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EU-Kommission kündigt Pläne für Tiefseebergbau an In dem Bericht über die strategische Vorausschau 2021 vom 8. September stellt die Europäische Kommission klar, dass sie die Erforschung des Tiefseebergbaus intensivieren wird. Die Kommission priorisiert damit die Diversifizierung und Sicherung ihrer Rohstoffversorgung. "Dies steht in krassem Gegensatz zu den Verpflichtungen der EU-Biodiversitätsstrategie zu strengen Vorsichtsmaßnahmen und der Forderung des Europäischen Parlaments nach einem Moratorium", bemängelte die Meeresschutzorganisation Seas At Risk. Laut der EU-Biodiversitätsstrategie gilt das Vorsorgeprinzip mit einem ökosystembasierten Ansatz, wonach Meeresmineralien nur abgebaut werden dürfen, sobald die Auswirkungen auf Mensch, Tier und Natur sowie sichere Abbautechnologien hinreichend erforscht sind. Am selben Tag beschloss die IUCN (International Union for Conservation of Nature, Weltnaturschutzunion) ein Moratorium für Tiefseebergbau. Die Petition von Pacific Blue Line setzt sich ebenfalls für einen Stopp von Tiefseebergbau an.
Ressource Holz für die Stromproduktion Die Verbrennung von Holz in Kraftwerken für die Stromerzeugung gehört laut europäischer Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) zwar zu den erneuerbaren Energien. Jedoch übersteigen die CO2-Emissionen dieses Energieträgers die der fossilen Energieträger. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts wäre der Bedarf an Holzbiomasse nur durch Importe zu sättigen, wofür wiederum CO2-speichernder Wald gerodet werden muss. Importe wie beispielsweise Buschholz aus Namibia haben negative Einflüsse auf die Umwelt, aber auch auf den Arbeitsmarkt vor Ort. Trotzdem planen mehrere deutsche Energieunternehmen, mithilfe von Subventionen ihre Kohlekraftwerke auf Holzverbrennung umzurüsten und riskieren somit Lock-In-Effekte.
Der Reparaturbonus Ein paar Jahre alt in Österreich, neu in Thüringen und in Planung in Niedersachsen: der Reparaturbonus, womit Reparaturen für Verbraucher*innen finanziell attraktiver und Elektroschrott- und Abfallberge vermieden werden sollen. Mit jeder Reparatur wird die Lebensdauer des Produkts verlängert, Ressourcen für ein Neuprodukt gespart und lokale Wirtschaftsstrukturen samt Arbeitsplätzen unterstützt. In Oberösterreich konnten so in nur einem Jahr 260 Tonnen Elektroschrott eingespart werden. In Deutschland sind Händler seit fünf Jahren verpflichtet, Elektroschrott zurückzunehmen. Damit sollte eine umweltfreundliche Wiederverwendung und Recycling einfacher werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berichtet nun aber von einer Sammelquote von 44 Prozent, die mehr als zwanzig Prozent unter der von der EU vorgeschriebenen Sammelquote liegt.
Bioökonomie in der Praxis In einem Projekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt haben Studierende sich intensiv mit verschiedenen Aspekten sowie mit der Kreislauffähigkeit der Bioökonomie auseinandergesetzt. Ein Praxisbeispiel ist die Ablösung konventioneller Beikrautbekämpfungsmittel durch Minze als Bioherbizid. An anderer Stelle wird über die Funktionen von Algen als Biokerosin oder essbare Verpackung berichtet. Darüber hinaus können Pilze Kläranlagen unterstützten, indem sie Reste von Pestiziden und Arzneimitteln zersetzen.
Ressourcen für deutsche Autos Parallel zur Automesse IAA Mobility 2021 Mitte September in München wird seitens Zivilgesellschaft die Kritik an deutschen Autoherstellern lauter. Nichtsdestotrotz werden immer mehr und schwerere Fahrzeuge produziert und beanspruchen viel öffentlichen Raum. Diese Autos enthalten Bauxit, welches in Guinea abgebaut wird und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden mit sich bringt. Ein weiteres Metall für die Produktion ist Eisenerz, welches aus Brasilien importiert wird. Dort forderte ein Dammbruch 2019 fast dreihundert Menschenleben. Auch die in Autos verlegten Kabel aus Kupfer sind konfliktgeladen und führen in Lateinamerika zu einem massiven Flächen- und Wasserverbrauch.
Pläne für norwegische Kupfermine vereitelt Auch in Europa gab es ein Vorhaben für den Abbau von Kupfer: Der Hamburger Rohstoffkonzern Aurubis hatte zusammen mit der Grubenfirma Nussir sein Projekt anfangs als erste CO2-neutrale Kupfermine vermarktet. Jedoch zeigte sich schnell, dass die Kupfermine negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensgrundlage des indigenen Volkes der Samen haben würde. So zog sich Aurubis im August aus dem Vertrag zurück, da das Projekt nicht zum eigenen Verständnis von Unternehmensverantwortung passe. In einem lesenswerten Interview mit dem Präsidenten der norwegischen Samen werden die Hintergründe der erfolgreichen Proteste näher beleuchtet.
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