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Ausgabe 08/2021: AG Soziale Gerechtigkeit | Rohstoffverbrauch in der Autoindustrie | EU für Tiefseebergbau

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Es braucht eine sozio-ökologische Transformation der Gesellschaft!
Newsletter #8, September 2021

Liebe Lesende,

spannende Tage liegen hinter uns und spannende Zeiten vor uns. Themen wie Wohnen und Mobilität bewegten den Wahlkampf und die Entscheidungsfindung der Wähler*innen, aber auch den Klimastreik am vergangenen Freitag mit mehr als einer halben Million Teilnehmer*innen. Im Fokus stand Deutschland, doch spätestens bei der Lektüre der Blogbeiträge über die Automobilindustrie und das europäische Bemühen um ein Lieferkettengesetz wird klar, dass globale Zusammenhänge in der Ressourcenpolitik unumgänglich sind und ein Blick über den eigenen Tellerrand von Nöten ist. Das Diskussionspapier der AG Soziale Gerechtigkeit des Netzwerkes Ressourcenwende beschäftigt sich intensiver mit Verteilungsfragen und erörtert darüber hinaus Positivbeispiele und Konzepte wie das der Ressourcensuffizienz.

Zusätzlich haben wir für Sie einen Blogbeitrag mit einem Thema, welches etwas ungewöhnlich ist: der Umgang mit Toiletteninhalten.

Wie üblich finden Sie im zweiten Teil des Newsletters ausgewählte Publikationen und Veranstaltungen der kommenden Wochen. Außerdem gibt es zum ersten Mal eine Rubrik mit relevanten Podcast-Folgen, zum Beispiel zum Anhören während Ihrer nächsten Zugfahrt. 

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Bleiben Sie gesund und solidarisch.

Ihre Newsletter-Redakteurinnen

Ann Wehmeyer & Timea Campedelli

Aktuelles aus dem Projekt
Neuigkeiten
Ressourcenpolitik im Bundestag | September 2021
Diese Sammlung und Zusammenfassung von Anfragen, Anträgen, Anhörungen und Unterrichtungen rund um den Themenkomplex Ressourcenpolitik soll einen kurzen Überblick über die ressourcenpolitischen Geschehnisse im Bundestag geben.
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EU-Lieferkettengesetz: Meilenstein oder Etikettenschwindel?
Es ist Dynamik in die Diskussion um die gesetzliche Regelung menschen- und umweltrechtlicher Sorgfaltspflichten von Unternehmen gekommen. Nichtsdestotrotz bleiben die jüngsten nationalen Vorstöße wie das deutsche Lieferkettengesetz hinter den Erwartungen…
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Toiletteninhalte als wichtiger Teil der Energie- und Ressourcenwende
Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es in Europa flächig geschlossene Nährstoff- und Ressourcenkreisläufe und wir als Menschen waren Teil davon.…
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Ressourcenpolitik im Bundestag | August 2021
Diese Sammlung und Zusammenfassung von Anfragen, Anträgen, Anhörungen und Unterrichtungen rund um den Themenkomplex Ressourcenpolitik soll einen kurzen Überblick über die ressourcenpolitischen Geschehnisse im Bundestag geben.
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Automobilindustrie vernachlässigt Menschenrechtsverletzungen in Aluminium-Lieferketten
Automobilkonzerne sollten Standards in Minen, Raffinerien und Schmelzwerken erhöhen Automobilunternehmen müssen mehr tun, um Menschenrechtsverletzungen in ihren Aluminium-Lieferketten und den Bauxitminen, von denen sie beziehen, anzugehen, so Human Rights Watch…
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EU-Kommission kündigt Pläne für Tiefseebergbau an
In dem Bericht über die strategische Vorausschau 2021 vom 8. September stellt die Europäische Kommission klar, dass sie die Erforschung des Tiefseebergbaus intensivieren wird. Die Kommission priorisiert damit die Diversifizierung und Sicherung ihrer Rohstoffversorgung. "Dies steht in krassem Gegensatz zu den Verpflichtungen der EU-Biodiversitätsstrategie zu strengen Vorsichtsmaßnahmen und der Forderung des Europäischen Parlaments nach einem Moratorium", bemängelte die Meeresschutzorganisation Seas At Risk. Laut der EU-Biodiversitätsstrategie gilt das Vorsorgeprinzip mit einem ökosystembasierten Ansatz, wonach Meeresmineralien nur abgebaut werden dürfen, sobald die Auswirkungen auf Mensch, Tier und Natur sowie sichere Abbautechnologien hinreichend erforscht sind.
Am selben Tag beschloss die IUCN (International Union for Conservation of Nature, Weltnaturschutzunion) ein Moratorium für Tiefseebergbau. Die Petition von Pacific Blue Line setzt sich ebenfalls für einen Stopp von Tiefseebergbau an.

Ressource Holz für die Stromproduktion
Die Verbrennung von Holz in Kraftwerken für die Stromerzeugung gehört laut europäischer Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) zwar zu den erneuerbaren Energien. Jedoch übersteigen die CO2-Emissionen dieses Energieträgers die der fossilen Energieträger. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts wäre der Bedarf an Holzbiomasse nur durch Importe zu sättigen, wofür wiederum CO2-speichernder Wald gerodet werden muss. Importe wie beispielsweise Buschholz aus Namibia haben negative Einflüsse auf die Umwelt, aber auch auf den Arbeitsmarkt vor Ort. Trotzdem planen mehrere deutsche Energieunternehmen, mithilfe von Subventionen ihre Kohlekraftwerke auf Holzverbrennung umzurüsten und riskieren somit Lock-In-Effekte.

Der Reparaturbonus
Ein paar Jahre alt in Österreich, neu in Thüringen und in Planung in Niedersachsen: der Reparaturbonus, womit Reparaturen für Verbraucher*innen finanziell attraktiver und Elektroschrott- und Abfallberge vermieden werden sollen. Mit jeder Reparatur wird die Lebensdauer des Produkts verlängert, Ressourcen für ein Neuprodukt gespart und lokale Wirtschaftsstrukturen samt Arbeitsplätzen unterstützt. In Oberösterreich konnten so in nur einem Jahr 260 Tonnen Elektroschrott eingespart werden.
In Deutschland sind Händler seit fünf Jahren verpflichtet, Elektroschrott zurückzunehmen. Damit sollte eine umweltfreundliche Wiederverwendung und Recycling einfacher werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berichtet nun aber von einer Sammelquote von 44 Prozent, die mehr als zwanzig Prozent unter der von der EU vorgeschriebenen Sammelquote liegt. 

Bioökonomie in der Praxis
In einem Projekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt haben Studierende sich intensiv mit verschiedenen Aspekten sowie mit der Kreislauffähigkeit der Bioökonomie auseinandergesetzt. Ein Praxisbeispiel ist die Ablösung konventioneller Beikrautbekämpfungsmittel durch Minze als Bioherbizid. An anderer Stelle wird über die Funktionen von Algen als Biokerosin oder essbare Verpackung berichtet. Darüber hinaus können Pilze Kläranlagen unterstützten, indem sie Reste von Pestiziden und Arzneimitteln zersetzen.

Ressourcen für deutsche Autos 
Parallel zur Automesse IAA Mobility 2021 Mitte September in München wird seitens Zivilgesellschaft die Kritik an deutschen Autoherstellern lauter. Nichtsdestotrotz werden immer mehr und schwerere Fahrzeuge produziert und beanspruchen viel öffentlichen Raum. Diese Autos enthalten Bauxit, welches in Guinea abgebaut wird und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden mit sich bringt. Ein weiteres Metall für die Produktion ist Eisenerz, welches aus Brasilien importiert wird. Dort forderte ein Dammbruch 2019 fast dreihundert Menschenleben. Auch die in Autos verlegten Kabel aus Kupfer sind konfliktgeladen und führen in Lateinamerika zu einem massiven Flächen- und Wasserverbrauch.

Pläne für norwegische Kupfermine vereitelt
Auch in Europa gab es ein Vorhaben für den Abbau von Kupfer: Der Hamburger Rohstoffkonzern Aurubis hatte zusammen mit der Grubenfirma Nussir sein Projekt anfangs als erste CO2-neutrale Kupfermine vermarktet. Jedoch zeigte sich schnell, dass die Kupfermine negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensgrundlage des indigenen Volkes der Samen haben würde. So zog sich Aurubis im August aus dem Vertrag zurück, da das Projekt nicht zum eigenen Verständnis von Unternehmensverantwortung passe. In einem lesenswerten Interview mit dem Präsidenten der norwegischen Samen werden die Hintergründe der erfolgreichen Proteste näher beleuchtet.

 

Publikationen
Soziale Gerechtigkeit im Ressourcenschutz
Soziale Gerechtigkeit im Ressourcenschutz
Das Diskussionspapier der AG Soziale Gerechtigkeit verschafft im ersten Teil einen Überblick über die Probleme des aktuellen Ressourcenverbrauchs und analysiert die gescheiterten Versuche, diese zu lösen. Im zweiten Teil werden Ansatzpunkte wie Suffizienzpolitik und Demokratisierung vertiefend behandelt. Abschließend werden einige Positivbeispiele wie die Donut-Ökonomie erörtert.
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Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit
Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit
Maßgeblich zur Erderhitzung trägt der Verkehrssektor bei, doch die gegenwärtige Automobilität basiert nicht nur auf der Verbrennung von Erdöl, sondern auch auf dem Abbau und der Weiterverarbeitung zahlreicher Rohstoffe, die mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung einhergehen. In der verkehrspolitischen Debatte bleiben die sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Kosten des Rohstoffabbaus nach wie vor außen vor. Diese Studie zeigt auf, wieso eine global gerechte und zukunftsfähige Mobilitäts- und Rohstoffwende in Deutschland und Europa nötig ist und und wie diese aussehen könnten.
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Wie weiter mit der Rohstoffwende?
Wie weiter mit der Rohstoffwende?
Neben dem schnellen Ausbau eines Erneuerbaren Energiesystems bedarf es einer strukturellen und tiefgreifenden Transformation der rohstoffintensiven Sektoren. Das Hintergrundpapier von Germanwatch bietet eine Einordung der Ziele und Hebel einer Rohstoffwende am Beispiel der Sektoren Bauen/Wohnen und Digitalisierung vor dem Hintergrund der Energiewende sowie der Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft.
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Vom Flickenteppich zur echten Kreislaufwirtschaftsstrategie
Vom Flickenteppich zur echten Kreislaufwirtschaftsstrategie
Deutschlands Politik hat sich in einem Flickenteppich aus Strategien und Gesetzen verfangen, aus dem eine echte Kreislaufwirtschaft nicht in der notwendigen Geschwindigkeit hervorgehen kann. Nötig ist vielmehr eine ganzheitliche, übergeordnete deutsche Kreislaufwirtschaftsstrategie mit ambitionierten nationalen Zielen. Das vorliegende Papier von WWF und Wuppertal Institut will zeigen, was sich konkret verändern muss und welche Hebel es braucht, um die Kreislaufwirtschaft signifikant voranzubringen.
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Veranstaltungen
Sozial-ökologische Wohn- und Bauwende | 4. Oktober | Workshop
Die Wohnungs- und Mietenfrage ist eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Auf der anderen Seite ist der Gebäudesektor ein maßgeblicher Treiber der Ressourcen- und Klimakrise. Die Forderungen nach Klimaschutz und mehr bezahlbarem Wohnraum werden jedoch politisch häufig gegeneinander ausgespielt. Im August hat bereits ein erster Workshop stattgefunden, in welchem wir Forderungen für einen ersten Entwurf gesammelt haben. Den Entwurf möchten wir gemeinsam mit Ihnen finalisieren. Außerdem erwarten Sie spannende Impulsvorträge und eine lebhafte Diskussion über die aktuelle Situation.

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Umweltverträglichkeit von Gipsabbau | 8. Oktober | Fachgespräch
Mit dem vom Bundestag beschlossenen Kohleausstieg fällt langfristig auch REA-Gips als Nebenprodukt der Kohlekraftwerke weg. Dies erhöht den Druck auf den deutschen Naturgipsabbau und wirft die Frage nach den Auswirkungen des Abbaus auf die Natur auf. Der Bundesverband GRÜNE LIGA e.V. lädt die Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Betroffene sowie die Bauindustrie zu einer öffentlichen Debatte ein.

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Soziale Gerechtigkeit im Ressourcenschutz | 20. Oktober | Webinar
Der bisherige Stand über die Arbeit der AG Soziale Gerechtigkeit unseres Netzwerkes wurde in einem Diskussionspapier veröffentlicht. Das Papier versucht, die bestehende soziale Ungleichheit bei den Forderungen nach einem ökologischen Ressourcenumgang zu bedenken, damit sie den Verteilungskonflikt nicht zusätzlich verschärfen. Bei der virtuellen Vorstellung des Papiers werden die Teilnehmenden die Inhalte diskutieren.

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Perspektivwechsel Bioökonomie | 27. Oktober | Abschlussveranstaltung
Das Projekt „Perspektivwechsel Bioökonomie“ des BUND, IÖW und denkhausbremen hatte zum Ziel, die Debatte um die Bioökonomie weiter in die Gesellschaft zu tragen und das Konzept gemeinsam kritisch zu reflektieren. Auf der virtuellen Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse der geführten Diskussionen vorgestellt und analysiert.

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Ein halbes Jahr Lieferkettengesetz | 8. November | Vortrag
Wie haben sich in der gefundenen Regelung die Hoffnungen der Befürworter*innen erfüllt und die Befürchtungen der Gegner*innen bewahrheitet? Welche ersten Signalwirkungen lassen sich ein halbes Jahr nach Beschluss absehen? Welche Forderungen ergeben sich daraus für das EU-Lieferkettengesetz und das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte? Darüber diskutieren Dr. Andreas Brügger (Deutscher Fruchthandelsverband e. V.) und Eva-Maria Reinwald (Südwind Institut).

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Podcast-Folgen
Kupfer und Bauxit - Die vergessenen Batterierohstoffe
Diese Folge von Kompass Weltwirtschaft beschäftigt sich mit der neuen EU-Batterieverordnung, wo diese zu kurz greift und inwiefern Abbaugebiete weltweit davon beeinflusst werden.

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Bioökonomie im Dialog
In Folge 9 von FaktenSammler steht Bürger*innenbeteiligung im Bereich Bioökonomie im Mittelpunkt. Methoden der Partizipation und Kommunikation sowie Soziale Gleichheit werden besprochen.

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Endliche Ressource Gips - Warum Recycling den Bauboom retten könnte
Bedeutet der Bauboom und Kohleausstieg nun, dass mehr Naturgips abgebaut wird oder wäre Recycling eine Lösung?

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Die Ressourcenwende möchte den Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf dem Gebiet der Ressourcenpolitik fördern. >>>

Der Projektverbund besteht aus drei Partnern:

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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany
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Copyright © 2019 Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR). Das Projekt ist gefördert durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt.

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