem Wissen und digitaler Transformation der Schlüssel zu einer resilienten, ressourcenschonenden Zukunft ist. |
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EXIT PLASTIK: Runder Tisch 2025 – Kommunikation im Fokus |
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Am 12. Februar 2025 findet in Berlin der Runde Tisch 2025 statt, bei dem zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen neue Kommunikationsstrategien gegen die Plastikkrise entwickeln. Fachleute und Teilnehmer*innen kommen zusammen, um in interaktiven Formaten und Workshops Lösungen und Ansätze zu erarbeiten. |
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Re-source 2025 – Von der Idee zum Handeln |
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Auf der Konferenzreihe am 15. und 16. Mai 2025 in Frankfurt wird über Kreislaufwirtschaft, ressourcenschonende Mobilität, nachhaltiges Bauen und zirkuläre Textilien diskutiert. Spannende Vorträge und Praxisbeispiele zeigen Wege in eine ressourcenschonende Zukunft. |
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Podcasts und Medien - Unsere Tipps |
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Rohstoffwende jetzt: Highlights und Stimmen vom Alternativen Rohstoffgipfel |
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Die deutsche und europäische Rohstoffpolitik braucht dringend neue Strategien und Paradigmen, um zukunftsfähig und global gerecht zu werden. Wie genau das gehen soll, wurde im Oktober 2024 in Berlin beim Alternativen Rohstoffgipfel diskutiert. Im PowerShift-Podcast wird der Rohstoffgipfel rekapituliert. |
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Spezial zum Wissenschaftsforum 2024: Kunststoffe von morgen |
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Wo steht die Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie? Welche Ansätze gibt es, um die Herausforderungen einer zirkulären Kunststoffwirtschaft zu meistern? Wie können Produktion und Verbrauch von Kunststoffen sinken? Diesen Fragen geht die Podcastepisode von "Wenden bitte!" vom Öko-Institut nach. |
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"We ran there to defend our lives" |
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2019 wurde die Region Mount Ida in der Türkei zum Epizentrum eines eskalierenden Konflikts zwischen einem kanadischen Bergbauunternehmen und den örtlichen Gemeinden, die sich gegen den Eingriff in ihr Land und ihre Lebensgrundlagen wehren. Das Goldminenprojekt konnte zwar gestoppt werden, doch was geschah danach? Darum geht es in dieser Kurzreportage. |
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Rohstoffgewinnung aus der Stadt |
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In dieser Folge vom Öko-Institut-Podcast "Wenden bitte!" diskutieren Dr. Johannes Klinge und Christian Dierks u.a., wie Urban Mining den Bausektor nachhaltiger machen kann. |
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Petition unterschreiben: Rohstoffwende ohne Kupfer und Nickel aus dem Regenwald! |
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Deutschland ist einer der größten Verbraucher von Metallen. Als Baumaterial, für Autos, Maschinen und Elektronik brauchen wir viel mehr als ökologisch und sozial tragfähig ist. Doch die dafür benötigten Rohstoffe werden allesamt importiert, viele davon aus den Regenwäldern der Erde. Gemeinsam fordern Rettet den Regenwald und PowerShift die Bundesregierung auf, eine soziale, ökologische und klimafreundliche Rohstoff- und Mobilitätswende einzuleiten. |
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Die Ressourcenwende möchte den Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Ressourcenpolitik fördern. >>> |
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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany
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